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Hexagramm des Tages Mittwoch, 29. Oktober 2025: #39 Das Hindernis (蹇)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 39 (Jian – Das Hemmnis) beschreibt eine Lage, in der Gefahr im Außen droht und wahre Meisterschaft im rechtzeitigen Innehalten liegt. Wer nachgiebige, unterstützende Wege wählt, erfahrene Ratgeber konsultiert und an der eigenen Haltung feilt, meistert diese schwierige Phase sicher.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2025-10-29: #39 Das Hindernis.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2025-10-29/

BaZi-Karte

Wenn im BaZi-Gefüge starre Erde auf unruhiges Wasser trifft, spiegelt dies die Dynamik des Innehaltens von Hexagramm 39 wider, was gegen forciertes Vorpreschen spricht.

Die klassische Schicksalsdeutung empfiehlt in solchen Phasen, die stärkenden Ressourcen- und Ausdruckselemente durch Erholung und innere Konsolidierung zu nähren, anstatt Hindernisse mit Gewalt brechen zu wollen.

Wer die eigenen Kräfte schont und Grundlagen vertieft, gewinnt Stärke für spätere Schritte.

Westliches Geburtshoroskop

Unter hemmenden Saturn-Transiten oder spannungsgeladenen Aspekten manifestiert sich oft ein Gefühl äußerer Blockaden und verlangsamter Prozesse.

Die astrologische Tradition deutet solche Einflüsse nicht als dauerhaftes Scheitern, sondern als notwendige Prüfungen zur Schärfung der persönlichen Disziplin und Neuausrichtung bestehender Strukturen.

Anstatt gegen äußere Hürden anzukämpfen, lohnt sich das methodische Nachjustieren langfristiger Pläne. Geduld und strukturelle Anpassungen verwandeln gegenwärtige Verzögerungen in dauerhafte Stabilität.

I-Ging-Befragung

Mit der Gefahr des Wassers im oberen Trigramm und der Stille des Berges darunter mahnt das Hexagramm Jian dazu, vor erkennbaren Abgründen rechtzeitig anzuhalten.

Die Urteilstexte heben hervor, dass der weite Südwesten förderlich und der enge Nordosten ungünstig ist, was für ein Ausweichen auf kooperative, verbindende Umfelder anstelle von sturen Konfrontationen spricht; das Große Bild rät zudem, sich auf die eigene Tugend zurückzubesinnen.

Das Erkennen der richtigen Grenze ist das sicherste Zeichen praktischer Lebensweisheit.

Karriere

Berufliche Vorhaben stoßen aktuell auf institutionelle Hürden oder unruhige Marktbedingungen, bei denen forciertes Durchsetzen nur zusätzlichen Schaden stiftet.

Die klassische Weisheit rät dazu, erfahrene Mentoren zu Rate zu ziehen, interne Arbeitsabläufe zu optimieren und Kernkompetenzen im Hintergrund zu schärfen.

Ein temporärer Rückzug zur Qualitätsprüfung schützt verlässlich vor kostspieligen Fehlentscheidungen in einem ungünstigen Moment. Wer den Expansionsdrang bremst und gründlich nacharbeitet, steht beim nächsten Aufschwung bestens da.

Reichtum

Die finanzielle Liquidität kann sich verengt darstellen, weshalb spekulative Engagements oder fremdfinanzierte Wagnisse unter dieser Konstellation mit unkalkulierbaren Risiken behaftet sind.

Traditionelle Lehren betonen den Schutz des Bestehenden und die Wahrung maßvoller Disziplin gegenüber riskanten Abkürzungen. Das Straffen laufender Ausgaben und das Sichern solider Barreserven schaffen einen verlässlichen Puffer gegen Marktschwankungen.

Eine vorsichtige Budgetführung schützt die finanzielle Basis nachhaltig vor Turbulenzen.

Liebe & Beziehungen

Zwischenmenschliche Partnerschaften begegnen gegenwärtig äußeren Belastungen, familiären Verpflichtungen oder praktischen Barrieren, die das Miteinander lähmen können.

