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Hexagramm des Tages Samstag, 21. November 2026: #43 Der Durchbruch (Entschlossenheit) (夬)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 43 beschreibt die Konstellation des Durchbruchs, in der fünf aufstrebende Yang-Kräfte das verbleibende Yin entschlossen überwinden. Der Text mahnt jedoch, diesen Wandel durch offene Transparenz und friedvolle Klarheit zu gestalten, statt auf rohe Gewalt zu setzen.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-11-21: #43 Der Durchbruch (Entschlossenheit).
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-11-21/

BaZi-Karte

In der energetischen Vier-Säulen-Betrachtung spiegelt das Hexagramm eine dominante, nach oben drängende Metall- und Yang-Dynamik wider, die gezielte Mäßigung erfordert.

Die chinesische Astrologietradition betont, dass übermäßige Härte zwar Blockaden sprengt, unbedacht eingesetzt jedoch wichtige Kooperationen zerstören kann. Ein besonnenes, verbindliches Auftreten sorgt dafür, dass Ihre Durchsetzungskraft von anderen mitgetragen wird.

Westliches Geburtshoroskop

Die Konstellation erinnert an das Zusammenspiel von Mars und Uranus, das überholte Strukturen aufbricht und den Weg für Erneuerung freimacht.

Klassische astrologische Überlegungen weisen darauf hin, dass reformerischer Eifer leicht verpufft, wenn formale Regeln und ethische Legitimität vernachlässigt werden. Verankern Sie Ihre Reformpläne in transparenten Prozessen, um breite Akzeptanz für Ihre Vorhaben zu sichern.

I-Ging-Befragung

Mit dem Himmel unter dem See fordert der Urteilstext, anstehende Entscheidungen offen am Hofe kundzutun, zugleich aber wachsam gegenüber verbleibenden Risiken zu bleiben.

Die hermeneutische Tradition rät ausdrücklich davon ab, den Durchbruch mit kriegerischen Mitteln zu erzwingen, und empfiehlt ein harmonisches, aber unmissverständliches Vorgehen.

Klären Sie schwelende Konflikte mit ruhiger Bestimmtheit, um nachhaltige Lösungen ohne unnötige Gegnerschaft zu schaffen.

Karriere

Im Arbeitsleben signalisiert dieser Moment die Notwendigkeit, ineffiziente Altlasten und unklare Zuständigkeiten durch strukturierte Beschlüsse abzulösen.

Traditionelle Managementansätze im Sinne des Textes empfehlen eine offene Kommunikation der neuen Spielregeln anstelle einsamer Direktionsentscheide. Schaffen Sie verbindliche Standards und nehmen Sie Ihr Umfeld mit, um organisatorische Übergänge reibungslos zu meistern.

Reichtum

Auf der Vermögensebene empfiehlt sich die konsequente Bereinigung unrentabler Engagements sowie eine klare Ausrichtung der Kapitalstruktur.

Finanzhistorische Lehren warnen in solchen Phasen vor überheblichen Schritten und mahnen zu einer sorgfältigen Liquiditätsprüfung vor jedem Neuanfang. Ein beherzter Schnitt bei überholten Positionen schützt Ihre finanzielle Basis und eröffnet neue Handlungsspielräume.

Liebe & Beziehungen

In zwischenmenschlichen Beziehungen verlangt die gegenwärtige Situation nach ehrlicher Aussprache über lange aufgeschobene Streitpunkte oder ungesunde Muster.

Die Überlieferung legt nahe, Grenzen klar und ohne verletzende Vorwürfe zu ziehen, um ein tragfähiges Miteinander zu ermöglichen. Sprechen Sie Unausgesprochenes sachlich an, um Raum für einen befreienden Neuanfang zu schaffen.

Gesundheit

Auf der körperlichen Ebene deutet die starke Yang-Fülle auf Trockenheit und Hitzeerscheinungen hin, die vor allem das Atemsystem und die nervliche Belastbarkeit herausfordern können.

