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Hexagramm des Tages Freitag, 2. Januar 2026: #40 Die Befreiung (解)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 40, die Befreiung, beschreibt das Weichen von Spannungen und Bedrängnis, versinnbildlicht durch erlösenden Donner und reinigenden Regen über der Erde. Die Botschaft rät dazu, bestehende Konflikte mit Milde beizulegen, bei anstehenden Aufgaben entschlossen zu handeln und nach überstandener Not rasch zur Ruhe zurückzukehren.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-01-02: #40 Die Befreiung.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-01-02/

BaZi-Karte

In der BaZi-Betrachtung spiegelt dieses Hexagramm eine Konstellation wider, in der langwierige Blockaden oder Spannungsverhältnisse durch harmonische Verbindungskräfte gelöst werden, sodass der Fluss der Elemente wieder ungehindert zirkuliert.

Die klassische Lehre deutet dies als das Aufbrechen einschränkender Muster, wodurch die ureigenen Potenziale wieder frei zur Entfaltung gelangen können. Nutzen Sie das Nachlassen des Drucks, um Ihre innere Ordnung schrittweise und ohne Hast wieder aufzubauen.

Westliches Geburtshoroskop

Das astrologische Muster deutet auf den Übergang von hemmenden saturnischen Spannungen hin zu einer expansiven, belebenden Jupiter-Qualität hin.

Schwere emotionale Altlasten und übernommene Bürden beginnen sich aufzulösen, was Raum für neues Vertrauen und seelische Widerstandskraft schafft. Wenn Sie veraltete Kränkungen loslassen, öffnet sich Ihr Blickfeld für erfreuliche neue Möglichkeiten.

I-Ging-Befragung

Mit dem Trigramm Donner über dem Wasser symbolisiert das Hexagramm die entschlossene Bewegung heraus aus der Gefahr in freies Gelände. Das Große Bild betont die Haltung des Edlen, Verfehlungen zu verzeihen und Strafen zu mildern, um verhärtete Fronten nachhaltig aufzuweichen.

Ein mutiger Schritt klärt die unmittelbare Bedrängnis, woraufhin die Rückkehr zu geordneter Besonnenheit dauerhafte Stabilität schenkt.

Karriere

Am Arbeitsplatz lösen sich festgefahrene Prozesse und zwischenmenschliche Blockaden spürbar auf, wodurch lange aufgeschobene Vorhaben wieder in Gang kommen.

Das Tuan Zhuan empfiehlt, bei klaren Zielen unverzüglich zu handeln, nach Beseitigung der Hürden jedoch zur Konsolidierung überzugehen. Wer Altlasten zügig abarbeitet und Differenzen mit Kollegen bereinigt, gewinnt verlässlichen Rückhalt im gesamten Umfeld.

Reichtum

Angespannte Liquiditätsengpässe oder unklare finanzielle Verpflichtungen finden gangbare Wege zur Klärung, da die allgemeine Beweglichkeit der Mittel wieder zunimmt.

Die traditionelle Ausrichtung auf den Südwesten rät zu solider, gemeinschaftsorientierter Vorsicht anstelle von riskanten Spekulationen. Ein geordneter Schuldenabbau und klare Vereinbarungen schaffen jetzt ein verlässliches Fundament für künftige Stabilität.

Liebe & Beziehungen

Chronische Missverständnisse oder emotionale Distanzierung erhalten die Gelegenheit, durch gelebte Milde und gegenseitiges Verständnis aufzutauen. Nach dem Leitmotiv der Befreiung verhilft das bewusste Loslassen vergangener Vorwürfe der partnerschaftlichen Nähe zu neuem Leben.

Wer dem anderen verzeiht und alte Rechnungen schließt, schenkt der Beziehung einen heilsamen Neuanfang.

Gesundheit

Körperliche Anspannungen und energetische Stauungen beginnen sich zu lockern, vergleichbar mit der erfrischenden Klärung der Luft nach einem Sommergewitter.

