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Hexagramm des Tages Montag, 10. August 2026: #4 Die Torheit der Jugend (蒙)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 4 (Meng, Die Jugendtorheit) zeigt das Bild einer Quelle am Fuße des Berges und symbolisiert den Zustand ungeschliffener Potenziale, die nach geduldiger Unterweisung verlangen. Die klassische Überlieferung betont, dass wahre Erkenntnis eine aufrichtige Haltung des Suchenden sowie die stetige Festigung des Charakters erfordert.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-08-10: #4 Die Torheit der Jugend.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-08-10/

BaZi-Karte

Im BaZi-System spiegelt Hexagramm 4 ein Gefüge wider, in dem rohe vitale Kräfte oder uneinheitliche Elementströme noch einer disziplinierenden Ausrichtung bedürfen, was häufig für prägende Lern- und Ausbildungsphasen typisch ist.

Die traditionelle Deutung hebt die Bedeutung von Ressourcen-Sternen (Zheng Yin) und ordnenden Instanzen (Zheng Guan) hervor, um sprunghafte Impulse zu zähmen und fundierte Fähigkeiten aufzubauen. Eine strukturierte Weiterbildung legt hier das Fundament für zukünftige Stabilität.

Mit systematischer Übung und der Bereitschaft zur Anleitung verwandeln Sie rohes Talent in dauerhafte Meisterschaft.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologisch entspricht dieses Hexagramm Einflüssen wie Merkur-Neptun-Aspekten oder aktivierten Häusern des Lernens, bei denen geistige Neugier vorhanden ist, es jedoch an klarer Systematik fehlt.

Die traditionelle Deutung betrachtet eine solche Phase als notwendigen Reifeprozess, in dem nebulöse Vorstellungen durch methodische Begleitung in handfeste Fertigkeiten überführt werden.

Wer sich verbindlichen Lehrstrukturen anvertraut, überwindet die anfängliche Orientierungslosigkeit. Ein offener, lernbereiter Geist lässt aus anfänglicher Verwirrung fundiertes Können entstehen.

I-Ging-Befragung

Mit dem Trigramm Kan (Wasser/Gefahr) im Inneren und Gen (Berg/Stillstand) im Äußeren beschreibt Meng das bewusste Innehalten vor einer verborgenen Gefahr aus Unerfahrenheit.

Der klassische Urteilstext unterstreicht, dass nicht der Meister den Schüler sucht, sondern der Schüler mit echtem Respekt fragen muss, da ständiges, respektloses Nachbohren die Quelle der Weisheit verschließt.

Das Große Bild rät dazu, durch entschlossenes Handeln die eigene Tugend zu nähren. Erkennen Sie Wissenslücken ehrlich an und begegnen Sie erfahrenen Ratgebern mit Achtung, um einen verlässlichen Weg zu finden.

Karriere

Beim Einstieg in neue Aufgabenfelder oder bei der Aneignung unbekannter Methoden sind anfängliche Unsicherheiten und Fehlversuche ein natürlicher Teil des Prozesses.

Die klassische Auslegung warnt davor, Scheinkompetenz vorzutäuschen, und empfiehlt stattdessen, die elementaren Grundlagen gründlich zu verinnerlichen und erfahrene Kollegen aktiv um Rat zu fragen.

Eine aufrichtige Lernhaltung schützt vor kostspieligen Fehltritten und schafft nachhaltige fachliche Anerkennung. Wenn Sie sich auf das solide Erlernen des Basiswissens konzentrieren, entwickeln Sie schrittweise verlässliche Souveränität im Beruf.

Reichtum

In finanziellen Angelegenheiten befindet man sich hier in einer Phase des methodischen Wissensaufbaus, in der komplexe oder undurchsichtige Anlageformen erhebliche Fallstricke bergen.

Traditionelle Interpretationen deuten frühe Fehleinschätzungen als Lehrgeld und mahnen zu klarer Budgetdisziplin sowie solider Haushaltsführung. Der Austausch mit qualifizierten Fachleuten schützt davor, aus mangelnder Erfahrung unnötige Risiken einzugehen.