Traditionelle Gesundheitslehren raten dazu, durch ausreichende Befeuchtung, Ruhephasen und mäßigende Bewegung für Ausgleich zu sorgen. Achten Sie auf bewusste Erholungsmomente, um geistige Anspannung nicht in körperliche Erschöpfung umschlagen zu lassen.

Persönliches Wachstum

Für die persönliche Reifung markiert diese Phase den Mut, sich von festgefahrenen Dogmen und bequemen Selbsttäuschungen zu verabschieden.

Die klassische Tugendlehre erinnert daran, dass gerade in Momenten moralischer Überlegenheit Bescheidenheit und die Pflicht zur Fürsorge im Vordergrund stehen müssen. Wer alte Gewohnheiten ohne Bitterkeit hinter sich lässt, gewinnt spürbar an innerer Souveränität.

Kompatibilität

In Partnerschaften und Kooperationen treffen zwei willensstarke Seiten mit ausgeprägtem Prinzipienbewusstsein aufeinander, was bei mangelnder Transparenz zu Reibungen führt.

Beziehungsanalysen betonen, dass gegenseitiger Respekt vor allem durch klar definierte Verantwortlichkeiten und offene Absprachen gewahrt bleibt. Schaffen Sie von Beginn an eindeutige Vereinbarungen, damit gemeinsame Ambitionen produktiv zusammenwirken.

Schicksalsphasen

Der übergeordnete Zyklus steht im Zeichen einer kraftvollen Erneuerung, die bedeutende Entwicklungschancen eröffnet, zugleich aber erhöhte Wachsamkeit verlangt.

Das Große Bild mahnt traditionell dazu, Gunst und Erträge großzügig nach unten weiterzugeben, anstatt Erfolge für sich zu horten. Großherzige Teilhabe und ethische Weitsicht bilden das Fundament, auf dem Ihr Erfolg dauerhaft ruht.

Jahreslesung

Das Jahresbild steht ganz im Zeichen überfälliger Weichenstellungen, bei denen das klare Bereinigen von Vorbelastungen Vorrang vor verdecktem Taktieren hat. Prognostische Schriften warnen vor emotionalen Alleingängen, die rasch Gegenreaktionen provozieren können.

Behandeln Sie komplexe Aufgaben mit nüchterner Sachlichkeit, um das Jahr stabil und zielgerichtet zu gestalten.

Namensanalyse

Die lautliche und zeichenhafte Struktur vermittelt eine kühle, zielgerichtete Metall-Energie, die für Scharfsinn, Entschlusskraft und ethische Klarheit steht.

Die onomastische Praxis empfiehlt, eine solche Ausrichtung durch weichere, fließende Elemente zu ergänzen, um Härte und Unbeugsamkeit auszugleichen. Die harmonische Verbindung von Entschlossenheit mit menschlicher Wärme ebnet den besten Weg zur Anerkennung.

Datumswahl

In der traditionellen Kalenderwahl begünstigt dieser Zeitabschnitt das Verkünden grundlegender Beschlüsse, die Beendigung überholter Verträge und transparente Verhandlungen, warnt jedoch vor riskanter Konfrontation.

Fachkundige Zeiteinteilung bevorzugt Tage, an denen ausgleichende Elemente die scharfe Schnittkraft des Zeichens mildern. Treffen Sie bedeutsame Festlegungen bei klarer Sachlage, um Widerstände von vornherein zu minimieren.

Feng Shui

Im Raumgefüge herrscht eine aufstrebende, metallbetonte Energie vor, die bei unzureichendem Licht oder blockierten Laufwegen leicht zu Hektik und Schärfe führt.