Ein Erzwingen sofortiger Klärung oder radikaler Bekenntnisse vertieft in solchen Momenten eher die Distanz, als dass es Nähe stiftet.

Nach klassischer Auffassung ist es ratsam, einander Freiraum zu gewähren, gegenseitiges Verständnis zu üben und die eigenen Erwartungen selbstkritisch zu prüfen. Geduld und sanfte Rücksichtnahme bewahren die Beziehung vor unnötigen Zerreißproben.

Gesundheit

Das Aufeinandertreffen von feuchter Kälte und blockierender Erde lenkt in traditionellen Gesundheitslehren den Blick auf den Fluss der Körpersäfte, Gelenkbeschwerden und eine träge Verdauung.

Überlieferte Regenerationskonzepte warnen vor Überanstrengung und empfehlen wärmende, erdende Routinen zur Stabilisierung der Lebensenergie. Ausreichende Ruhepausen und der Schutz vor nasskalter Witterung tragen maßgeblich zum inneren Gleichgewicht bei.

Durch maßvolle Bewegung und gezielte Wärmezufuhr bleibt das körperliche Wohlbefinden stabil.

Persönliches Wachstum

Auf dem persönlichen Entwicklungsweg tritt eine Phase ein, in der äußere Bestätigungen ausbleiben und vorübergehende Zweifel aufkeimen.

Die philosophische Deutung von Hexagramm 39 begreift äußere Hindernisse als wertvolle Aufforderung, die eigenen Motive zu hinterfragen und seelische Standfestigkeit zu entwickeln.

Wer die Pause als Schule des Charakters annimmt, transformiert anfängliche Frustration in souveräne Reife. Die bewusste Einkehr macht aus augenblicklichem Stillstand eine unerschütterliche innere Stärke.

Kompatibilität

Zwei Menschen sehen sich mit deutlichen Unterschieden im Tempo, im Erfahrungshintergrund oder in den Lebensumständen konfrontiert, was eine harmonische Abstimmung erschwert.

Beziehungstraditionen raten hierbei zu geschmeidiger Anpassungsbereitschaft, statt stur auf unvereinbaren Standpunkten zu beharren. Gegenseitiges Entgegenkommen und das Respektieren individueller Grenzen ermöglichen es der Bindung, die Belastungsprobe zu überstehen.

Wer im Kleinen nachgibt und dem Partner Zeit lässt, überwindet die gegenwärtigen Reibungen.

Schicksalsphasen

Große Lebenszyklen unter dem Zeichen des Hemmnisses deuten auf eine Phase hin, die von zähen Formalitäten, organisatorischen Verzögerungen und anstrengenden Zwischenschritten geprägt ist.

Die traditionelle Schicksalsanalyse rät in diesem Abschnitt dazu, das Fundament zu sichern und Vertrauen aufzubauen, statt unüberlegte Neulanderoberungen zu wagen.

Eine methodische und bedächtige Gangart stellt sicher, dass Ressourcen und Reputation für spätere Wendepunkte intakt bleiben. Besonnenheit und das Schützen des Erreichten führen sicher durch diesen fordernden Lebensabschnitt.

Jahreslesung

Das Jahresbild unter diesem Hexagramm deutet auf arbeitsreiche Monate hin, deren Früchte erst mit spürbarer zeitlicher Verzögerung sichtbar werden.

Nach traditioneller Methodik empfiehlt es sich, die erste Jahreshälfte defensiv zu gestalten und in der zweiten Hälfte den Rat wohlgesinnter Fachleute zu suchen. Gründliche Vorbereitung und das gewissenhafte Einhalten von Vorgaben verhindern plötzliche Rückschläge.

Ein schrittweises, überlegtes Vorgehen sichert Ihnen einen stabilen Verlauf des gesamten Jahres.