Setzen Sie auf den Ausbau Ihrer Finanzkompetenz und behutsame Vorsicht, um Ihre materielle Basis sicher zu gestalten.

Liebe & Beziehungen

In Partnerschaften können gegenwärtig jugendliche Missverständnisse, unausgereifte Erwartungen oder Ungeduld das gegenseitige Verstehen erschweren.

Das Hexagramm zeigt, dass ein Partner ruhige, prinzipientreue Geduld bewahren sollte, während der andere bereit sein muss, aufmerksam zuzuhören und gemeinsam zu lernen. Wachsen beide an diesen Reibungspunkten, festigen sich Respekt und Verständnis auf natürliche Weise.

Geduldige Klarheit und die Bereitschaft zur gemeinsamen Reflexion lassen aus anfänglicher Unsicherheit tiefes Vertrauen erwachsen.

Gesundheit

Das Bild der noch zarten Quelle am Bergfuß deutet auf eine sensible Konstitution hin, bei der Kälte- und Feuchtigkeitseinflüsse ein behutsames Ausbalancieren erfordern.

Traditionelle Gesundheitslehren betonen die Wichtigkeit fester Alltagsrhythmen, einer schonenden Stärkung der Verdauung und ausreichender geistiger Erholungsphasen, um mentaler Erschöpfung vorzubeugen.

Maßvolle Gewohnheiten sind in diesem Zustand wesentlich wirksamer als radikale Maßnahmen oder unausgewogene Kuren. Verlässliche Tagesabläufe und eine sanfte Lebensweise bilden die beste Grundlage für Ihr körperliches Wohlbefinden.

Persönliches Wachstum

Das ehrliche Eingeständnis des eigenen Nichtwissens ist der unverzichtbare erste Schritt zu wahrer innerer und intellektueller Reife. Wie das Urteil hervorhebt, ist die frühe Ausrichtung auf das Rechte ein grundlegendes Werk, das Urteilskraft und Charakter für die Zukunft prägt.

Das Ablegen von Perfektionsansprüchen befreit von dem Druck, bereits alles beherrschen zu müssen. Begreifen Sie bestehende Wissenslücken als willkommene Einladung, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Kompatibilität

Diese Beziehungskonstellation entfaltet ihre Stärke besonders dann, wenn eine Seite stabilisierende Lebenserfahrung einbringt und die andere neugierige Offenheit zeigt.

Klassische Überlieferungen warnen jedoch davor, gemeinsame Grenzen leichtfertig oder wiederholt auszutesten, da dies gegenseitigen Respekt untergräbt.

Eine transparente, ehrliche Kommunikation sorgt dafür, dass sich beide Seiten auf Augenhöhe begegnen und voneinander profitieren können. Klare Vereinbarungen und gegenseitige Wertschätzung schaffen den Raum für ein harmonisches und stabiles Miteinander.

Schicksalsphasen

Wird Meng in einer größeren Lebensphase angetroffen, verweist dies auf eine typische Lehr- und Konsolidierungszeit, in der Ausbildung, Scheine oder interne Neuordnungen im Mittelpunkt stehen.

Äußere Erfolge mögen in dieser Spanne noch unauffällig bleiben, doch der eigentliche Wert liegt im unerschütterlichen Aufbau des eigenen Fundaments. Wer verfrüht nach öffentlicher Bestätigung drängt, erntet meist nur Frustration.

Widmen Sie diese Zeit der stillen Vertiefung Ihrer Fertigkeiten, da nachhaltiger Erfolg auf einer soliden Basis ruht.

Jahreslesung

Das kommende Jahr konfrontiert mit neuen Aufgabengebieten und steilen Lernkurven, die anfangs verwirrend oder überfordernd wirken können.

Die traditionelle Prognostik rät davon ab, Vorhaben beim ersten Widerstand zu wechseln, und empfiehlt vielmehr die konsequente Vertiefung unter einer verlässlichen Anleitung.