Die geomantische Tradition empfiehlt, westliche oder nordwestliche Bereiche mit sanften Wasserakzenten oder lebendigen Pflanzen harmonisierend zu unterstützen. Schaffen Sie geordnete, helle Räume, um eine Atmosphäre ruhiger und zielgerichteter Klarheit zu fördern.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Der Durchbruch (Entschlossenheit): Es wird am Hofe des Königs verkündet; in Wahrhaftigkeit wird gerufen, es droht Gefahr. Man verkünde es von der eigenen Stadt aus. Nicht fördernd ist es, sofort zu den Waffen zu greifen. Fördernd ist es, ein Ziel zu haben, wohin man geht.

Tuan-Kommentar

Der Durchbruch (Entschlossenheit) bedeutet Entscheidung; das Starke entscheidet über das Weiche. Tatkräftig und heiter, entschlossen und harmonisch. „Es wird am Hofe des Königs verkündet“: Das Weiche reitet auf fünf Starken.

„In Wahrhaftigkeit wird gerufen, es droht Gefahr“: Aus dieser Gefahr erwächst strahlende Klarheit. „Man verkünde es von der eigenen Stadt aus, nicht fördernd ist es, sofort zu den Waffen zu greifen“: Denn was man hochhielte, geriete alsbald in Bedrängnis.

„Fördernd ist es, ein Ziel zu haben, wohin man geht“: Wenn das Starke anwächst, gelangt es zur Vollendung.

Großes Bild

Der See steht über dem Himmel: das Bild des Durchbruchs (Entschlossenheit). So spendet der Edle Wohltaten hinab zu den Unteren; doch auf seinen Verdiensten zu verharren, scheut er.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Guài: Aussprache guài. Hào: wie hù und gāo. Im ganzen Hexagramm gleich.

Guài bedeutet Durchbruch; das Yang bricht durch das Yin. Es ist das Hexagramm des dritten Monats. Fünf Yang-Linien vertreiben eine einzelne Yin-Linie; man bricht einfach durch sie hindurch.

Doch wenn man durchbricht, muss man ihre Verfehlungen offen benennen, aus lauterem Herzen vor der Menge rufen und die Kräfte vereinen. Doch lauert noch immer Gefahr, sodass man sich nicht in Sorglosigkeit wiegen darf.

Man muss zuerst das Eigene ordnen und darf sich nicht allein auf Waffenmacht verlassen; dann ist es fördernd, ein Ziel zu haben. Dies alles sind Worte der Mahnung. yuè: Laut yuè.

Erklärt Namen und Sinn des Zeichens und preist seine Tugend. zhǎng: Laut zhǎng.

Dies deutet den Urteilsschnitt: Das Weiche reitet auf fünf harten Linien; vom Hexagrammaufbau her gesprochen bedeutet dies, dass ein einzelner Gemeiner sich über die Schar der Edlen setzt – darin liegt seine Schuld.

Dass das Harte wächst und sich vollendet, meint: Bei einem weiteren Wandel entsteht das reine Qián.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

shàng: Laut shǎng. Shī: wie shǐ und chì.

Der See steigt empor zum Himmel – das ist das Bild eines berstenden Durchbruchs. Gaben und Sold nach unten spenden – das entspricht dem Sinn des Durchbruchs. In Tugend verharren und Schranken setzen – bleibt noch zu ergründen.

Yichuan YizhuanUrteil

Der Durchbruch in der Hexagrammfolge: Vermehrt man ohne Ende, so bricht es gewiss auf; daher folgt Der Durchbruch (Entschlossenheit) (alt: Guài). Guài bedeutet Durchbruch und Entschiedenheit.

Erreicht die Vermehrung ihren Gipfel, muss ein Durchbruch erfolgen, ehe Ruhe einkehrt; denn die Dinge können nicht ewig wachsen – unaufhörliche Mehrung führt unausweichlich zum Durchbruch. Darum folgt Guài auf Yì.

Die Gestalt des Zeichens: oben Das Heitere (See) (alt: Duì), unten Das Schöpferische (Himmel) (alt: Qián).

Nach den beiden Einzelzeichen betrachtet, ist der See die Ansammlung von Gewässern; dass er über dem höchsten Ort, dem Himmel, steht, birgt das Bild des Berstens und Überflutens in sich.

