Vom »Tuàn Zhuàn« bis zu »großes Gelingen und Beharrlichkeit«.
Die wahre Bedeutung lautet: »Zhūn: Das Feste und das Weiche treten erstmals in Austausch, und Mühsal entsteht« – dieser Satz erklärt den Namen Zhūn: Die beiden Kräfte des Festen und des Weichen wollen erstmals zueinanderfinden, doch haben sie einander noch nicht durchdrungen, ihre Gesinnung hat noch nicht zueinandergefunden, daher »entsteht Mühsal«.
Haben das Feste und das Weiche sich erst verbunden, so stehen alle Dinge in freiem Fluss, und es gibt keine Mühsal mehr. Allein im ersten Augenblick des Austauschs herrscht Mühsal, darum heißt es: »Das Feste und das Weiche treten erstmals in Austausch, und Mühsal entsteht«.
»Sich bewegen inmitten der Gefahr: großes Gelingen und Beharrlichkeit« – dies erklärt die vier Tugenden. Kǎn ist die Gefahr, Zhèn ist die Bewegung; Zhèn steht unter Kǎn, das bedeutet Bewegung inmitten der Gefahr.
Die erste Bewegung geschieht in der Gefahr, darum regt sich die Mühsal unaufhörlich; weil man jedoch im Begriff steht, der Gefahr zu entrinnen, erlangt man »großes Gelingen und Beharrlichkeit«.
Großes Gelingen meint das erhabene Gelingen (yuán hēng); dass »Förderung« hier nicht eigens genannt wird, rührt daher, dass der Nutzen der Beharrlichkeit innewohnt, weshalb schlicht von »großem Gelingen und Beharrlichkeit« gesprochen wird.
»Die Regung von Donner und Regen bringt Fülle« – Die wahre Bedeutung lautet: Meister Zhou sagt: »Dieser Satz greift die Erklärung des Gelingens nochmals auf.« Zhūn birgt zwei Bedeutungen: die eine ist Mühsal, die andere Fülle.
Oben wurde mit dem ersten Austausch des Festen und Weichen die Mühsal des Zhūn erklärt, hier wird nun anhand der beiden Bilder von Donner und Regen die Fülle dargelegt.
Dies besagt: Wenn die beiden Kräfte von Donner und Regen erstmals zusammenwirken und sich regen, um alle Wesen zu nähren, so entsteht Fülle, und eben dies ist der Sinn des Gelingens.
Dass das Gelingen nochmals ausgelegt wird, geschieht, weil in Zeiten der Mühsal ein Gelingen unstatthaft scheint; aus Sorge, der Sinn des Gelingens bliebe unverstanden, wird er eigens verdeutlicht. Von hier an abwärts wird das natürliche Bild von Zhūn erörtert.
Zum Kommentar »Die Regung von Donner und Regen bringt erst die Fülle«: Die wahre Bedeutung lautet: Meister Zhou und Meister Chu sagen: »Dies erklärt das Gelingen; wenn alle Wesen von Fülle erfüllt sind, herrscht Gelingen.« »All dies wird bewirkt durch das erste Zusammentreffen von Festem und Weichem«: Die Regung von Donner und Regen ist eben jenes erste Zusammentreffen von Yin und Yang.
Auch dass alle Wesen von Fülle erfüllt werden, wird durch Yin und Yang bewirkt, daher heißt es: »All dies wird bewirkt durch das erste Zusammentreffen von Festem und Weichem«.
Betrachtet man die Mühsal des Zhūn, so ist Kǎn Gefahr, worauf sich oben »Sich bewegen inmitten der Gefahr« bezog. Betrachtet man das freie Gelingen, so ist Kǎn Regen und Zhèn Bewegung, worauf sich hier »Die Regung von Donner und Regen« bezieht.
Je nach Sinngehalt wird das entsprechende Bild gewählt, denn der Sinn ist vielgestaltig. Von »Himmlisches Schaffen in Dickicht und Dunkel« bis »kennt keine Ruhe«: Die wahre Bedeutung lautet: Dies erklärt »fördernd ist es, Fürsten einzusetzen«.
»Dickicht« meint das erste Entwerfen und Begründen, »Dunkel« meint Finsternis und Verborgenheit. Dies besagt, dass der Himmel beim ersten Entwerfen aller Dinge gleichsam in einer Zeit der Dämmerung und Finsternis weilt.
In solch einer dämmernden Zeit soll der Herrscher dieses Hexagramm Zhūn zum Vorbild nehmen: Er soll Fürsten einsetzen, um die Geschöpfe aller Himmelsrichtungen zu hegen, und darf sich nicht untätig zurücklehnen.
Diese beiden Sätze legen den Sinn von Zhūn anhand menschlicher Belange aus. Zum Kommentar »Das Wesen von Zhūn kennt keine Ruhe«: Die wahre Bedeutung lautet: Weil diese Wirrnis und Gefahr im Wesen unruhig sind, ist es »fördernd, Fürsten einzusetzen«.
Zu »Der Anbeginn der Schöpfung hebt an in finsterer Dämmerung«: Dies entspricht dem himmlischen Schaffen in Dickicht und Dunkel.
»Dickicht« trägt den Sinn des allerersten Entwerfens; »hebt an in finsterer Dämmerung« bedeutet, dass die Form der Wesen bei ihrer ersten Schöpfung noch nicht hervorgetreten und ihre Gestalt noch nicht sichtbar ist, weshalb sie in dunkler Verborgenheit weilen.