Beharrliches Durchhalten lichtet den anfänglichen Nebel und führt in der zweiten Jahreshälfte zu spürbaren Fortschritten. Konzentrieren Sie sich beständig auf eine klare Ausrichtung, um im Jahresverlauf sichtbare Sicherheit zu gewinnen.

Namensanalyse

In der traditionellen Namenslehre begünstigen Namen, die das fließende Element des Wassers mit der festen Ruhe des Berges vereinen, geistige Klarheit und stetiges Wachstum.

Klassische Grundsätze legen Wert auf Schriftzeichen, die Umsicht und aufrichtige Haltung ausdrücken, um Unruhe zu mindern und die Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Eine solche harmonische Namensgebung unterstützt die Fähigkeit, Eindrücke strukturiert zu verarbeiten.

Ein Name, der Klarheit und innere Festigkeit betont, stärkt die persönliche Entwicklung und Lernfreude.

Datumswahl

Zeitpunkte, die der pädagogischen Qualität von Meng entsprechen, eignen sich hervorragend für Schul- oder Kursstarts, den Beginn von Ausbildungen sowie das Aufsetzen neuer Lernvereinbarungen.

Günstige Zeitpunkte zeichnen sich durch harmonische Konstellationen aus, die Klarheit und Ordnung signalisieren, während wechselhafte oder spannungsgeladene Tage gemieden werden sollten.

Der Beginn unter wohlgeordneten Rahmenbedingungen erleichtert das Begreifen und die beständige Zusammenarbeit. Ein mit Bedacht gewählter Termin für Lern- und Ausbildungsprojekte fördert einen reibungslosen und erfolgreichen Start.

Feng Shui

Wenn der Studienbereich oder die Zone des Lernens unruhig, vollgestellt oder unzureichend beleuchtet ist, spiegelt dies das Bild der verstellten Quelle unter dem Berg wider und hemmt die Konzentration.

Die klassische Raumlehre empfiehlt, den Nordosten (Gen) und den Norden (Kan) sauber und aufgeräumt zu halten sowie für klares, blendfreies Licht zu sorgen, um geistige Frische zu fördern.

Ein Schreibtisch mit stabiler Wand im Rücken und freiem Blick nach vorn beruhigt die Gedanken und unterstützt die Fokussierung. Ein heller, geordneter Arbeitsplatz vertreibt geistige Trägheit und steigert die Effizienz beim Lernen.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Die Torheit der Jugend: Gelingen. Nicht ich suche die jugendliche Torheit, die jugendliche Torheit sucht mich. Beim ersten Befragen gebe ich Auskunft; fragt man zwei-, dreimal, ist es Belästigung. Bei Belästigung gibt man keine Auskunft. Fördernd ist Beharrlichkeit.

Tuan-Kommentar

Die Torheit der Jugend: Am Fuße des Berges liegt Gefahr; Gefahr und Innehalten ergeben die Torheit der Jugend. „Die Torheit der Jugend bringt Gelingen“: Mit dem Gelingen voranzuschreiten entspricht der zeitgemäßen Mitte.

„Nicht ich suche die jugendliche Torheit, die jugendliche Torheit sucht mich“: Der Wille findet Entsprechung. „Beim ersten Befragen Auskunft geben“: Weil Festigkeit in der Mitte wohnt.

„Zwei-, dreimaliges Fragen ist Belästigung; bei Belästigung keine Auskunft geben“: Weil es die Unerfahrenheit verwirrt. Die jugendliche Torheit zur rechten Gesinnung zu bilden, ist das Werk des Weisen.

Großes Bild

Am Fuße des Berges entspringt eine Quelle: Die Torheit der Jugend. Der Edle handelt entschlossen und nährt seine Tugend.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Lautlesung von Gao: gu; Lautlesung von Zai: zan; Lautlesung von Du: du. Gen ist der Name des dreistrichigen Gua: Eine Yang-Linie hält über zwei Yin-Linien inne; daher ist seine Tugend das Stillehalten und sein Sinnbild der Berg.

Meng bedeutet Torheit und Unwissenheit: Am Beginn des Entstehens der Dinge herrscht noch Dunkel und Unklarheit. In diesem Gua trifft Kan auf Gen; unter dem Berg lauert Gefahr – das ist die Stätte der Torheit.