Nach den Linien betrachtet, wachsen unten fünf lichte Yang-Linien heran und stehen kurz vor ihrer Vollendung; oben schwindet eine einzelne Yin-Linie dahin und neigt sich ihrem Ende zu.

Die Schar der Yang-Kräfte dringt empor und bricht durch das eine Yin, um es zu vertreiben; darum heißt es Durchbruch.

Guài birgt den Sinn des harten Durchbrechens: Die Yang-Scharen rücken vor und beseitigen das eine Yin; es ist die Zeit, da der Weg der Edlen wächst und die Gemeinen dem völligen Untergang entgegengehen. Gefahr.

Solange der Gemeine noch in voller Blüte steht und der Weg der Edlen noch nicht siegt, wie könnte man ihn da offen mit rechtem Wege beseitigen? Daher hüllt man sich in Schweigen, harrt der Zeit und plant insgeheim seinen allmählichen Rückzug.

Nun aber, da die Gemeinen daniederliegen und der Weg der Edlen strahlt, gebührt es sich, offen vor dem königlichen Hofe zu handeln, damit jedermann klar zwischen Gut und Böse unterscheide; daher heißt es: »Wird kundgetan am Hofe des Königs.« Wahrhaftigkeit liegt im Inneren, es ist die lautere Gesinnung.

Rufen ist der Befehl an die Menge. Wenn auch der Weg des Edlen blüht, wagt er doch nicht, die Wachsamkeit zu vergessen; darum ruft er in vollster Treue die Scharen auf, damit sie um die lauernde Gefahr wissen.

Wenn man auch mit überwältigender Macht gegen das gänzlich Schwache durchbricht – nähme man die Sache auf die leichte Schulter und bliebe unvorbereitet, so erwüchse unerwartete Reue.

Dass noch Gefahr waltet, mahnt zur Vorsicht; wer Furcht und Wachsamkeit im Herzen trägt, bleibt ohne Schaden. Tief ist die Mahnung des Weisen!

Wenn der Edle den Gemeinen züchtigt, geschieht dies wegen dessen Unlauterkeit; so muss er ihn gewiss durch seinen eigenen lauteren Weg überwinden und wandeln.

Daher schlichtet der Weise Wirren, indem er zuerst sich selbst veredelt – wie Shun, der die Zivilisation und Tugend weithin verbreitete. Die eigene Stadt meint den eigenen Bereich: »Benachrichtigung aus der eigenen Stadt« mahnt, zuerst im Eigenen für Ordnung zu sorgen.

Mit der Fülle der Yang-Macht gegen ein einzelnes Yin durchzubrechen, böte an Kraft mehr als genug; doch darf man die Härte nicht bis zum Übermaß treiben. Trieb man es zu weit, glitte man ab wie Neun am oberen Rande im Zeichen Meng, die zum Räuber wird.

Die Rüstung meint kriegerische Gewalt: »Nicht fördernd ist es, zu den Waffen zu greifen« besagt, dass man sich nicht auf rohe Waffengewalt stützen soll. Greifen meint Folgen: den Waffen folgen, die Gewalt rühmen.

»Fördernd ist es, ein Ziel zu haben«: Obgleich das Yang mächtig ist, hat es den obersten Gipfel noch nicht ganz erklommen; obgleich das Yin winzig ist, ist es noch nicht vollends getilgt – noch sind Reste des Gemeinen vorhanden, und der Weg des Edlen ist noch nicht vollendet.

Darum ziemt es sich, voranzuschreiten. Nicht auf Waffenmacht zu pochen und dennoch auf dem rechten Wege vorzudringen, darin liegt das Gute des Durchbruchs. Das Urteil spricht: Der Durchbruch bedeutet Entscheiden; das Harte entscheidet über das Weiche.

Stark und heiter, entschlossen und harmonisch. Guài hat den Sinn des Durchbruchs: Fünf Yang-Kräfte brechen durch das eine obere Yin. »Stark und heiter, entschlossen und harmonisch« deutet die Eigenschaft des Zeichens anhand der beiden Trigramme.