Namensanalyse

In der Namensanalyse können allzu strenge oder schneidende Lautmuster die blockierende Wirkung von Berg und Wasser zusätzlich verstärken.

Die Tradition der Namensdeutung setzt auf den ausgleichenden Einfluss sanfter Erdtöne und belebender Holzenergien, um den Energiefluss wieder in Bewegung zu bringen. Ausgewogene, harmonische Klangbilder mildern äußere Spannungen und fördern das soziale Einvernehmen.

Sanfte und beständige Namensstrukturen erleichtern das Miteinander und federn Reibungsverluste ab.

Datumswahl

Zeitpunkte mit kollidierenden Einflüssen oder stockenden Wasserenergien gelten in der traditionellen Zeitwahl als ungeeignet für Eröffnungen, weite Reisen oder heikle Abschlüsse.

Empfohlen werden Tage mit stabilen Erdqualitäten und harmonischen Kombinationen, die sich ideal für Revisionen, Absicherungen und strategische Pausen eignen. Das Vermeiden unruhiger Konstellationen schützt Projekte vor unvorhergesehenen bürokratischen Blockaden.

Durch die Wahl ruhiger, förderlicher Tage lassen sich Verzögerungen und Reibungen wirksam vermeiden.

Feng Shui

Räumliche Situationen mit stagnierendem Wasser im Norden oder scharfkantigen Barrieren im Nordosten spiegeln das Stauungsmuster von Hexagramm 39 wider.

Die klassische Raumlehre empfiehlt, den weitläufigen Südwesten zu aktivieren, um nährende Einflüsse aufzunehmen, und verengte Korridore von Hindernissen zu befreien.

Helles, warmes Licht und freie Durchgänge bringen die ins Stocken geratene Raumenergie wieder in einen harmonischen Fluss. Ein aufgeräumter Eingangsbereich und offene Laufwege beleben das gesamte Wohnklima spürbar.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Das Hindernis: Fördernd ist der Südwesten, nicht fördernd ist der Nordosten. Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen. Beharrlichkeit bringt Heil.

Tuan-Kommentar

Das Hindernis bedeutet Schwierigkeit; die Gefahr liegt vorn. Die Gefahr zu sehen und anhalten zu können – wie weise ist das! „Beim Hindernis ist der Südwesten fördernd“: Im Voranschreiten erlangt man die Mittlere Position.

„Nicht fördernd ist der Nordosten“: Sein Weg gerät an sein Ende. „Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen“: Das Hingehen bringt Erfolg. „Die gebührende Position und Beharrlichkeit bringt Heil“: Damit bringt man das Land zur Ordnung.

Die zeitgemäße Anwendung des Hindernisses ist wahrlich groß!

Großes Bild

Auf dem Berge ist Wasser: Das Hindernis. Der Edle kehrt in sich und bildet seine Tugend aus.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Lautlesung von Jian: ji-mian. Jian bedeutet Schwierigkeit; die Füße können nicht voranschreiten, eine Mühsal des Gehens. Als Gua steht Gen unten und Kan oben; man erblickt die Gefahr und hält inne, darum bildet es Das Hindernis.

Der Südwesten ist eben und leicht, der Nordosten unwegsam und gefahrvoll, und zugleich die Richtung von Gen. Befindet man sich mitten im Hindernis, sollte man sich nicht in Gefahr begeben.

Zudem ging das Gua aus Xiao Guo hervor: Schreitet das Yang voran, so begibt es sich auf den fünften Platz und erlangt die Mitte; weicht es zurück, tritt es in Gen ein und schreitet nicht weiter.

Daher lautet der Orakelspruch: „Fördernd ist der Südwesten, nicht fördernd ist der Nordosten.“ Zur Zeit des Hindernisses muss man den großen Menschen sehen, erst dann lässt sich die Not überwinden; ebenso muss man das Rechte bewahren, erst dann erlangt man Heil.

