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Hexagramm des Tages Mittwoch, 14. Januar 2026: #52 Das Stillehalten (Berg) (艮)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 52 zeigt doppelte Berge und versinnbildlicht die Meisterschaft, im rechten Moment innezuhalten und klare Grenzen zu wahren. Die klassische Tradition sieht in dieser inneren Ruhe und Selbstbeschränkung den Schlüssel zu makelloser Stabilität.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-01-14: #52 Das Stillehalten (Berg).
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-01-14/

BaZi-Karte

Die verdoppelte Erd-Symbolik von Gen steht für ausgeprägte Standfestigkeit, innere Sammlung und geduldige Verlässlichkeit.

In der traditionellen BaZi-Lehre birgt ein Übermaß an starrer Erde die Gefahr der Erstarrung, weshalb Stabilität stets mit zeitgerechter Anpassungsfähigkeit einhergehen sollte.

Eine geerdete Haltung schenkt Ihnen die nötige Kraft, um von vorübergehenden Turbulenzen unberührt zu bleiben.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologische Konstellationen unterstreichen eine Phase der Konsolidierung und der klaren Grenzziehung, in der äußere Expansion zugunsten solider Fundamente zurücktritt.

Die klassische Deutung begreift diesen Einfluss als Einladung, persönliche Kernstrukturen zu ordnen und sich nicht in Nebensächlichkeiten zu verlieren. Indem Sie Ihre Kräfte bündeln und fokussieren, schaffen Sie ein tragfähiges Fundament für kommende Vorhaben.

I-Ging-Befragung

Bestehend aus zwei übereinanderstehenden Bergen verkörpert Hexagramm 52 die Kunst des Stillehaltens zur rechten Zeit. Die klassischen Kommentare heben das Bild hervor, dem Rücken Ruhe zu geben, was die Befreiung von ruhelosen Begierden und äußeren Ablenkungen symbolisiert.

Wer bewusst innehält und bei sich bleibt, behält auch im trubeligen Alltag eine klare Orientierung.

Karriere

Im Arbeitsleben liegt der Schwerpunkt auf der soliden Erfüllung der eigenen Kernaufgaben und der Vertiefung fachlicher Kompetenzen.

Das Große Bild mahnt, das eigene Denken nicht über die aktuelle Stellung hinausschweifen zu lassen, anstatt unüberlegte Schritte oder Kompetenzüberschreitungen zu wagen.

Eine gewissenhafte Konzentration auf Ihren Zuständigkeitsbereich verschafft Ihnen weit mehr Respekt als voreiliger Ehrgeiz.

Reichtum

Die Vermögensverwaltung verlangt nach einer konservativen Grundhaltung, die Kapitalerhalt und Ausgabendisziplin in den Mittelpunkt stellt. Die klassische Weisheit des Maßhaltens warnt vor spekulativen Verlockungen oder unnötigen Verbindlichkeiten in Zeiten der Konsolidierung.

Mit einem besonnenen und sparsamen Kurs schützen Sie Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit am zuverlässigsten.

Liebe & Beziehungen

Zwischenmenschliche Beziehungen erfordern gegenwärtig gegenseitigen Freiraum sowie den aufrichtigen Respekt vor persönlichen Grenzen. Die traditionelle Auslegung betont, dass ein Zuviel an Forderungen oder Kontrollbedürfnis die Verbundenheit eher einengt als vertieft.

Wenn Sie einander Raum zur Entfaltung lassen, kann die Partnerschaft in Ruhe und gegenseitiger Achtung reifen.

Gesundheit

Das schwere Erd-Element korrespondiert mit dem Verdauungstrakt, dem Rücken und dem Bewegungsapparat, was einen harmonischen Wechsel von Entlastung und sanfter Bewegung erfordert.

Traditionelle Gesundheitslehren raten dazu, langes Verharren und kreisende Grübeleien zu vermeiden, um energetische Blockaden zu verhindern. Gönnen Sie Körper und Geist bewusste Erholungsphasen, um Ihr Wohlbefinden nachhaltig zu stärken.

Persönliches Wachstum

Auf der Ebene der persönlichen Reifung markiert diese Phase einen tiefen Prozess der Selbstreflexion und der Loslösung von externen Urteilen.

Das traditionelle Bild des ruhenden Rückens ermutigt dazu, sich von oberflächlicher Bestätigung abzuwenden und innere Gelassenheit zu kultivieren. In der Stille finden Sie die Klarheit, die Ihr weiteres persönliches Wachstum dauerhaft trägt.