Innen Gefahr und außen Stillehalten versinnbildlichen den Zustand der Unerfahrenheit, darum heißt das Gua Die Torheit der Jugend.

Von „Gelingen“ an folgt der Spruch des Orakels: Die Neun an zweiter Stelle ist der Herr des inneren Trigramms; mit harter Kraft verweilt sie in der Mitte, vermag die Torheit der Menschen aufzuklären und steht mit der Sechs an fünfter Stelle in lebendiger Entsprechung von Yin und Yang.

Wer diesem Gua begegnet, dem öffnet sich der Weg des Gelingens. „Ich“ meint die Zweite. „Die Torheit der Jugend“ zielt auf die kindliche Unwissenheit der Fünften.

Ist der Ratsuchende einsichtig, so soll man sich an mich wenden, und das Gelingen ruht beim anderen; ist der Ratsuchende hingegen verblendet, soll ich den anderen suchen, und das Gelingen liegt bei mir.

Wer mich um Rat ersucht, den soll man prüfen und je nach Lauterkeit bescheiden; wer selbst Rat sucht, muss sich mit ganzer Hingabe und reinem Herzen um Auskunft bemühen.

Sowohl für den Erleuchteten, der die Torheit nährt, als auch für den Suchenden, der an sich arbeitet, ist es förderlich, im Rechten zu verharren.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Anhand des Bildes und der Tugend des Gua wird der Name auf zweifache Weise erklärt.

Anhand der Gestalt des Gua wird der Urteilstext ausgelegt: Die Neun an zweiter Stelle vermag auf dem Pfad des Gelingens die Torheit der Menschen zu lösen und erlangt zugleich das zeitgemäße Maß der Mitte.

Dies besagt, dass die im Folgenden genannten Dinge allesamt gelingen, wenn man zur rechten Zeit handelt.

Dass „die Absichten einander entsprechen“, rührt daher, dass die Zweite fest und hell ist, während die Fünfte weich und dunkel bleibt; die Zweite drängt sich der Fünften nicht auf, sondern die Fünfte ersucht die Zweite, und so finden ihre Herzen ganz von selbst zueinander.

„Durch Festigkeit und Mitte“: Weil sie fest und zugleich mittig ist, vermag sie Auskunft zu geben und das rechte Maß zu wahren. Befragt man das Orakel zwei- oder dreimal, so verhält sich der Fragende ungebührlich lästig, und auch der Auskunftgebende verlühre seine Würde.

„Die Torheit durch Pflege des Rechten heranbilden ist das Werk des Heiligen“ – so wird der Sinn von „Fördernd ist Beharrlichkeit“ dargelegt.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

Lautlesung von Xing: meng im abfallenden Ton; ebenso beim Bild zur Sechs an dritter Stelle. Eine Quelle, die frisch hervorbricht, muss stetig und Schritt für Schritt ihren Weg bahnen.

Yichuan YizhuanUrteil

Meng im Xugua-Kommentar: Zhun bedeutet Fülle; Zhun ist das erste Entstehen der Wesen. Wenn Wesen entstehen, sind sie gewiss noch unerfahren und unwissend; darum folgt darauf Die Torheit der Jugend. Meng bedeutet Verhüllung, die Unreife der Wesen.

Zhun meint das erste Hervorkeimen; sind die Wesen jung, schwach und noch umnachtet, ist ihre Einsicht unentfaltet; darum folgt Meng auf Zhun. Als Gua steht Gen oben und Kan unten: Gen ist der Berg und das Stillehalten, Kan ist das Wasser und die Gefahr.

Unter dem Berg liegt Gefahr; trifft man auf Gefahr und hält inne, ohne zu wissen, wohin man sich wenden soll, so ist dies das Sinnbild der Torheit.

Wasser muss unaufhaltsam fließen; bricht es frisch hervor, weiß es noch keinen Weg, darum bildet es die Torheit; bricht es sich Bahn, so birgt es die Verheißung des Gelingens. Die Torheit birgt das Prinzip der Entfaltung in sich, worin der Sinn des Gelingens liegt.

