Neun an dritter Stelle steht mit harter Yang-Kraft als Oberstes des unteren Trigramms; zugleich weilt sie am Gipfel von Li und verfehlt die Mitte: Sie drängt ungestüm zur Umwälzung.
Wer unten weilt und ungeduldig nach Wandel verlangt – bricht er in solcher Gesinnung auf, so zieht er Unheil herauf. Steht man jedoch an der Spitze des unteren Bereiches und verlangt die Sache wahrhaft nach Wandel, wie dürfte man da untätig bleiben?
Alles liegt daran, die rechte Beharrlichkeit zu wahren, Gefahren achtsam zu bedenken und dem Urteil der Allgemeinheit zu folgen: Dann darf man ohne Zweifel handeln.
„Die Worte des Wandels“ meint die wohlbegründeten Ratschläge zur Erneuerung; „Jiu“ (就) bedeutet vollenden und übereinstimmen. Prüft man die Worte der Erneuerung bis zu dreimal und stimmen sie vollkommen überein, so darf man ihnen glauben: Dies mahnt zu äußerster Vorsicht.
Vermag man so zu handeln, so trifft man gewiss das vollendet Richtige und gewinnt festes Vertrauen: Man selbst schöpft Gewissheit, und die Menge schenkt Glauben. Alsdann darf der Wandel gewagt werden.
Steht man zur Zeit der Umwälzung an der Spitze des unteren Bereiches und fordert die Lage Erneuerung, so verfehlt man aus Furcht die Zeit und stiftet Schaden.
Man muss allein mit höchster Umsicht walten, darf sich nicht auf die eigene harte Klugheit versteifen, sondern muss die öffentliche Beratung dreimal prüfen und erst danach den Wandel wagen – dann bleibt man frei von Fehlern.