Hier wird erklärt, weshalb das Hexagramm Der große Besitz heißt: Die Fünf nimmt mit einer Yin-Linie den Herrscherplatz ein; das Weiche erlangt die Ehrenstellung.
Sie weilt in der Mitte und verwirklicht den Weg der großen Mitte; alle Yang-Linien schauen zu ihr auf, und Oben wie Unten antworten ihr.
Wer auf hohem Platze Sanftmut wahrt, an den schließen sich die Massen verlässlich an; besitzt er zudem die Tugend innerer Offenheit, lichter Klarheit und großer Mittenkraft, so wenden sich ihm Oben und Unten einmütig zu. Darum heißt es Der große Besitz.
Die Tugend des Hexagramms ist innen fest und kraftvoll, außen licht und klar. Der Herrscher auf der Sechs an fünfter Stelle entspricht der Neun an zweiter Stelle des Schöpferischen.
Das Wesen der Fünf ist sanft, folgsam und hellsichtig; es vermag sich willig der Zwei anzuschließen, und die Zwei ist der Herr des Schöpferischen. Dies heißt, dem Schöpferischen zu entsprechen.
Dem Lauf des Schöpferischen willig zu folgen bedeutet, dem himmlischen Zeitlauf zu gehorchen. Daher heißt es: »Es entspricht dem Himmel und wandelt mit der Zeit«. Wo die Tugend so beschaffen ist, da herrscht erhabenes Gelingen.
Wang Bi sagt: »Wie könnte man ohne großen Durchgang zu großem Besitz gelangen?
Großer Besitz bringt gewiss erhabenes Gelingen.« Dies verkennt jedoch den Sinn des Hexagramms: Dass Li über Qian den großen Besitz bildet, heißt nicht, dass mit dem großen Besitz von selbst erhabenes Gelingen einhergeht; erst durch das rechte Vermögen wird erhabenes Gelingen erlangt.
Es gibt großen Besitz, der nicht heilsam ist und dem kein Durchgang beschieden ist.
Weisen die Hexagramme die Formel »Erhabenes Gelingen, fördernde Beharrlichkeit« auf, so deutet das Urteil dies stets als »großes Gelingen«, um eine Verwechslung mit dem Schöpferischen und dem Empfangenden zu meiden.
Steht es jedoch ohne »fördernde Beharrlichkeit«, so legt man es als »erhabenes Gelingen« aus, um die volle Bedeutung des Erhabenen zu wahren. Das Erhabene trägt den Sinn des höchsten Guten in sich.
Die Wendung »Erhabenes Gelingen« tragen vier Hexagramme: Der große Besitz, Die Verderbnis, Das Empordringen und Der Kessel. Allein beim Empordringen wurde der Kommentar fälschlich anderen Hexagrammen angeglichen und zu »großem Gelingen« verkürzt.
Fragt man: Warum unterscheidet sich das Erhabene anderer Hexagramme von dem des Schöpferischen? So lautet die Antwort: Im Schöpferischen meint das Erhabene den Ursprung aller Dinge, das Herausragen über die Myriaden Wesen.
Diesen Sinn können andere Hexagramme nicht tragen; bei ihnen bedeutet es schlicht das Gute und Große. Fragt man weiter: Dass das Erhabene groß bedeutet, leuchtet ein; warum aber bezeichnet es das Gute? So lautet die Antwort: Das Erhabene steht allen Wesen voran.
Und was allen Wesen vorangeht – wie könnte es nicht gut sein? Erst nach dem Vollbringen eines Werkes folgt das Scheitern, denn das Scheitern geht dem Vollbringen niemals voraus. Erst nach dem Aufstieg folgt der Verfall, denn der Verfall folgt gewiss dem Aufstieg.
Erst nach dem Erlangen folgt der Verlust, denn ohne Erlangen gäbe es keinen Verlust. So verhält es sich mit Gut und Böse, Ordnung und Verwirrung, Recht und Unrecht in allen Dingen auf Erden: Stets muss das Gute den Anfang machen.
Daher heißt es im Wenyan: »Das Erhabene ist das Erste und Höchste des Guten«.