Dass die Gaben des Gua das zeitgemäße Maß der Mitte wahren, eröffnet den Pfad zum Erfolg. Die Sechs an fünfter Stelle ist der Herr der Torheit, und die Neun an zweiter Stelle löst diese Torheit auf. „Ich“ meint die Zweite.

Die Zweite ist nicht die Trägerin der Torheit; da die Fünfte sich ihr willig und sanft fügt, obliegt der Zweiten die Aufklärung der Unerfahrenheit.

Darum spricht das Urteil aus der Sicht der Zweiten: „Nicht ich suche den jungen Toren, der junge Tor sucht mich.“ Die Fünfte nimmt den erhabenen Rang ein, besitzt die Tugend sanfter Fügsamkeit, verharrt jedoch im Zustand kindlicher Unwissenheit.

Sie steht in gerechter Entsprechung zur Zweiten und teilt deren mittige Tugend; so vermag sie sich der Weisheit der Zweiten zu bedienen, um ihr Dunkel zu lichten.

Die Zweite weilt mit fester, mittiger Tugend unten und genießt das Vertrauen des Herrschers; sie muss beharrlich auf dem rechten Weg verharren und warten, bis der Fürst in lauterer Aufrichtigkeit Rat sucht – erst dann antwortet sie, und ihre Lehre findet Eingang.

Nicht ich laufe dem jungen Toren nach, sondern der junge Tor kommt zu mir und bittet um Rat.

„Beim ersten Orakel gebe ich Auskunft“ besagt: Sucht jemand mit ungeteiltem Herzen Klarheit über seine Zweifel, gibt man Bescheid; geschieht es aber zwei- oder dreimal, artet es in zudringliche Missachtung aus, und man schweigt.

Der Weg, die Torheit zu lichten, erfordert lautere Beharrlichkeit; obschon die Zweite fest und mittig ist, weilt sie auf einem Yin-Platz, weshalb eine Mahnung zur Achtsamkeit geboten ist.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Unter dem Berg liegt Gefahr: Im Inneren herrscht Gefahr, in der man nicht verweilen kann; außen gebietet der Berg Einhalt, sodass man nicht vorankommt; man weiß nicht aus noch ein – darin liegt der Sinn von Umnachtung und Torheit.

„Die Torheit der Jugend hat Gelingen: Mit Gelingen zu wandeln trifft das zeitgemäße Maß der Mitte.“ Dass die Torheit Gelingen findet, rührt daher, dass man auf dem Pfad des Gelingens wandelt; und dieser Pfad des Gelingens wahrt die Mitte der Zeit.

Die Zeit meint das Erlangen der fürstlichen Entsprechung; die Mitte meint das Einnehmen des rechten Maßes; trifft man die Mitte, trifft man auch die Zeit.

„Nicht ich suche den jungen Toren, der junge Tor sucht mich: Ihre Absichten entsprechen einander.“ Die Zweite weilt als fester, weiser Mann unten, die Fünfte steht als kindlich Unerfahrener oben.

Es ist keineswegs die Zweite, die sich der Fünften aufdrängt, sondern das Sinnen der Fünften wendet sich der Zweiten zu. Wie dürfte ein Weiser im niederen Rang sich selbst anpreisen und um Gunst buhlen? Drängte er sich selbst auf, würde ihm gewiss kein Vertrauen geschenkt.

Wenn die Alten stets abwarteten, bis der Herrscher ihnen mit höchster Ehrerbietung und voller Etikette begegnete, ehe sie sich auf den Weg machten, so geschah dies keineswegs aus Hochmut; wer die Tugend ehrt und den rechten Weg liebt, weiß wohl: Ohne solche Würde lässt sich nichts Großes vollbringen.

„Beim ersten Orakel gebe ich Auskunft“ meint: Nähert sich jemand mit reinem, suchendem Herzen, um seine Zweifel zu lösen, belehrt man ihn im Geist von Festigkeit und Mitte.