Die klassische Gesundheitslehre empfiehlt die sanfte Unterstützung des Leber-Qi und des inneren Rhythmus, warnt jedoch vor überstürzter Überlastung in der ersten Erholungsphase. Mit ausreichend Schlaf und gezielter Entspannung kehren Ihre Kräfte Schritt für Schritt zurück.

Persönliches Wachstum

Diese Phase bildet ein ideales Fenster, um einschränkende Glaubenssätze, unbegründete Schuldgefühle und überholte Verhaltensmuster endgültig abzulegen.

Indem die Selbstkritik einem realistischen und versöhnlichen Selbstbild weicht, gewinnen Urteilskraft und persönliche Handlungssouveränität spürbar an Tiefe. Das Abwerfen innerer Fesseln erlaubt es Ihnen, unbelastet in den nächsten Lebensabschnitt zu treten.

Kompatibilität

Das Miteinander wandelt sich von misstrauischer Abgrenzung zu einer Phase wohlwollender Verständigung, in der gegensätzliche Wesenszüge einander harmonisch ergänzen können.

Bisherige Konfliktpunkte lassen sich nun durch aufrichtige und unvoreingenommene Gespräche ohne Gesichtsverlust ausräumen. Wenn beide Seiten Raum für Kompromisse schaffen, wächst aus überwundenen Reibungen tragfähiges Vertrauen.

Schicksalsphasen

Im übergeordneten Lebenszyklus signalisiert dieses Zeichen das Verlassen einer langwierigen Bewährungsphase und den Eintritt in eine Epoche der Regeneration.

Im Mittelpunkt stehen nun der Wiederaufbau des Vertrauens, die Festigung bestehender Bündnisse und eine behutsame Ressourcenschonung. Ein stetiges, nachsichtiges Vorgehen wandelt die neu gewonnene Freiheit in dauerhafte Erfolge um.

Jahreslesung

Das Jahresklima begünstigt das rasche Aufräumen mit alten Streitigkeiten und ungelösten Verpflichtungen gleich zu Beginn des Zyklus. Werden anfängliche Hemmnisse zügig beseitigt, entfaltet sich in den folgenden Monaten eine frische, belebende Dynamik ohne lähmende Rückstände.

Ein beherzter Schlussstrich unter vergangene Belastungen ermöglicht es Ihnen, das restliche Jahr mit Leichtigkeit zu gestalten.

Namensanalyse

Bei der Namensabstimmung stehen unter diesem Einfluss Attribute der Entlastung, der Weite und des geschmeidigen Flusses im Vordergrund, um Starrheit im Elementengefüge aufzulösen.

Zeichen, die an klärenden Regen, Versöhnung und frühlingshaftes Aufatmen erinnern, fördern ein zugängliches und diplomatisches Wesen. Eine klangliche Offenheit stärkt die Fähigkeit, Konflikte sanft zu harmonisieren und gelassen aufzutreten.

Datumswahl

Termine unter der Signatur dieses Hexagramms eignen sich in der traditionellen Wahl besonders für Schlichtungsverfahren, Vertragsbereinigungen, Entschlackungskuren oder den Abschluss von Rechtsstreitigkeiten.

Die herrschende Energie unterstützt das Vereinfachen verwickelter Sachverhalte und belohnt gütliche Einigungen. Wer solche Tage für Klärung und Versöhnung nutzt, erzielt tragfähige und friedenstiftende Ergebnisse.

Feng Shui

Die Raumgestaltung sollte den ungehinderten Energiefluss betonen und insbesondere dem südwestlichen Bereich des Umfelds eine offene, ruhige und empfangende Struktur verleihen.

Das Beseitigen von Gerümpel in Eingängen und Fluren spiegelt die reinigende Wirkung des befreienden Gewitters wider. Gute Belüftung und helles, freundliches Licht vertreiben verbrauchte Stauungen und beleben die Wohnatmosphäre nachhaltig.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Die Befreiung: Fördernd ist der Südwesten. Hat man kein Ziel, wohin man gehen müsste, so ist die Rückkehr heilvoll. Hat man ein Ziel, so ist frühes Handeln heilvoll.

