Die Sechs auf fünftem Platz weilt in der Zeit der Ernährung auf dem Herrscherthron und soll die Welt erhalten. Doch wegen ihres schwachen Wesens reicht ihre Kraft nicht aus, um allen Menschen Beistand zu leisten.
Über ihr steht die weise Kraft der obersten Neun; so neigt sie sich ihr willig zu und baut darauf, dass jene sie leite, um der Welt zu helfen. Der Herrscher ist der Ernährer aller; muss er sich selbst von anderen stützen lassen, so widerspricht dies der gewohnten Ordnung.
Da er jedoch seine Unzulänglichkeit erkennt und sich dem weisen Lehrer beugt – die oberste Linie verkörpert die Würde des Erziehers –, muss er fest und treu beharren und sich ihm ganz anvertrauen; dann wird seine Person gestützt und sein Segen ergießt sich über das Reich, was Heil bringt.
Das weiche Yin besitzt von Natur aus keine standhafte Kraft, daher ergeht die Mahnung: Nur wer beharrlich verharrt, erlangt Heil.
Zwar vermag eine schwache Natur mit Hilfe des weisen Beraters in Friedenszeiten das Steuer zu führen, doch in Tagen schwerer Not und wilder Wirren darf sie nicht vorangehen; darum heißt es: ‚Man darf das große Wasser nicht durchqueren.‘ Selbst König Cheng war keineswegs von schwachem Geiste, doch beim Aufruhr von Guan und Cai vermochte er dem Herzog von Zhou fast nicht die Treue zu halten – wie viel schlimmer stünde es um minder Begabte!
Im Buche der Urkunden heißt es: ‚Der König wagte nicht mehr, den Herzog zu schelten‘; nur dank der beiden Herzöge blieb das Vertrauen gewahrt. In Sturm und Gefahr darf man nicht auf einen Herrscher ohne feste Kraft bauen.
Müssen Gefahren dennoch durchschritten werden, so geschieht es aus bitterer Notwendigkeit. Dass dieser Sinn enthüllt wird, dient als ernste Warnung für jeden Herrscher.
Bei der obersten Neun hingegen wird die Pflicht des Ministers erörtert, der Leib und Leben rückhaltlos hingibt; darum lauten die Worte dort anders.