Kompatibilität

Begegnungen gestalten sich dann besonders harmonisch, wenn beide Seiten ihre Eigenständigkeit bewahren und Grenzen ohne Groll anerkennen. Die klassische Tradition wertet dieses Verhältnis als Verbindung von Gleichgesinnten, die durch wohltuende Distanz an Tiefe gewinnt.

Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe sichert ein beständiges und konfliktarmes Miteinander.

Schicksalsphasen

Der übergeordnete Zeitabschnitt steht unter dem Zeichen der inneren Festigung, der Schonung von Ressourcen und der Reifung im Verborgenen.

Die traditionelle Periodenanalyse rät von forcierten Neuanfängen ab und empfiehlt, bestehende Strukturen sorgfältig abzusichern und auszubauen. Indem Sie Geduld beweisen und Grundlagen schaffen, bereiten Sie künftigen Erfolgen den idealen Nährboden.

Jahreslesung

Das laufende Jahresklima begünstigt ein methodisches Vorgehen und strategische Zurückhaltung gegenüber forschen Vorstößen. Traditionelle Überlieferungen empfehlen eine defensive Haltung, um äußere Schwankungen souverän abzufedern und sich nicht zu verausgaben.

Schritt für Schritt vorzugehen erweist sich in diesem Jahr als die verlässlichste Strategie.

Namensanalyse

Namen, die den Geist von Gen aufgreifen, transportieren Attribute wie Standfestigkeit, Würde und ruhige Selbstbeherrschung.

Die traditionelle Namenslehre schreibt solchen Klang- und Schriftstrukturen die Kraft zu, flatterhafte Impulse auszugleichen und innere Festigkeit zu fördern. Ein Name mit geerdetem Charakter bestärkt den Träger darin, auch in stürmischen Momenten die Ruhe zu bewahren.

Datumswahl

In der zeitlichen Abstimmung eignet sich dieses Zeichen vorzüglich für Grundsteinlegungen, vertragliche Absicherungen, Inventuren und Phasen des Rückzugs. Klassische Zeitwahlkriterien raten hingegen von eiligen Reisen, expansiven Eröffnungen oder risikobehafteten Vorhaben ab.

Planen Sie wichtige Schritte im Einklang mit ruhigen, defensiven Zeitfenstern, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

Feng Shui

Im Feng Shui entspricht Gen dem Nordostsektor und symbolisiert die schützende Rückendeckung, feste Mauern und gesammeltes Qi. Die Raumlehre empfiehlt, diesem Bereich Stabilität und Ordnung zu verleihen sowie störende Eingriffe oder Unruhe zu vermeiden.

Ein fester, ungestörter Rücken im Raum schenkt Ihnen spürbare mentale Gelassenheit und ein Gefühl von Sicherheit.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Das Stillehalten (Berg) (alt: Gèn): Das Stillehalten an seinem Rücken, sodass man den Leib nicht mehr wahrnimmt. Geht man in seinen Hof, erblickt man niemanden darin. Kein Makel.

Tuan-Kommentar

Das Stillehalten (Berg) (alt: Gèn) bedeutet Stillstand. Hält man still, wenn es Zeit zum Stillhalten ist, und handelt man, wenn es Zeit zum Handeln ist, so verfehlen Bewegung und Ruhe nicht ihre rechte Zeit, und der eigene Weg ist licht und klar.

„Das Stillehalten an seinem Halt“ heißt, an der rechten Stätte innezuhalten. Oben und unten stehen einander gegenüber und entsprechen sich nicht. Daher heißt es: „Er nimmt seinen Leib nicht wahr, geht in seinen Hof und erblickt niemanden darin; kein Makel.“

Großes Bild

Vereinte Berge bilden Gen (alt: Berg ☶); der Edle geht mit seinen Gedanken nicht über seine Stellung hinaus.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

Das Stillehalten bedeutet Anhalten. Eine lichte Linie hält oben über zwei schattenhaften Linien inne; das Lichte steigt von unten empor und hält am obersten Gipfel an.

Sein Bild ist der Berg; es nimmt die Erde des Zeichens Kun und wölbt ihren Gipfel auf – auch dies birgt den Sinn des Haltens am Gipfel ohne weiteres Voranschreiten.

Der Orakelspruch besagt: Nur wer das Stillehalten im Rücken zu vollziehen vermag, sodass er seinen Leib nicht mehr spürt, und wer in seinen Hof tritt, ohne seine Leute wahrzunehmen, der bleibt frei von Makel.

