Yichuan YizhuanLinientext
Sechs an dritter Stelle steht mit weicher, schattenhafter und weder zentrierter noch gerechter Natur am Gipfel der Gefahr und maßt sich Härte an – sie steht auf lichtem Platze und bedient sich der Gewalt. Sie ist die Unfähigste überhaupt im Bestehen der Bedrängnis.
Ein Stein ist hart, schwer und unbezwingbar; Dornen sind stachelig, so dass man sich nicht auf sie stützen kann.
Strebt die Dritte mit gewaltsamer Härte voran, so stehen zwei lichte Linien über ihr, deren Kraft sie nicht brechen kann; jene sind unnachgiebig und unantastbar, so dass sie sich nur noch tiefer ins eigene Elend stürzt: Dies meint das „Bedrängtsein am Stein“.
Mit unlauterer Gesinnung über der festen Mitte von Neun an zweiter Stelle zu stehen, ist so unruhig und schmerzvoll, wie wenn man sich auf stechende Dornen stützt: Dies meint das „Sich-Stützen auf Dornen“.
Da sowohl Vorrücken als auch Rückzug nur noch größere Bedrängnis bringen, vermag sie erst recht keinen Ort der Ruhe zu finden. Der Palast ist die Wohnstätte, an der man Frieden findet; die Gattin ist die Herrin, die Geborgenheit schenkt.
Wenn man erkennt, dass Vorrücken und Weichen unmöglich sind, und sich in sein Heim flüchten will, verliert man selbst diesen Zufluchtsort. Voranschreiten, Weichen und Verweilen – alles ist verwehrt; es bleibt nur der Tod. Wie groß das Unheil ist, liegt auf der Hand!
Im Xici heißt es: „Sich von dem bedrängen zu lassen, was einen nicht bedrängen sollte – da wird der Name geschändet; sich auf das zu stützen, worauf man sich nicht stützen darf – da gerät der Leib in Gefahr.
Wenn Schande und Gefahr sich vereinen, steht der Tod bevor; wie sollte man da noch hoffen, seine Gattin zu sehen?“ Die beiden lichten Linien darf man nicht herausfordern; fordert man sie dennoch heraus und zieht sich Bedrängnis zu, so lässt man sich von dem bedrängen, was einen nicht bedrängen sollte; der Ruf wird geschändet, weil die Tat verwerflich war.
Die Dritte steht zwar über der Zweiten und reitet auf ihr; vermöchte sie sich jedoch in Demut und Sanftmut unterzuordnen, bliebe sie unversehrt. Da sie ihr jedoch mit Härte und Trotz begegnet, stürzt sie in Unruhe und Pein, als stützte sie sich auf Dornen.
Steht der Tod so vor der Tür – wie könnte man da je die Herrin des Hauses wiedersehen?