Vom „Sechs auf fünftem Platz: Anmut in Hügeln und Gärten“ bis „am Ende Heil“. Die Richtigstellung lautet: „Anmut in Hügeln und Gärten“: Hügel und Gärten sind Orte von schlichter Natur. Sechs auf fünftem Platz nimmt den Ehrenplatz ein und ist der Herr des Schmucks.
Vermag sie den Schmuck an schlichten Orten anzubringen, ohne Prunk und Aufwand zu treiben, so werden die Seidenbündel zahlreich vorhanden sein. „Beschämend, am Ende Heil“: Anfangs ist man sparsam, was als „beschämend (karg)“ gilt.
Erst durch die Karge der Sparsamkeit erlangt man das Heil am Ende und hat Grund zur Freude; daher sagt das Xiang-Bild: „Das Heil der Sechs auf fünftem Platz bringt Freude.“
Zur Anmerkung von „nimmt den Ehrenplatz ein“ bis „am Ende Heil erlangt“: Die Richtigstellung lautet: „Herr des Schmucks und die höchste Fülle der Zierde“: Bei Palästen, Wagen und Gewändern ist die Fünf der Gebieter des Schmucks.
Verwendet man prunkvollen Schmuck an Wagen, Gewändern und Bauten, so nimmt der große Weg Schaden. „Wendet man den Schmuck auf Hügel und Gärten an, so gibt es keine größere Pracht“: Hügel bezeichnet Erhebungen, Garten bezeichnet Pflanzungen.
Dort wachsen nur Gräser und Bäume; es sind Orte der Einfachheit, keine Stätten des Prunks. Vermag man den Schmuck so anzulegen, dass alles schlicht bleibt, ähnlich wie Hügel und Gärten, so gibt es keine größere Pracht.
„Schmückt man sich an Seidenbündeln, so verfallen Hügel und Gärten“: Seidenbündel stehen für Besitztümer; nennt man Seidenbündel, so schließt dies Gold, Silber, Perlen und Jade mit ein.
Verschwendet man den Schmuck an Seidenbündel und Kostbarkeiten, so geht der Weg der Einfachheit zugrunde; daher heißt es: „Hügel und Gärten verfallen.“ „Schmückt man Hügel und Gärten, so bleibt die Seide bescheiden (reichlich gehäuft)“: Richtet man den Schmuck auf das Schlichte von Hügeln und Gärten aus, so vergeudet man keine Schätze, und die Seidenbündel häufen sich an.
Verschiedene Gelehrte meinten: Schmückt man sich nur mit Seidenbündeln, ohne weise Männer einzuladen, so veröden die Hügel und Gärten; wirbt man hingegen um Gelehrte in Hügeln und Gärten und beschenkt sie, so sind die Seidenbündel zahlreich.
Viele Ausleger des Buches der Wandlungen folgten dieser Deutung. Prüft man jedoch den Kommentar von Wang Bi (Fusi), so findet sich darin keinerlei Gedanke an das Anwerben von Weisen, und weder der Linientext noch das Xiang-Bild enthalten Worte über die Behandlung von Gelehrten.
Wang Bi sagt: „Kein Aufwand übertrifft die Sparsamkeit: Im Überfluss Maß zu halten – darum muss man erst karg erscheinen, ehe man am Ende Heil erlangt.“ Dies erörtert allgemein den Weg der Staatsführung, der keinen Prunk schätzt, sondern Genügsamkeit hochhält.
Folgte man den früheren Lehrern, wonach man bloß mit Seidenbündeln um Eremiten in Hügeln und Gärten wirbt und Weise karg abspeist – wie könnte das der Sinn sein?
Als die Han-Dynastie Einsiedler berief, verwendete man Lämmer, Wildgänse, dunkle und rote Seide, Binsenräder und Viergespanne; wie sollte man sich auf ein bloßes Seidenbündel beschränken und von Karge sprechen?
Betrachtet man den Sinn von Wang Bis Kommentar, so ergibt sich eben diese Auslegung.