Tuan-Kommentar

Die Befreiung: In Gefahr sich bewegen und durch Bewegung der Gefahr entrinnen, das ist die Befreiung. ‚Die Befreiung: Fördernd ist der Südwesten‘ bedeutet, dass man im Aufbruch die Menge gewinnt.

‚Hat man kein Ziel, so ist die Rückkehr heilvoll‘ bedeutet, dass man die Mitte erlangt. ‚Hat man ein Ziel, so ist frühes Handeln heilvoll‘ bedeutet, dass das Gehen Erfolg hat. Wenn Himmel und Erde sich befreien, erheben sich Donner und Regen.

Erheben sich Donner und Regen, so springen die Samenhüllen aller Früchte, Gräser und Bäume auf. Wie bedeutsam ist doch die Zeit der Befreiung!

Großes Bild

Donner und Regen erheben sich: Die Befreiung. Der Edle vergibt Verfehlungen und mildert Strafen.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

„Befreiung“ wird wie xiè [蠏] ausgesprochen; im Tuan-Kommentar und im Großen Bild gleichermaßen.

„Befreiung“ bedeutet Zerstreuung von Bedrängnissen. Befindet man sich in der Gefahr und vermag zu handeln, gelangt man aus der Gefahr heraus; dies ist das Bild der Befreiung.

Sind die Bedrängnisse erst einmal gelöst, ist es förderlich, einfach, ruhig und friedvoll zu verfahren; man will nicht lange in mühseliger Unruhe verharren.

Zudem geht dieses Hexagramm aus „Das Empordringen“ hervor: Die Drei rückt vor und nimmt die vierte Stelle ein, womit sie in den Körper von „Das Empfangende (Erde)“ eintritt; die Zwei verbleibt an ihrem Platz und erlangt zugleich die Mittlere Position.

Daher ist die ebene, friedliche Gegend des Südwestens förderlich. Gibt es keinen Ort mehr, wohin man ziehen müsste, geziemt es sich, an seinen angestammten Platz zurückzukehren und Ruhe zu bewahren.

Gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, ist es ratsam, früh aufzubrechen und früh wiederzukehren; man darf die Unruhe nicht in die Länge ziehen.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Anhand der Hexagramm-Tugend wird die Bedeutung des Namens des Hexagramms erläutert.

Anhand des Hexagramm-Wandels wird das Urteil erklärt: „Das Empfangende (Erde)“ steht für die Menge; dass die Menge gewonnen wird, bezieht sich darauf, dass die Neun an vierter Stelle in den Körper von „Das Empfangende (Erde)“ eintritt.

Dass die Mittlere Position erlangt wird und Verdienste errungen werden, bezieht sich beides auf die Neun an zweiter Stelle. Dies spricht das Höchste aus und preist die Größe des Hexagramms.

Yichuan YizhuanUrteil

Hexagramm-Folge: „Das Hindernis“ bedeutet Bedrängnis. Die Dinge können nicht auf ewig in Bedrängnis verharren; daher folgt darauf „Die Befreiung“. Dass Dinge niemals ewig bedrängt bleiben, ist ein Naturgesetz; wenn Bedrängnis ihren Gipfel erreicht, muss sie sich zerstreuen.

Befreiung bedeutet Zerstreuung; darum folgt es auf „Das Hindernis“. Als Hexagramm steht Zhèn oben und Kǎn unten. Zhèn ist Bewegung, Kǎn ist Gefahr. Handeln außerhalb der Gefahr führt aus der Gefahr heraus; daher ist es das Bild der Zerstreuung von Unheil und Not.

Ferner ist Zhèn der Donner und Kǎn der Regen. Dass Donner und Regen einsetzen, liegt daran, dass Yin und Yang aufeinander einwirken, sich harmonisch entfalten und sanft zerstreuen; darum heißt es „Die Befreiung“.