Die Neun an fünfter Stelle des Gua ist fest und stark, mittig und recht und birgt das Bild des großen Menschen. Von der zweiten Linie aufwärts erlangen alle fünf Linien die Richtige Position, was wiederum den Sinn der Beharrlichkeit ausdrückt.

Darum heißt es im Orakel weiter: „Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.

Beharrlichkeit bringt Heil.“ Wer die Gefahr erblickt, schätzt es hoch, einhalten zu können, doch darf er nicht für immer im Stillstand verharren; wer in der Gefahr weilt, für den ist das Voranschreiten förderlich, doch darf er seine Rechtheit nicht einbüßen.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Lautlesung von Nan: nai-dan; Lautlesung von Zhi: zhi. Hier werden Name und Sinn des Gua anhand der Gua-Tugenden erklärt und deren Vorzüge gepriesen. Anhand des Gua-Wandels und der Gua-Gestalt wird der Urteilstext ausgelegt und die Größe seiner zeitgemäßen Anwendung gerühmt.

Yichuan YizhuanUrteil

Das Hindernis im Xugua-Kommentar: Kui bedeutet Entfremdung. Wo Entfremdung herrscht, entstehen gewiss Schwierigkeiten; darum folgt darauf Das Hindernis. Jian bedeutet Schwierigkeit.

In Zeiten der Entfremdung gibt es unausweichlich Hindernisse und Bedrängnis; deshalb folgt Das Hindernis auf Kui. Jian trägt die Bedeutung von Gefahr und Hemmnis, darum heißt es Beschwerde und Hindernis. Als Gua steht Kan oben und Gen unten: Kan ist Gefahr, Gen ist Stillehalten.

Die Gefahr liegt vorn, und unten hält man inne und vermag nicht voranzuschreiten. Vorn lauert der Abgrund, hinten ragt die steile Wand empor; darum heißt es Das Hindernis.

Der Südwesten ist die Himmelsrichtung von Kun; Kun ist das Empfangende (Erde), sein Wesen ist fügsam und leicht. Der Nordosten ist die Himmelsrichtung von Gen; Gen ist Das Stillehalten (Berg), sein Wesen ist Halt und Gefahr.

In Zeiten von Hindernis und Not ist es förderlich, sich fügsam an einen ebenen und leichten Ort zu begeben; es ist nicht förderlich, in Gefahr innezuhalten.

Weilt man im Fügsamen und Leichten, so kann die Not gelindert werden; verharrt man in der Gefahr, so verschlimmert sich die Not nur noch mehr.

Zur Zeit von Hindernis und Not bedarf es eines weisen und tugendhaften Menschen, der imstande ist, die Nöte der Welt zu überwinden; darum heißt es: „Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.“ Wer Not bewältigt, muss dies auf dem Weg großer Rechtheit tun und unerschütterlich daran festhalten; darum bringt Beharrlichkeit Heil.

Wer sich in Not befindet, muss unbedingt an der reinen Rechtheit festhalten. Selbst wenn die Not sich nicht löst, geht die rechte Tugend nicht verloren, und darin liegt das Heil.

Gerät man in Not und vermag seine Treue nicht zu wahren, sondern verfällt dem Verwerflichen und Zügellosen, so mag man zwar knapp entkommen, doch ist dies eine schändliche Gesinnung. Wer Gerechtigkeit und Schicksal begreift, handelt nicht so.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Jian bedeutet Schwierigkeit. Dass Jian Schwierigkeit meint, ist so wie Qian Festigkeit meint; wollte man es bloß als allgemeine Mühsal deuten, reichte der Sinn nicht aus. Jian birgt den Sinn von Gefahr und Hemmnis.

Auch Zhun (Die Schwierigkeit am Anfang) bedeutet Not, und Kun (Die Bedrückung) bedeutet Not; beide bedeuten Schwierigkeit, doch ihr Sinn ist verschieden: Zhun ist die anfängliche Schwierigkeit, bevor der Durchbruch gelingt; Kun ist das Erschöpftsein der Kräfte; Jian hingegen meint den Sinn von unwegsamer Gefahr und mühseligem Hindernis – so unterscheidet sich jedes.

