„Neun an dritter Stelle: Wer seiner Tugend keine Dauer verleiht, dem begegnet Schande.
Beharrlichkeit bringt Beschämung.“ Die Wahre Bedeutung besagt: Neun an dritter Stelle steht über dem unteren Trigramm und unter dem oberen Trigramm; obgleich sie inmitten der drei Yang-Linien steht, befindet sie sich doch an unzentriertem Ort.
Nach oben ist sie nicht vollkommen erhaben, nach unten nicht vollkommen demütig.
Ihr Herz ist wankelmütig, ihr Wandel ohne Beständigkeit; darum heißt es: „Wer seiner Tugend keine Dauer verleiht.“ Ist die Tugend unbeständig, gerät sie in steten Widerspruch mit sich selbst; so tritt Schande an sie heran, und da diese Beschämung vielgestaltig ist, heißt es: „Dem begegnet Schande.“ Verharrt man dauerhaft in solchem Zustand, so wird dies von jedem Gerechten verachtet, darum: „Beharrlichkeit bringt Beschämung.“ Zum Kommentar „Sie steht mitten unter den drei Yang-Linien...
darum: Beharrlichkeit bringt Beschämung“: Sie steht zwar inmitten dreier Yang-Linien, gehört aber nicht zur Mitte eines Trigramms. „Man kann ihr nicht nachfragen“: „Jie“ bedeutet befragen.
Widersprüche häufen sich so sehr, dass es sich nicht mehr lohnt, nach Gründen zu forschen; dies veranschaulicht die Tiefe der Schande, gleichwie es in den Gesprächen des Konfuzius heißt: „Was soll ich an Yu noch tadeln?“