Befreiung ist die Zeit, in der sich das Unheil und die Bedrängnisse der Welt auflösen. Der Südwesten ist die Himmelsrichtung von „Das Empfangende (Erde)“. Das Wesen von „Das Empfangende (Erde)“ ist weit, groß, eben und friedlich.

Wenn die Nöte der Welt sich gerade lösen und das Volk erst beginnt, Mühsal und Bitterkeit hinter sich zu lassen, darf man es nicht erneut mit kleinlicher Strenge und harter Eile regieren; man muss es mit Weitherzigkeit und Schlichtheit erleichtern, denn das ist angemessen.

Geschieht dies, wenden sich die Herzen der Menschen vertrauensvoll zu und finden Ruhe; daher ist der Südwesten förderlich.

König Tang tilgte die Tyrannei Chies und regierte mit Milde; König Wu strafte die Grausamkeit Zhous und kehrte die Shang-Politik um – beide folgten dem Weg der Nachsicht und Einfachheit.

„Gibt es keinen Ort mehr, wohin man ziehen müsste, bringt die Wiederkehr Heil; gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, bringt Eile Heil.“ „Kein Ort, wohin man ziehen müsste“ bedeutet: Die Nöte der Welt sind bereits zerstreut, und es gibt nichts Weiteres mehr ins Werk zu setzen.

„Gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss“ meint: Es stehen noch Dinge an, die gelöst werden müssen. Wenn in Staat und Reich die Grundordnungen und Gesetze verfallen, bricht Unheil hervor.

Haben die Heiligen die Bedrängnis gelöst und herrscht wieder friedliche Ruhe, so gibt es kein Fortziehen mehr; dann gilt es, die Bahn der Ordnung wiederherzustellen, die Grundregeln aufzurichten, Gesetze zu verdeutlichen und an die Regentschaft der weisen Könige früherer Dynastien anzuknüpfen: Das ist die „Wiederkehr“, das Zurückführen auf die rechte Ordnung – das Heil der ganzen Welt.

Das einleitende Wort meint: Wenn weise Könige seit alters her Not wenden und Aufruhr schlichten, haben sie anfangs keine Muße, dies sogleich zu vollenden. Ist die Ruhe erst gesichert, schaffen sie eine Ordnung von Dauer und Fortbestand.

Seit der Han-Dynastie jedoch beließ man es nach getilgter Unruhe beim bloßen Verwalten und hielt den Zustand nur mühsam aufrecht; darum gelang keine vollendete Ordnung mehr, denn man verstand den Sinn der Wiederkehr nicht.

„Gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, bringt Eile Heil“ bedeutet: Wenn noch Aufgaben anstehen, die gelöst werden müssen, so bringt frühes Handeln Heil.

Was gelöst werden muss, aber noch nicht ganz bereinigt ist, wird bei versäumter Beseitigung wieder erstarken; Angelegenheiten, die wieder aufkeimen, wachsen heran, wenn man ihnen nicht beizeiten begegnet. Daher bringt frühes Handeln Heil.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Kǎn ist Gefahr, Zhèn ist Bewegung; Gefahr paart sich mit Bewegung. Ohne Gefahr gäbe es keine Not; ohne Bewegung könnte man der Not nicht entrinnen. Indem man handelt und aus der Gefahr heraustritt, entgeht man Gefahr und Bedrängnis; daher heißt es „Befreiung“.

„Bei der Befreiung ist der Südwesten förderlich: Im Hinziehen gewinnt man die Menge.“ Der Weg zur Befreiung aus der Not liegt im Weiten, Großen, Ebenen und Einfachen.

Zieht man mit Großmut und Milde hin, um Rettung und Lösung zu bringen, kehren die Herzen der Menge voll Hingabe heim.