Denn der Körper ist ein Ding der Bewegung; allein der Rücken steht für das Stillehalten. Hält man im Rücken inne, so hält man an dem an, wo Halt geboten ist; hält man an, wo Halt geboten ist, so folgt man der Regung des Leibes nicht mehr. Dies heißt: seinen Leib nicht mehr haben.

Handelt man so, dann nimmt man, selbst wenn man über den Hof schreitet, wo Menschen weilen, niemanden wahr.

Denn das Stillehalten im Rücken, sodass man den Leib nicht spürt, bedeutet: im Stillstehen stillehalten; über den Hof zu schreiten, ohne die Menschen zu sehen, bedeutet: im Gehen stillehalten.

Bewegung wie Ruhe finden ihren rechten Ort, und beides wurzelt in der Stille; darum bleibt man frei von Makel.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Dies deutet den Namen des Hexagramms: Der Sinn des Stillehaltens ist das Anhalten. Doch haben Gehen und Halten jedes seine Zeit; hält man zur rechten Zeit an, so ist dies Stillehalten; wandelt man zur rechten Zeit, so ist auch dies Stillehalten.

Das Wesen des Stillehaltens ist gediegen und fest, darum birgt es zugleich den Sinn von Klarheit und Helle; auch bei der Zähmung des Großen wird Das Stillehalten mit strahlendem Glanze umschrieben.

Hier wird der Urteilstext ausgelegt: Das Zeichen »Rücken« wird durch »Halt« vertauscht, um zu zeigen, dass der Rücken eben der Ort des Halts ist. Der Rücken ist der Ort des Stillstehens.

Betrachtet man den Bau des Zeichens, so stehen inneres und äußeres Zeichen einander feindlich-starr gegenüber und verbinden sich nicht. Verbinden sie sich nicht, so sieht man innen das eigene Ich nicht und außen den fremden Menschen nicht – so bleibt man ohne Makel.

Herr Chao sagt: Bei »Das Stillehalten in seinem Halt« sollte man gemäß dem Urteilstext »Rücken« lesen.

Yichuan YizhuanUrteil

Die Hexagrammfolge besagt: Das Erregende bedeutet Bewegung; kein Ding kann sich ewig bewegen, man bringt es zum Stillstand, darum folgt darauf Das Stillehalten (Berg). Das Stillehalten bedeutet Anhalten.

Bewegung und Ruhe bedingen einander: Aus der Bewegung folgt die Ruhe, aus der Ruhe folgt die Bewegung; kein Ding verharrt in beständiger Regung. Darum folgt Das Stillehalten auf Das Erregende.

Das Stillehalten bedeutet Anhalten; dass man es nicht bloß Halten nennt, rührt daher, dass Das Stillehalten das Bild des Berges trägt, das die Bedeutung von Beständigkeit, Schwere, Festigkeit und Lauterkeit in sich birgt – der bloße Begriff des Haltens schöpft seinen Sinn nicht aus.

Im Wechselspiel von Himmel und Erde bringt das dreifache Suchen Das Stillehalten hervor: Eine lichte Linie thront über zwei schattenhaften; das Lichte regt sich und strebt aufwärts, und ist es ganz oben angelangt, so hält es inne.

Das Schattenhafte ist die Ruhe; oben das Halten und unten die Ruhe, darum heißt es Das Stillehalten. Worin unterscheidet es sich nun von der Zähmung (Xu)?

Man antwortet: Zähmendes Halten trägt den Sinn von Beherrschung und Bändigung, man hält mit Gewalt an; das Halten des Berges jedoch birgt den Sinn des friedvollen Verweilens, man hält an seinem gebührenden Orte an. Makel.

Dass die Menschen nicht im Stillstand zu verharren vermögen, rührt daher, dass Begierden sie treiben. Zieht das Begehren von vorn an ihnen, ist ein Halten unmöglich.

Darum besteht der Weg des Berges darin, im Rücken stillzuhalten: Was man sieht, liegt vorn, der Rücken aber liegt abgewandt – er ist das, was man nicht sieht.

Hält man an dem an, was man nicht sieht, so gibt es keine Begierde, die das Herz verwirrt, und das Halten wird still und fest. »Seinen Leib nicht spüren« bedeutet, den eigenen Leib nicht wahrzunehmen – dies heißt, das eigene Ich zu vergessen.

