Zhouyi BenyiLinientext
In einer Zeit, da das Übermaß regiert, weilt diese feste Kraft auf einem nachgiebigen Platz; darin liegt ein Übermaß an Ehrerbietung, und dies ist der Weg zur Schuldlosigkeit.
‚Ohne das Maß zu überschreiten, begegnet er ihm‘ besagt: Man verfällt nicht in eine übermäßige Härte, sondern trifft genau das rechte Maß. Schreitet man voran, so gerät man ins Übermaß; darum droht Gefahr, und man muss sich hüten.
Die Natur des Yang ist hart und unnachgiebig; daher ergeht die weitere Warnung, man solle nicht auf ewiger Beharrlichkeit beharren – was besagt, dass man sich stets nach den Erfordernissen der Zeit richten und nicht starr am Alten festhalten darf.
Manche meinen: Will man ‚Ohne das Maß zu überschreiten, begegnet er ihm‘ nach dem Vorbild der Sechs an zweiter Stelle deuten, so ist es so auszulegen; stützt man sich aber auf das Vorbild der Neun an dritter Stelle, so müsste ‚übermäßig begegnen‘ dem Sinn von ‚übermäßig schützen‘ entsprechen.
Es bleibt unklar, welche Lesart die rechte ist; man lasse die Stelle offen, bis ein Einsichtiger Klarheit bringt.