Unten stark, oben heiter: Das bedeutet, kraftvoll zu sein und dennoch Freude zu schenken; entschlossen zu handeln und dennoch Eintracht zu wahren – dies ist die vollendete Art des Durchbruchs. Das Heitere stiftet Harmonie.

»Am Hofe des Königs: Das Weiche reitet auf fünf harten Linien.« Obgleich das Weiche schwindet, steht es noch über fünf harten Linien und bietet das Bild der Anmaßung. Dass Yin sich über Yang schwingt, widerspricht aufs Schärfste der Ordnung.

Ist die Macht der Edlen nun stark genug, es zu beseitigen, so gebührt es sich, seine Verfehlungen offen vor dem königlichen Thronsaal anzuprangern, auf dass alle Welt Gut und Böse erkenne.

»Ruf in Wahrhaftigkeit, Gefahr droht: Seine Gefahr wird offenbar und leuchtet.« Erteilt man den Befehl an die Menge in lauterer Treue und bleibt sich der Gefahr bewusst, so schreitet der Weg des Edlen ohne Fährnis voran und strahlt in lichter Größe.

»Meldung aus der eigenen Stadt; nicht fördernd ist es, zu den Waffen zu greifen: Was man hochhält, geriete in Not.« Man muss zuerst sich selbst meistern und darf nicht allein auf Waffengewalt setzen.

Griffe man zu den Waffen, so geriete das, worauf man pocht, an sein äußerstes Ende; denn die Zeit des Durchbruchs verlangt Mäßigung der Härte.

»Fördernd ist es, ein Ziel zu haben: Das Harte wächst heran und vollendet sich.« Obgleich die lichte Härte erstarkt, ist ihr Wachsen noch nicht ganz vollendet; noch harrt ein Yin des Durchbruchs.

Wird dieses hinweggetilgt, so erstrahlt der Weg des Edlen rein und unversehrt; darin vollendet sich das Wachsen des Festen.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Der See ist die Sammlung von Gewässern; dass er zum Himmel emporsteigt, an den höchsten Ort, ist das Bild des Durchbruchs.

Schaut der Edle das Bild, wie der See sich oben öffnet und seine Fluten nach unten ergießt, so spendet er Sold und Gaben an die Niederen – er lässt seinen Reichtum hinabströmen zum Volke.

Schaut er das Bild des Berstens und Ausbrechens, so hütet er seine Tugend und setzt Schranken: In Tugend verharren bedeutet, sich in seiner sittlichen Haltung zu bewahren; Schranken meint Abwehr und Verbot, dass man feste Satzungen und Verbote errichtet.

Wo Verbote walten, tritt kein Verfall und keine Zerrüttung ein. Wang Bi liest dies als klare Verbote, was gleichfalls Sinn ergibt.

Es heißt nicht »Der See ist am Himmel«, sondern »Der See steigt zum Himmel empor«: Steigt er empor, so drängt es unruhig und trägt das Bild drohenden Durchbruchs in sich; hieße es »am Himmel«, so klänge dies nach ruhigem Verharren.

Zhouyi ZhuUrteil

Guài und Bō stehen einander gegenüber. In Bō wandelt das Weiche das Harte um, bis das Harte beinahe erschöpft ist. In Guài bricht das Harte durch das Weiche, so wie in Bō das Harte verzehrt wird.

Sinkt das Harte dahin, schwindet der Weg des Edlen; schwindet das Weiche dahin, vergeht der Weg des Gemeinen. Schwindet der Weg des Edlen, so vermag die Tugend gerader Festigkeit nicht aufrechtem Pfade zu walten, und die Strenge der Gesetze lässt sich nicht ungetrübt vollziehen.