„Gefahr liegt vorn“: Das Abgründige (Wasser) liegt als Gefahr vorn, unten hält man inne und kann nicht voran; darum ist es Das Hindernis. Anhand der Gaben des Gua wird der Weg dargelegt, wie man im Hindernis verweilt.

Oben herrscht Gefahr und unten Stillehalten: Man sieht die Gefahr und vermag innezuhalten. Trotz der Gefahr vorzustürmen brächte Reue und Makel; darum wird die Fähigkeit innezuhalten als Weisheit gepriesen.

Zur Zeit von Hindernis und Not ist allein das Innehalten heilsam; darum gilt bei allen Linien, ausgenommen der Fünften und Zweiten, das Gehen als Verlust und das Kommen als Gewinn.

„Nicht fördernd ist der Nordosten: Sein Weg ist zu Ende.“ In Zeiten des Hindernisses ist es förderlich, im Ebenen und Leichten zu verweilen. Der Südwesten, das Reich von Kun, steht für Fügung und Leichtigkeit; der Nordosten, das Reich von Gen, steht für Gefahr und Hemmnis.

Die Neun steigt auf den fünften Platz und erlangt eine mittige, rechte Position; dies bedeutet, voranzugehen und ebenes Land zu gewinnen, darum ist es förderlich.

Wenn die Fünfte mitten in der Gefahr von Kan weilt und dennoch als eben und leicht bezeichnet wird, so rührt dies daher, dass das Gua ursprünglich aus Kun stammt: Indem die Fünfte hinzog, vollendete sich Kan.

Daher wird nur der Umstand herangezogen, dass das Hingehen die Mitte erlangt, nicht aber die Bedeutung des Entstehens von Kan.

Gerät man in ein Hindernis und hält dann auch noch an einem gefährlichen Ort an, so wird das Hindernis nur noch schlimmer; darum heißt es: „Nicht fördernd ist der Nordosten: Sein Weg ist zu Ende“, was das äußerste Maß des Hindernisses bezeichnet.

In Zeiten von Hindernis und Not vermag niemand außer einem Weisen oder Heiligen das Hindernis der Welt zu wenden; daher ist es fördernd, den großen Menschen zu sehen.

Steht der große Mensch an seiner rechtmäßigen Position, so vollendet sich das Werk, das Hindernis zu überwinden; er zieht hin und hat Erfolg. Das Hindernis der Welt zu wenden vermag allein der Weg großer Rechtheit.

Der Meister zieht erneut die Anlagen des Gua heran und spricht: Abgesehen von der Anfangslinie stehen bei den Linien des Hindernisses alle auf ihrer richtigen Position; darum bringt Beharrlichkeit Heil.

Obgleich die Sechs am Anfang als Yin auf einem Yang-Platz steht, ist das Verweilen unten dennoch die Rechtheit des Yin. Mit einem solch rechten Weg sein Land zu ordnen, vermag aus dem Hindernis zu befreien.

„Wie groß doch!“ In der Zeit des Hindernisses zu weilen und den Weg zu seiner Überwindung zu beschreiten – dessen Wirken ist überaus groß, darum heißt es: „Wie groß doch!“ Die Nöte der Welt – lassen sie sich etwa leicht befrieden?

Ohne Heilige und Weise vermag man es nicht, wahrhaft groß ist daher dieses Wirken!

Der Zeit zu folgen und darin zu verharren, die Gefahr abzuwägen und danach zu handeln, dem Pfad des Leichten und Ebenen zu folgen und den Grundsätzen höchster Rechtheit zu gehorchen – darin liegt die zeitgemäße Anwendung des Hindernisses.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Auf den steilen Hängen des Berges befindet sich abermals Wasser; das Kan-Wasser ist das Sinnbild des abgründigen Versinkens. Oben und unten Gefahr und Hemmnis – darum heißt es Das Hindernis.