„Dass die Wiederkehr Heil bringt, bedeutet, dass man die Mittlere Position erlangt.“ Dass „kein Ort, wohin man ziehen müsste“ hier nicht wiederholt wird, dient lediglich der Kürzung des Textes.

Aufruhr zu tilgen und Not abzuwenden, ist das Werk eines Augenblicks und vermag allein noch keine dauerhafte Ordnung zu begründen.

Man muss warten, bis die Not gelöst ist und man nirgends mehr hinzuziehen braucht; kehrt man sodann zur Ordnung der früheren Könige zurück, trifft man den Weg der Mitte, das heißt das wahrhaft Angemessene.

„Gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, bringt Eile Heil: Im Hingehen liegt Verdienst.“ Steht etwas zu verrichten an, bringt Eile Heil. Wer frühzeitig handelt, wird im Hingehen Verdienst erringen; zögert man, wächst das Übel heran und der Schaden vertieft sich.

„Himmel und Erde befreien sich, und Donner und Regen heben an. Donner und Regen heben an, und alle Früchte, Gräser und Bäume sprengen ihre Hüllen.

Groß fürwahr ist die Zeit der Befreiung!“ Nachdem der Weg des Verhaltens in der Befreiung dargelegt wurde, spricht der Text erneut von der Befreiung durch Himmel und Erde, um die Erhabenheit dieser Zeit zu verdeutlichen.

Wenn die Kräfte von Himmel und Erde sich öffnen, zerstreuen, miteinander wechselwirken und in Harmonie fließen, entstehen Donner und Regen. Wenn Donner und Regen einsetzen, sprießen und treiben alle Dinge hervor und sprengen ihre Fruchthüllen.

Das Werk von Himmel und Erde vollendet sich durch die Befreiung; darum preist man die Zeit der Befreiung als wahrhaft erhaben.

Der Herrscher nimmt sich den Weg des Himmels zum Vorbild: Er übt Nachsicht, spendet Gnade und nährt die unzähligen Völker bis hin zu Insekten, Gräsern und Bäumen; so folgt er der Zeit der Befreiung und verbindet seine Tugend mit Himmel und Erde.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Himmel und Erde lösen die Blockaden und bringen Donner und Regen hervor; daher heben Donner und Regen an und bilden die Befreiung. Dies unterscheidet sich vom Ausdruck „Zweifach leuchtet das Licht auf und bildet Das Haftende (Feuer)“.

Verzeihen bedeutet Freilassen; Begnadigen bedeutet Milde walten lassen. Bei Versehen und Irrtümern ist Begnadigung angebracht; Frevel und böse Taten hingegen völlig zu erlassen, verstieße gegen die Gerechtigkeit – darum lässt man ihnen lediglich Milde widerfahren.

Der Edle betrachtet das Bild, wie Donner und Regen anheben und Befreiung schaffen; er verinnerlicht ihr Wirken des Wachsens und Entfaltens und übt Güte und Wohlwollen; er verinnerlicht ihre auflösende Natur und gewährt Nachsicht und Befreiung.

„Neun am Anfang: Ohne Makel.“ Die Sechs steht am Anfang der Befreiung, in der Stunde, da Not und Gefahr soeben gelöst sind.

Als weiches Element nimmt sie eine harte Stelle ein; als Yin-Linie entspricht sie dem Yang: Dies verkörpert den Sinn, im Weichen zur Festigkeit fähig zu sein.

Da keine Nöte mehr bestehen und sie sich selbst im rechten Einklang von Weichem und Hartem einrichtet, bleibt sie ohne Bedrängnis. Ist die Not gelöst, herrscht Ruhe und Frieden; findet man dabei die rechte Haltung, bleibt man ohne Makel.

Zu Beginn der Befreiung geziemt es sich, stille zu halten und zu ruhen; die knappen Worte des Linientextes deuten eben dies an.

Zhouyi ZhuUrteil

Der Südwesten steht für die Menge. Wenn Bedrängnis gelöst und Gefahr überwunden wird, erweist sich die Wohltat an der Menge als förderlich. Begegnet man Bedrängnissen, gerät man im Nordosten nicht in Bedrängnis; darum heißt es nicht, der Nordosten sei unvorteilhaft.