„Zwei- oder dreimal“ meint lästiges Zudringen: Entspringt das wiederholte Fragen bloßer Unruhe und mangelndem Ernst, wird es zur Respektlosigkeit; dann darf man keine Auskunft mehr erteilen.

Belehrt man ihn dennoch, wird er den Worten keinen Glauben schenken, und man stiftet bloß Verdruss und Verwirrung; darum heißt es: „Zudringlichkeit verwirrt die Torheit.“ Wer so fragt und wer so antwortet, stiftet gleichermaßen Unfrieden.

Im Urteilstext heißt es: „Fördernd ist Beharrlichkeit.“ Der Tuan-Kommentar entfaltet diesen Sinn weiter und stellt klar: Es dient nicht bloß als Warnung für die Zweite, sondern offenbart das wahre Wesen der Erziehung.

Solange der Geist noch unentfaltet ist, nennt man dies Torheit; diese reine, noch unberührte Unerfahrenheit im Rechten zu schulen, ist das hehre Werk des Heiligen.

Wartet man erst ab, bis schlechte Gewohnheiten ausbrechen, um sie dann mit Verboten zu bekämpfen, stößt man auf harten Widerstand und richtet wenig aus; das Rechte von Grund auf zu nähren, ist die höchste Kunst der Bildung.

Unter den sechs Linien von Meng sind die beiden Yang-Linien diejenigen, welche die Torheit auflösen; die vier Yin-Linien sind diejenigen, die in Torheit verharren.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Am Fuß des Berges entspringt eine Quelle: Kaum bricht sie hervor, stößt sie auf Klippen und weiß noch nicht, wohin sie fließen soll – das Sinnbild der Torheit; gleich einem jungen, unerfahrenen Menschen, der noch nicht weiß, wohin er sich wenden soll.

Der Edle betrachtet das Bild der Torheit, festigt sein Handeln und nährt seine Tugend.

Er sieht, dass das Wasser beim Entspringen noch keinen freien Durchgang findet, und handelt daher entschlossen in allem Tun; er sieht, dass es anfangs noch keine feste Richtung besitzt, und nährt so die Leuchtkraft seiner lichten Tugend.

Zhouyi ZhuUrteil

Das Schafgarbenorakel dient dazu, Zweifel zu lösen. Wenn der junge Tor zu mir kommt, wünscht er, seine Verwirrung zu klären. Wird der Zweifel nicht mit einer klaren Antwort gelöst, weiß er nicht, wem er folgen soll, und verfällt abermals der Ratlosigkeit.

Darum erteilt man beim ersten Orakel Bescheid; fragt er zwei- oder dreimal, wird es zur Zudringlichkeit. Zudringlichkeit trübt die Torheit nur noch mehr. Wer vermöchte beim ersten Orakel vollkommene Klarheit zu schenken, wenn nicht die Zweite?

Mit ihrer festen Haltung in der Mitte vermag sie alle Zweifel sicher zu durchtrennen. Was der Torheit frommt, ist das Bewahren des Rechten. An Klarheit gleicht niemand dem Heiligen, an Umnachtung niemand dem Toren.

Die Torheit zu nutzen, um das Rechte heranzubilden, ist das Werk des Heiligen. Wollte man das Rechte jedoch durch voreilige Schlaumeierei erzwingen, verfehlte man diesen Weg gänzlich.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Weicht man zurück, gerät man in die Gefahr; schreitet man voran, versperrt der Berg den Weg; man weiß nicht, wohin man sich wenden soll – darin liegt der Sinn der Torheit. Was die Zeit ersehnt, ist einzig das Gelingen.

Bringt man das Gelingen zur Entfaltung, erlangt man das zeitgemäße Maß der Mitte. „Ich“ bezeichnet denjenigen, der nicht der Torheit anheimgefallen ist. Wer kein junger Tor ist, verkörpert das Yang.

Wer unwissend ist, befragt den Wissenden; der Wissende drängt sich nicht auf, um ungefragt zu belehren. Der Verblendete sucht das Licht; der Lichte holt keinen Rat beim Verblendeten.