Der Edle betrachtet das Bild des Hindernisses, kehrt zu sich selbst zurück und bildet seine Tugend. Trifft der Edle auf Mühsal und Hemmnis, sucht er die Ursache unausweichlich bei sich selbst und verfeinert seine eigene Tugend umso mehr.

Menzius sprach: „Gelingt das Handeln nicht, so suche man die Schuld bei sich selbst.“ Trifft man daher auf schwere Hindernisse, muss man das eigene Wesen prüfen: Liegt ein eigenes Versäumnis vor, das dies herbeiführte? Das bedeutet, zu sich selbst zurückzukehren.

Weist man noch Mängel auf, so bessert man sie; empfindet das Herz keinen Makel, bemüht man sich noch eifriger – dies heißt, seine Tugend zu bilden. Der Edle bildet seine Tugend und harrt schlicht der rechten Zeit.

Zhouyi ZhuUrteil

Der Südwesten bedeutet das Land; der Nordosten bedeutet das Gebirge. Begegnet man der Not mit Ausgleich, so löst sie sich; begegnet man ihr wie mit Bergen, so gerät der Weg in die Sackgasse. Zieht man hin, so überwindet man die Not.

Alle Linien haben ihre Richtige Position und treten fest für das Rechte ein. In der Not zu weilen und das Rechte zu leben, ist der Weg, den Staat zu ordnen.

Solange der rechte Weg nicht versperrt ist, wird die Not durch Rechtheit überwunden; darum heißt es: „Beharrlichkeit bringt Heil.“ Verlieren Sie in der Not das Rechte – wie ließe sich da Heil erlangen?

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Die Zeit des Hindernisses und der Not ist nichts, dessen sich der Gemeine bedienen könnte.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Auf dem Berg befindet sich Wasser: das Sinnbild des Hindernisses. Um die Not zu bannen, gibt es nichts Besseres, als zu sich selbst zurückzukehren und seine Tugend zu bilden.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Die Richtigstellung besagt: „Jian“ bedeutet Not und Mühsal. Liegt die Gefahr vorn und weicht man scheu zurück, anstatt voranzuschreiten, so nennt man dies „Jian“. Der Südwesten ist der Ort der Ausgeglichenheit, die Richtung des Ebenen und Leichten.

Der Nordosten ist der Ort der Gefahr, die Stätte der Hemmnisse. Wenn auf der Welt viele Nöte herrschen, führt man die Wesen ins Ebene und Leichte, und die Nöte des Hindernisses lösen sich auf.

Begibt man sich jedoch in Gefahr und Unwegsamkeit, verschlimmern sich die Blockaden nur noch mehr.

Im Abwägen von Gehen und Bleiben gebietet es die Vernunft so, darum heißt es: „Das Hindernis: Fördernd ist der Südwesten, nicht fördernd ist der Nordosten.“ Die Richtigstellung besagt: All diese Nöte zu überwinden, vermag nur ein Mensch von großer Tugend, darum heißt es: „Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.“ Die Richtigstellung besagt: Verweilt man in der Not und bewahrt nicht das Rechte, sondern wandelt auf krummen Pfaden, so erlangt man selbst beim Zusammentreffen mit dem großen Menschen kein Heil; darum heißt es: „Beharrlichkeit bringt Heil.“

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Vom Tuan-Kommentar bis zu „Wie groß doch!“.

Die Richtigstellung besagt: „Das Hindernis bedeutet Schwierigkeit, die Gefahr liegt vorn. Sieht man die Gefahr und vermag innezuhalten – wie weise ist das doch!“ – dies erklärt den Namen des Gua.

Das Hindernis bedeutet: Vor der Not nicht unbedacht vorzudringen, sondern einhalten zu können, ohne sich hineinzustürzen. Aus den beiden Trigrammen, die Gefahr und Stillehalten zeigen, wird der Name Jian abgeleitet.