»Wird kundgetan am Hofe des Königs« bedeutet, dass sein Weg im vollen Lichte der Öffentlichkeit steht.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

»Stark und heiter«, so ist man »entschlossen und harmonisch«. Die harte Tugend wächst einmütig heran; ein einzelnes Weiches widersetzt sich frevelhaft, und jedermann verlangt nach seiner Bestrafung, ohne dass Bedenken blieben. Daher darf es »am Hofe des Königs kundgetan werden«.

Verkündet man den Befehl in gerader Härte und lauterer Treue, so gerät das weiche Übel in Bedrängnis; darum heißt es: »Seine Gefahr wird offenbar und leuchtet.« Mit Entschiedenheit zu walten und Weisung zu erteilen, ist wohlgetan.

»Meldung aus der eigenen Stadt« meint, die Gebote in der eigenen Stadt walten zu lassen. Mit Härte zu den Waffen zu greifen bedeutet, allein mit Gewalt siegen zu wollen. Wer allein mit Gewalt den Sieg erzwingen will, den verabscheuen alle Geschöpfe.

Je mehr die feste Tugend erstarkt, desto mehr weicht das trügerische Weiche; daher heißt es: »Fördernd ist es, ein Ziel zu haben«, denn so vollendet sich der Weg.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

»Der See steigt zum Himmel empor« ist das Bild des Durchbruchs. Wenn der See zum Himmel emporsteigt, muss er gewiss herniederströmen und befeuchten; dies ist der Sinn von »Gaben nach unten spenden«. Das Zeichen Guài trägt das Bild klarer Gesetze und fester Entscheidungen.

Schranke bedeutet Einhalt. Die Gesetze sind klar und die Strafen streng, sodass man nicht in Nachlässigkeit verfällt; darum »hütet man seine Tugend«, um Verbote deutlich zu machen.

Milde spenden und doch streng sein, strenge Zucht wahren und doch Wohltaten spenden, stark sein und doch heiter, entschlossen und doch versöhnlich – das ist der herrliche Weg.

Zhouyi ZhengyiUrteil

»Der Durchbruch wird kundgetan am Hofe des Königs« bis »Fördernd ist es, ein Ziel zu haben«.

Die Gerechte Auslegung besagt: Guài bedeutet Durchbruch und Entscheidung. Dies ist das Hexagramm des Schwindens des Yin und des Wachsens des Yang.

Das Yang steigt bis zur fünften Linie empor; fünf Yang-Linien brechen gemeinsam durch ein einzelnes Yin – darum trägt es den Namen Guài.

»Wird kundgetan am Hofe des Königs« verdeutlicht das Walten der Rechtsentscheidung: Im Durchbruch bricht das Harte durch das Weiche; auf die Menschen angewandt, bricht der Edle durch den Gemeinen hindurch.

Der königliche Hof ist die Stätte, an der alle Würdenträger versammelt sind; da der Edle den Gemeinen überwindet, darf er das Werk der Entscheidung offen vor dem Throne des Königs verkünden, um zu zeigen, dass alles in lautere Gerechtigkeit ohne Heimlichkeit geschieht; daher heißt es: »Wird kundgetan am Hofe des Königs.« Was »Ruf in Wahrhaftigkeit, Gefahr droht« anbelangt, so meint Ruf den Befehl.

Will man die Entscheidung vollziehen, bedarf es zuvor klarer Weisung.

Da im Durchbruch das Harte durch das Weiche bricht, ergeht der Befehl in lauterer Treue; geschieht dies, so gerät das weiche Trügerische in Gefahr, weshalb es heißt: »Ruf in Wahrhaftigkeit, Gefahr droht.« Mit Entschiedenheit zu richten und die Ordnung in der eigenen Stadt zu handhaben, ist statthaft.

Wollte man aber mit Härte zu den Waffen greifen und allein mit Gewalt den Sieg erzwingen, so zöge man sich den Hass aller zu; zöge man so ins Feld, entstünde gewiss Schaden, weshalb es heißt: »Meldung aus der eigenen Stadt; nicht fördernd ist es, zu den Waffen zu greifen.« Obgleich es nicht förderlich ist, nach den Waffen zu greifen – wüchse die harte Tugend nicht weiter, so wiche das unlautere Weiche nicht.