Darum liegt das Wesen von Meng darin: „Nicht ich suche den jungen Toren, der junge Tor sucht mich.“ Dass der junge Tor zu mir kommt, geschieht, weil seine Absicht der meinen entspricht. Dies zielt auf die Zweite ab.

Die Zweite ist der Herr aller Yin-Linien; fehlte ihr die Festigkeit oder verlöre sie die Mitte – wie könnte sie beim ersten Orakel verlässliche Auskunft geben?

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Am Fuße des Berges entspringt eine Quelle, die noch nicht weiß, wohin sie fließen soll: das Sinnbild der Torheit. „Das Handeln festigen“ entspricht dem Sinn des ersten Orakels. „Die Tugend nähren“ ist das Werk, das Rechte heranzubilden.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Von „Die Torheit der Jugend hat Gelingen“ bis „Bei Zudringlichkeit gebe ich keine Auskunft“.

Die Richtigstellung besagt: Meng bezeichnet einen Zustand von Schwäche, Dunkelheit und Unwissenheit.

Alle Wesen sind zunächst unwissend und ersehnen einzig das Gelingen; darum heißt es: „Die Torheit der Jugend hat Gelingen.“ Dass es heißt: „Nicht ich suche den jungen Toren, der junge Tor sucht mich“, bedeutet: Da die Wesen umnachtet sind, aber nach Durchdringung streben, drängt sich der Wissende nicht dem Unwissenden auf; der Lehrer von hoher Tugend läuft dem Toren nicht nach, sondern der Unwissende sucht die Erleuchtung, und der Helle befragt nicht das Dunkel; darum heißt es: „Der junge Tor sucht mich.“ Dass es heißt: „Beim ersten Orakel gebe ich Auskunft“, meint: Das Wort „erste“ bezeichnet den frischen Beginn; das Orakel dient der Beseitigung von Zweifeln.

Kommt der junge Tor zu mir, gebe ich ihm anhand eines ersten, klaren Grundsatzes Bescheid.

Dass es heißt: „Zwei- oder dreimaliges Fragen ist Zudringlichkeit; bei Zudringlichkeit gebe ich keine Auskunft“, bedeutet: Zaudert der Lehrende oder wechselt er unschlüssig zwei- oder dreimal seine Worte, so ist dies Respektlosigkeit, und er sollte lieber schweigen.

Der junge Tor kommt, um seine Verwirrung zu lösen; verwirrt der Lehrer ihn jedoch mit weitschweifigen, widersprüchlichen Erklärungen, wird der Geist des Schülers nur noch unruhiger; darum ist es besser, nichts zu sagen.

Bis hierher wird der Sinn von „Meng hat Gelingen“ entfaltet: Wer diesen Grundsätzen folgt, findet Erfolg; darum steht das Wort „Gelingen“ ganz obenan.

Dass das Wort „Erhaben“ (Yuan) hier fehlt, liegt daran, dass man in der Zeit der Unerfahrenheit weilt, in der das Höchste noch nicht vollendet ist.

Zum Kommentar: „Beim ersten Orakel gebe ich Auskunft.“

Die Richtigstellung besagt: Kommt der junge Tor zu mir, belehre ich ihn nach dem lauteren Ansinnen seiner ersten Frage mit klarem Sinn.

Zu „Zwei- oder dreimaliges Fragen ist Zudringlichkeit; Zudringlichkeit verwirrt die Torheit“: Weicht man von diesem ursprünglichen Gedanken ab, zaudert und verfällt in spitzfindige Belehrungen, so stiftet dies beim Schüler nur Lärm und Verdruss; darum heißt es: „Zwei- oder dreimal ist Zudringlichkeit.“ Zu „Wer vermöchte beim ersten Orakel Auskunft zu geben, wenn nicht die Zweite?“: Der Tuan-Kommentar sagt: „Beim ersten Orakel gibt er Auskunft durch Festigkeit und Mitte“; da die Zweite fest ist und die Mitte wahrt, weiß man, dass sie gemeint ist.