Ist kein Ich da, so kehrt Ruhe ein; vermag man das Ich nicht zu vergessen, gibt es keinen Weg zur Stille.

»Geht in seinen Hof und sieht seine Leute nicht«: Der Hofraum liegt ganz nah; wendet man den Rücken zu, so sieht man selbst Nächstes nicht – dies bedeutet, nicht an den Außendingen zu haften. Berühren die äußeren Dinge nicht, so keimen im Innern keine Begierden.

Hält man so an, erlangt man den Weg des wahren Stillehaltens; im Halten bleibt man frei von Makel.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Das Stillehalten bedeutet Anhalten; der Weg des Haltens liegt ganz in der rechten Zeit. Wenn Gehen und Halten, Bewegen und Ruhen nicht zur rechten Zeit geschehen, ist alles eitel.

Verfehlt man die rechte Zeit nicht, so folgt man der Ordnung und trifft das Schickliche; in den Dingen liegt die Ordnung, im Umgang mit den Dingen liegt das Schickliche.

Stimmen Bewegung und Ruhe mit Ordnung und Schicklichkeit überein, so verfehlt man die Zeit nicht; darin liegt die lichte Klarheit dieses Weges! Was der Edle an der Zeit hochschätzt, zeigt sich an Konfuzius: Ob er ging oder verweilte, zögerte oder eilte, alles hatte sein Maß.

Das Wesen des Stillehaltens ist lauter und fest, und es birgt den Glanz der Helle. »Das Stillehalten in seinem Halt« bedeutet: anhalten, wo Halt geboten ist. Dass man einzuhalten vermag, beruht darauf, dass der Halt seinen rechten Ort findet.

Findet das Halten nicht seinen Ort, so gibt es keinen Grund zum Verweilen. Der Meister sprach: »Beim Halten wisse man, wo man zu halten hat« – dies meint den Ort, der zum Halten gebührt.

Jedes Ding hat sein Gesetz: Der Vater hält an der Güte inne, der Sohn an der Kindespflicht, der Herrscher an der Menschenliebe, der Diener an der Ehrfurcht.

Alle zehntausend Dinge und Geschäfte haben ihren Ort; finden sie ihren Ort, so herrscht Frieden, verfehlen sie ihn, entsteht Verwirrung.

Dass die Weisen die Welt in Gehorsam und Ordnung zu leiten vermochten, lag nicht daran, dass sie den Dingen Gesetze aufzwangen; sie ließen ein jedes Ding lediglich an seinem angestammten Orte stillehalten.

Dies wird aus den Zeichenkräften erklärt: Oberes und unteres Zeichen stehen einander als Gleiches gegenüber; es waltet kein Band der Zuneigung.

Wenn Lichtes und Schattenhaftes einander entsprechen, fließen die Gefühle zusammen und verbinden sich; hier aber stehen sie einander starr gegenüber und verbinden sich nicht.

Verbinden sie sich nicht, so kehren sie einander den Rücken – dies bildet den Sinn von »Stillehalten im Rücken«.

Weil sie einander den Rücken kehren, spürt man seinen Leib nicht und sieht den Menschen nicht; darum vermag man stillzuhalten, und vermag man stillzuhalten, so bleibt man frei von Makel.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Oben wie unten steht der Berg, darum heißt es »Doppelter Berg«. Diesen und jenen vereinen heißt verbinden, es meint die Wiederholung: das Bild des wiederholten Stillehaltens.

Der Edle betrachtet das Bild des doppelten Berges und sinnt darauf, an seinem Orte friedvoll zu verweilen und seine Schranken nicht zu überschreiten. Der Ort ist das angestammte Maß des eigenen Standes.

Alle Dinge haben ihren angestammten Ort; finden sie ihn, so halten sie inne und finden Ruhe.

Wenn man anhält, wo man gehen sollte, oder zögert, wo Eile geboten wäre – sei es im Zuviel oder Zuwenig –, so tritt man aus seinen Schranken heraus; wie viel mehr erst, wenn man seine Grenzen anmaßend überschreitet!

Zhouyi ZhuUrteil

Was man anhält, liegt hinten, darum spürt man seinen Leib nicht. Weil man einander den Rücken kehrt. Wenn Dinge von Angesicht zu Angesicht stehen und sich doch nicht verbinden, so ist dies der Weg des Zeichens Die Stagnation (Pi).

Das Stillehalten ist das Hexagramm, worin man innehält und nicht miteinander verkehrt. Wenn jedes für sich innehält und man sich nicht verbindet, wie könnte man da frei von Makel bleiben? Dies gelingt allein dadurch, dass man einander nicht erblickt.

