Zhouyi BenyiLinientext
Gelb ist die Farbe der Mitte, das Unterkleid (Chang) der Schmuck des Niederen. Sechs auf dem fünften Platz weilt als Yin auf dem Ehrenrang; die Tugend hingebungsvoller Mäßigung erfüllt ihr Inneres und leuchtet nach außen hin auf.
Daher dieses Bild, dessen Vorhersage erhabenstes Heil verspricht. Wer dieses Zeichen befragt, muss solche Tugend besitzen, soll der Spruch sich ihm erfüllen.
In den Frühlings- und Herbstannalen befragte Nan Kuai das Orakel, als er einen Aufstand plante, und erhielt diese Linie; er wähnte dies ein großes Glück.
Zifu Huibo aber sprach zu ihm: ‚Dient dein Plan wahrer Treue und Lauterkeit, so mag er glücken; andernfalls endet er gewiss im Sturz. Nach außen fest und nach innen mild, das ist Treue; im Einklang das Rechte führen, das ist Lauterkeit.
Darum heißt es: Ein gelbes Unterkleid bringt erhabenes Heil. Gelb ist die Farbe der Mitte; das Unterkleid ist das Gewand des Dienenden; das Erhabene steht an der Spitze aller Güte.
Fehlt es im Herzen an Treue, verfehlt man die Farbe der Mitte; fehlt es unten an Ehrerbietung, verfehlt man die Würde des Gewandes; fehlt es der Tat an Güte, verfehlt man das erhabene Ziel. Man darf das Buch der Wandlungen nicht für frevelhafte Ränke missbrauchen!
Fehlt eines dieser drei, so trügt das Zeichen, selbst wenn es günstig fällt.‘ Später kam Kuai in der Tat zu Fall. Daran lässt sich ermessen, wie ein Orakelspruch zu verstehen ist. Das edle Schöne ruht in der Mitte und leuchtet nach außen hin auf.