„Fördernd ist Beharrlichkeit.“

Die Richtigstellung besagt: Zhen bedeutet Rechtheit.

Im Zustand der Torheit ist es heilsam, das Rechte zu bewahren; darum sagt der Tuan-Kommentar: „Die Torheit durch Pflege des Rechten heranbilden ist das Werk des Heiligen.“ Suchte man das Rechte hingegen durch bloßes Hervorkehren von Klugheit zu nähren, verfehlte man den rechten Pfad.

Zum Kommentar: „Wollte man das Rechte jedoch durch voreilige Schlaumeierei erzwingen, verfehlte man diesen Weg gänzlich.“

Die Richtigstellung besagt: Besitzt jemand hehre Weisheit, bewahrt jedoch Stille und Zurückhaltung, so vermag niemand seine Tiefe oder Größe zu ermessen; daher leuchtet die heilige Tugend umso erhabener hervor.

Stellt man seine Gaben jedoch eitel zur Schau und rühmt sich seiner Klugheit, erkennen die Menschen sogleich seine Schwächen.

Darum heißt es im Kommentar zu Ming Yi: „Tritt man vor die Menge und stellt sein Licht nach außen zur Schau, so trachten die Listigen danach, ihm auszuweichen.“ Dieses Gua wird im Xici-Kommentar ganz anhand der menschlichen Verhältnisse gedeutet.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Die Richtigstellung besagt: „Unter dem Berg liegt Gefahr“ bedeutet, dass Kan unter Gen steht. Gen ist das Stillehalten; trifft Kan oben auf diesen Halt, so bedeutet dies Gefahr und Stillstand.

Aus Furcht vor Vor- oder Rückschritt verharrt man in Torheit; so wird der Name des Gua erklärt.

Die Richtigstellung besagt: Dies greift den Sinn von „Die Torheit der Jugend hat Gelingen“ auf: In der Zeit der Torheit ersehnen alle das Gelingen; wandelt man auf dem Pfad des Erfolgs im Einklang mit der Zeit, so erlangt man die Mitte; darum heißt es „das zeitgemäße Maß der Mitte“.

Die Richtigstellung besagt: Aus dem dunklen Sinnen des kindlichen Toren heraus strebt dieser nach Einklang mit dem Hellen; darum heißt es: „Ihre Absichten entsprechen einander.“ Die Richtigstellung besagt: Zu „Zwei- oder dreimaliges Fragen ist Zudringlichkeit; bei Zudringlichkeit gebe ich keine Auskunft.

Zudringlichkeit verwirrt die Torheit“: Dass man bei lästigem Zudringen schweigt, geschieht aus Sorge, den Suchenden noch mehr zu verwirren. Bis hierher erklärt der Tuan-Kommentar den Sinn des Gelingens.

Zu „Die Torheit durch Pflege des Rechten heranbilden ist das Werk des Heiligen“: Vermag man in Stille und Zurückhaltung die kindliche Unschuld zu hüten und darin das Rechte zu nähren, so vollbringt man das höchste Werk der Heiligkeit.

Dieser Satz legt das Wort „Fördernd ist Beharrlichkeit“ aus dem Urteilstext aus.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die Richtigstellung besagt: Am Fuß des Berges entspringt eine Quelle, die noch keine feste Bahn besitzt; dies bedeutet Gefahr und Innehalten, das Sinnbild der Torheit.

Die Richtigstellung besagt: Der Edle soll diesen Weg der Unerfahrenheit entfalten, indem er fest und entschlossen handelt und dem Toren Kunde gibt; darin liegt der Sinn des „ersten Orakels“.

„Die Tugend nähren“ meint, sein Wissen im Stillen zu bewahren und nicht eitel zur Schau zu stellen, um seine innere Kraft zu mehren.

„Das Handeln festigen“ und „die Tugend nähren“ scheinen einander zu widerstreiten: Fragt der Tor um Rat, handelt man entschlossen; im alltäglichen Umgang mit der Menge hingegen pflegt man seine Tugend im Stillen – so greift beides zur rechten Zeit ineinander.

Quellen

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