Vollzieht man das Stillehalten am Rücken, so trennt man sich nicht gewaltsam von den Begierden der Dinge, sondern findet den wahren Ort des Haltens. Der Rücken ist ein Ding ohne Augen; wo kein Sehen ist, tritt von selbst Stille ein.

Tritt Stille ein ohne Sehen, so »spürt man seinen Leib nicht mehr«. Dass sie »einander den Rücken kehren«, besagt: Wiewohl sie nah sind, sehen sie einander nicht; darum »geht er in seinen Hof und sieht seine Leute nicht«.

Setzt man das Halten nicht dort an, wo kein Sehen ist, um die Dinge von selbst zur Ruhe kommen zu lassen, sondern erzwingt man den Halt mit Gewalt, so brechen Tücke und Bosheit gemeinsam hervor; steht man einander nah und findet sich nicht, droht Unheil.

Dass man hier »ohne Makel« bleibt, rührt eben daher: »Er hält seinen Rücken still, sodass er seinen Leib nicht mehr spürt; er geht in seinen Hof und sieht seine Leute nicht.«

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Der rechte Weg lässt sich nicht starr anwenden; man muss ihn dort üben, wo kein Gehen mehr möglich ist. Trifft er die rechte Zeit, so strahlt der Weg in hellem Glanze. Der Text setzt für Rücken das Wort »Halt«, um darzutun, dass der Rücken eben der Ort des Halts ist.

Man darf das Halten nicht im Angesicht üben, am Rücken jedoch gelingt es wohl. Setzt man den Halt dort an, wo Ruhe herrscht, und nicht dort, wo Bewegung waltet, so trifft man den rechten Ort; darum heißt es: »Das Stillehalten in seinem Halt bedeutet: anhalten an seinem Ort.«

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Ein jeder hält an seinem Platze inne und greift nicht in das fremde Amt ein.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Von »Er hält seinen Rücken still, sodass er seinen Leib nicht spürt« bis »ohne Makel«.

Die Wahre Bedeutung sagt: »Das Stillehalten im Rücken, sodass er seinen Leib nicht spürt; er geht in seinen Hof und sieht seine Leute nicht: kein Makel«: »Gen bedeutet Stillehalten«, es birgt den Sinn des Ruhens.

Dies ist das Hexagramm, das den Berg abbildet, darum führt es den Namen Das Stillehalten. Auf den Menschen gewandt, heißt dies, die Leidenschaften der Dinge anzuhalten und den Regungen des Begehrens zu wehren; darum nennt man es Halten.

»Das Stillehalten im Rücken« erhellt den Ort, an dem das Halten anzusetzen ist. Trifft das Halten den rechten Ort, so vollendet sich der Weg mit Leichtigkeit; verfehlt das Halten seinen Ort, ist das Werk schwer zu vollbringen.

Darum sprach Laozi: »Sieh nicht, was Begehren weckt, so bleibt das Herz unberührt.« »Der Rücken ist ein Ding ohne Blick.« »Wo kein Blick ist, stellt sich von selbst Stille ein.« Will man wehren und Einhalt gebieten, muss man es tun, ehe die ersten Anzeichen keimen.

Hält man erst ein, wenn der Trieb schon erwacht ist, so verletzt dies die Gefühle der Dinge; setzt man das Halten daher dort an, wo kein Auge wacht, so hemmt man das Begehren nicht erst gewaltsam ab, sondern trifft den angestammten Ort der Ruhe.

Wollte man »das Halten von Angesicht zu Angesicht üben«, so stünde man »Auge in Auge und fände doch keine Gemeinschaft«; will man da Gefühle mit Gewalt ersticken, »so brechen Tücke und Bosheit hervor« und bringen Unheil und Makel.

Hält man ohne Blicken inne, so liegt das Gehaltene hinten und blickt dem Ding nicht entgegen. Kommt ein Ding von vorn auf einen zu, so hegt man eigennützige Begierde; verweilt man jedoch hinten, so waltet das Halten ohne Schauen.

Wo kein Sehen ist, wie sollte man da den Leib erblicken? Darum »spürt man seinen Leib nicht mehr«. Spürt man den eigenen Leib nicht, so kehrt man der Welt den Rücken.

Kehrt man den Rücken zu, so sieht man sich selbst in größter Nähe nicht; darum »geht er in seinen Hof und sieht seine Leute nicht«.