Darum gebührt es den lichten Linien, voranzuschreiten, damit der Weg des Durchbruchs sich vollende; daher heißt es: »Fördernd ist es, ein Ziel zu haben.«

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

»Das Urteil spricht« bis »entschlossen und harmonisch«.

Die Gerechte Auslegung besagt: Guài bedeutet Entscheidung. »Das Harte entscheidet über das Weiche« deutet den Namen anhand der Linien.

»Stark und heiter, entschlossen und harmonisch« erklärt anhand der beiden Trigramme, dass man entschlossen vorgeht und dennoch Eintracht wahrt: Qián ist stark und Duì ist heiter; Stärke verleiht Entschlossenheit, Heiterkeit stiftet Harmonie, darum heißt es »entschlossen und harmonisch«.

Die Gerechte Auslegung besagt: Weil ein einzelnes Yin über fünf Yang-Linien thront, legt dies die Art und Weise der Entscheidung dar.

Die harte Tugend wächst geschlossen empor; ein einzelnes Weiches maßt sich den Widerstand an, und jedermann fordert seine Züchtigung, ohne dass Zweifel blieben; darum heißt es »Wird kundgetan am Hofe des Königs«.

Dass man dies offen am Hofe des Königs verkünden darf, beruht allein darauf, dass das Weiche auf fünf harten Linien reitet.

Die Gerechte Auslegung besagt: Erteilt man den Befehl in lauterer Treue, so gerät das weiche Falsche in schwere Bedrängnis; die Fährnis liegt klar zutage, darum heißt es: »Seine Gefahr wird offenbar und leuchtet.« Die Gerechte Auslegung besagt: Der Weg unerbittlicher Härte darf nicht fortwährend beschritten werden.

Verließe man sich allein auf Gewalt und griffe so zu den Waffen, so baute man bloß auf rohe Stärke; dann handelte man wohl entschieden, doch ohne Versöhnung, und dieser Weg geriete in die Sackgasse.

Dass man beim Vollzug der Entscheidung mahnt: »Meldung aus der eigenen Stadt; nicht fördernd ist es, zu den Waffen zu greifen«, rührt einzig daher, dass das, worauf man pocht, in die Enge führt.

Die Gerechte Auslegung besagt: Vollendung meint das Gelingen: Wenn das Harte erstarkt und das Weiche vergeht, gelangt der Weg des Durchbruchs zur Vollendung.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

»Das Bild spricht« bis »hütet seine Tugend und setzt Schranken«.

Die Gerechte Auslegung besagt: »Der See steigt zum Himmel empor: Der Durchbruch.« Es liegt im Wesen des Sees, das Niedere zu befeuchten; obgleich er »zum Himmel emporsteigt«, bricht er unvermeidlich hervor, um nach unten hin zu netzen – dies geschieht mit Notwendigkeit, daher ist es das Bild des Durchbruchs.

»Der Edle spendet Gaben nach unten, hütet seine Tugend und setzt Schranken«: Schranke bedeutet Verbot. Der Durchbruch birgt zweierlei Sinn: Das Bild kündet vom See, der nach unten befeuchtet; das Urteil kündet von klaren Gesetzen und fester Entscheidung.

Darum nimmt der Edle sich dieses Bild zum Vorbild. Er übt Strenge und Gnade zugleich: Zwar spendet er Gaben nach unten, doch an seiner eigenen Person hütet er die Tugend und wacht streng über die Verbote; so verbindet er Stärke mit Heiterkeit, Entschlossenheit mit Harmonie.

Darum heißt es: »Der Edle spendet Gaben nach unten, hütet seine Tugend und setzt Schranken.«

Quellen

I Ging · #43 Der Durchbruch (Entschlossenheit) → Almanach zu diesem Datum →