Kan liegt außen, das bedeutet: „Die Gefahr liegt vorn.“ Weil Gefahr vorn droht, entsteht die Schwierigkeit. Zöge man blindlings hinein, erlitte man Schaden.

Gen liegt innen, verweilt im Stillstand und zieht nicht weiter; es handelt im Einklang mit der Zeit, was ohne Weisheit unmöglich ist; darum heißt es: „Sieht man die Gefahr und vermag innezuhalten – wie weise ist das doch!“ Dass „im Hindernis der Südwesten förderlich ist, da das Hingehen die Mitte erlangt“, bedeutet: Sich ins Ebene und Leichte zu wenden, entspricht dem Prinzip der Rettung aus der Not; darum heißt es: „Das Hingehen erlangt die Mitte.“ Dass „der Nordosten nicht förderlich ist, da sein Weg zu Ende geht“, bedeutet: Sich in Gefahr und Hindernisse zu begeben, vermehrt die Not nur noch, und der eigene Weg gerät gänzlich ins Stocken; darum heißt es: „Sein Weg ist zu Ende.“ Dass „es fördernd ist, den großen Menschen zu sehen, da das Hingehen Verdienst bringt“, besagt: Geht man hin, um den großen Menschen zu treffen, wird die Not gewiss beseitigt; darum heißt es: „Das Hingehen bringt Verdienst.“ Dass „die Richtige Position Beharrlichkeit und Heil bringt, um das Land zu ordnen“, rührt daher, dass die zweite, dritte, vierte und fünfte Linie allesamt ihre Richtige Position einnehmen; so erlangen sie das Rechte und finden Heil, weshalb es heißt: „Mit richtiger Position bringt Beharrlichkeit Heil.“ Dass es heißt „um das Land zu ordnen“, erklärt, dass das Bewahren des Rechten inmitten der Not der wahre Weg ist, das Reich zu befrieden; darum heißt es: „Um das Land zu ordnen.“ Dass „die zeitgemäße Anwendung des Hindernisses überaus groß ist“, bedeutet: Inmitten solch drückender Not Verdienste zu begründen und die Welt zu retten, übersteigt die Kräfte des Gemeinen bei weitem; darum heißt es: „Die zeitgemäße Anwendung des Hindernisses ist groß, fürwahr!“

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die Richtigstellung besagt: Der Berg steht für steile Klippen, das Wasser für hemmende Fluten.

Sammelt sich Wasser auf dem Berg, so wächst die Gefahr nur noch mehr; darum heißt es: „Auf dem Berg ist Wasser: Das Hindernis.“ Die Richtigstellung besagt: In der Zeit des Hindernisses darf man nicht voreilig vorrücken.

Es geziemt sich allein, die Ursachen bei sich selbst zu suchen und seine Tugend zu bilden.

Erst wenn der Weg vollendet und die Tugend gefestigt ist, vermag man die Gefahr zu überwinden; darum heißt es: „Der Edle kehrt zu sich selbst zurück und bildet seine Tugend.“ Lu Ji sprach: „Befindet sich Wasser auf dem Berg, verliert es seine fließende Natur, darum heißt es Hindernis.“ Wasser fließt natürlicherweise abwärts; steht es nun oben auf dem Berg und kann nicht hinabfließen, so ist dies das Bild des Hindernisses.

Lu Ji sagte ferner: „Das Wasser sollte eigentlich am Fuß des Berges weilen.

Steht es nun auf dem Gipfel, so muss es letztlich nach unten zurückkehren; darum heißt es: zu sich selbst zurückkehren.“ Lebt man in einer Zeit der Not, darf man nicht unbedacht ausschreiten, sondern soll sich selbst prüfen und die eigene Tugend vervollkommnen, um so die Not zu wenden.

Wenn dem Edlen der Weg offensteht und alles gelingt, rettet er die Welt; gerät er in Bedrängnis, vervollkommnet er sich selbst im Stillen.

Quellen

I Ging · #39 Das Hindernis → Almanach zu diesem Datum →