So allein bleibt man frei von Makel; darum heißt es: »Er hält seinen Rücken still, sodass er seinen Leib nicht spürt; er geht in seinen Hof und sieht seine Leute nicht: kein Makel.« Vermag man überdies an den ungeborenen Keimen einzuhalten, so heilt man das Übel, ehe es sprießt; stünde man sich aber von Angesicht zu Angesicht starr gegenüber, so wäre dies der Weg des Zeichens Die Stagnation (Pi).

Allein durch das Stillehalten im Rücken erlangt man das Freisein von Makel.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Von »Das Urteil sagt: Das Stillehalten bedeutet Anhalten« bis »sein Weg ist licht und klar«.

Die Wahre Bedeutung sagt: »Das Stillehalten bedeutet Anhalten« deutet den Namen.

Zu »Zur Zeit des Haltens halten, zur Zeit des Gehens gehen; Bewegung und Ruhe verfehlen ihre Zeit nicht, so strahlt der Weg in hellem Glanze«: Dies schickt sich an darzulegen, wie das geübte Halten zu Glanz gelangt.

Das Halten hat seine Zeit; das Weben und Ruhen aller Wesen folgt seinem je eigenen Lauf. Die Art des Haltens darf keine starre Gewohnheit sein; man muss Gehen und Halten stets der Zeit anpassen, dann erst erstrahlt der Weg in voller Helle.

Die Wahre Bedeutung sagt: Dies deutet den Ort, an dem der Halt geübt wird. Bei »Das Stillehalten in seinem Halt« wird die Zeile des Urteils »Stillehalten im Rücken« wiederholt.

Zu »Er setzt Halt anstelle von Rücken, um den Rücken zu erhellen«: Ein Ding ohne Blick ist eben der Ort, an dem Halt geübt werden kann. Da man zur Zeit des Haltens halten und zur Zeit des Gehens wandeln soll, bedarf das Halten des rechten Ortes.

»Gen« bedeutet Halten; wenn man nun von »Stillehalten in seinem Halt« spricht, heißt dies: anhalten an dem, wo zu halten ist.

Darum heißt es: »Das Stillehalten in seinem Halt bedeutet: anhalten an seinem Ort.« Die Wahre Bedeutung sagt: Zu »Oben und unten stehen einander als Gleiches gegenüber und verbinden sich nicht«: Dies deutet den Namen des Zeichens Gen daraus, dass alle sechs Linien einander nicht entsprechen, und legt zugleich den Sinn von »er spürt seinen Leib nicht« dar.

Bei einer rechten Entsprechung steht ein Schattenhaftes einem Lichten gegenüber, die zwei Körper sind ungleich.

Hier nun entsprechen die Stellungen von oben und unten einander zwar dem Range nach, doch stehen die Linien einander starr als Gleiche gegenüber und treten nicht in Austausch; darum heißt es: »Oben und unten stehen einander als Gleiches gegenüber und verbinden sich nicht.« Zwar entsprechen einander in allen acht reinen Hexagrammen die sechs Linien nicht; warum aber wird dies allein hier erwähnt?

Weil dieses Hexagramm innehält und keine Verbindung sucht, starr beharrt und nicht antwortet – was dem Wesen des Stillehaltens vollkommen gleicht; darum zieht man dies heran, um es zu verdeutlichen.

Dass es schließt mit »Er spürt seinen Leib nicht; er geht in seinen Hof und sieht seine Leute nicht: kein Makel«, führt die Worte des Textes an, um zu beschließen: Wenn man im Einklang innehält, bleibt man frei von Makel.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die Wahre Bedeutung sagt: Zu »Verbundene Berge: Das Stillehalten«: Zwei Berge türmen sich auf, dies nennt man »verbundene Berge«.

Ein einzelner Berg vermag bereits festzuhalten und zu bändigen; türmen sich nun zwei Berge übereinander, so wird der Sinn des Stillestehens umso gewaltiger, darum heißt es: »Verbundene Berge: Das Stillehalten.« Zu »Der Edle lässt sein Sinnen nicht über seinen Stand hinausgehen«: Der Sinn des Haltens besteht darin, dass ein jeder an seinem angestammten Orte verweilt.

Darum lässt der Edle in einer solchen Zeit seine Gedanken und Überlegungen nicht über seinen eigenen Stand hinausgreifen.

Quellen

I Ging · #52 Das Stillehalten (Berg) → Almanach zu diesem Datum →