Niemand, der meisterhaft Bedrängnis löst, verirrt sich darin, im Frieden zu verweilen. Der Sinn der Befreiung liegt darin, Nöte zu lösen und aus der Bedrückung zu retten.

Gibt es keine Nöte mehr, zu denen man eilen müsste, und kehrt man durch Befreiung zurück, verfehlt man die Mitte nicht.

Gibt es noch Nöte, zu denen man ziehen muss, bringt Eile Heil: Ohne Not vermag man zur Mitte zurückzukehren; bei bestehender Not vermag man aus der Bedrückung zu retten.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Man handelt außerhalb der Gefahr, darum heißt es „Entrinnen“. Entrinnt man der Gefahr, so tritt Befreiung ein; darum nennt man es „Befreiung“. Aufbrechen der Hüllen.

Sind Himmel und Erde verschlossen und gestockt, entstehen weder Donner noch Regen; treten sie in Verbindung, wirken aufeinander ein und lösen die Starre, heben Donner und Regen an.

Wenn Donner und Regen einsetzen, finden die Bedrängten Gedeihen, und die Verschlüsse zerstreuen sich; darum heißt es: „Alle Früchte, Gräser und Bäume sprengen ihre Hüllen“.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Die wahre Bedeutung lautet: „Befreiung“ ist der Name des Hexagramms. Freilich kennt das Zeichen zwei Lesarten: Die eine Lautung ist [jiě], die andere [xiè]. [Jiě] bezeichnet den Anfang des Lösens der Bedrängnis, [xiè] bezeichnet den Zustand nach erfolgter Lösung.

Da der Tuan-Kommentar sagt: „Durch Bewegung entrinnt man der Gefahr“, wird deutlich, dass dies nicht bloß die Zeit des Schlichtens aller Nöte meint; darum lasen die früheren Gelehrten es stets als „Befreiung“.

Die Hexagramm-Folge besagt: „Die Dinge können nicht ewig in Bedrängnis verharren; darum folgt darauf Die Befreiung. Befreiung bedeutet Entspannung.“ Demnach löst sich die Gefahr auf, und die Gemüter der Dinge entspannen sich; darum wird es „Befreiung“ genannt.

„Bei der Befreiung ist der Südwesten förderlich“: Der Südwesten ist die Stätte von „Das Empfangende (Erde)“, und „Das Empfangende (Erde)“ ist die Menge.

Erweist man der Menge Befreiung, so fällt die Rettung weitreichend aus; darum heißt es: „Bei der Befreiung ist der Südwesten förderlich“.

Die wahre Bedeutung lautet: Was „kein Ort, wohin man ziehen müsste“ betrifft, so hieß es oben: „Bedrängnis lösen, Gefahr überwinden, Wohltaten der Menge erweisen“. Das Folgende verdeutlicht die Zeit der Notrettung und mahnt, was zu tun und was zu lassen sei.

Gibt es keine Bedrängnis mehr, zu der man ziehen müsste, so bringt die Wiederkehr Heil.

Gibt es noch Bedrängnis, zu der man aufbrechen muss, ist rasches Eilen das Beste; darum heißt es: „Gibt es keinen Ort mehr, wohin man ziehen müsste, bringt die Wiederkehr Heil; gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, bringt Eile Heil.“ Zu dieser Mahnung bemerkt Meister Chu: „Auf Erden gibt es jene, die ohne Not nach Ruhm streben; ihnen gilt die Mahnung, bei fehlender Not Ruhe zu bewahren.

Andere wiederum warten bis zum Verderben, ehe sie retten; ihnen gilt die Mahnung, bei vorhandener Not rasch zu handeln.“

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Die wahre Bedeutung lautet: Dies erklärt den Namen des Hexagramms anhand der beiden Teilzeichen. Trifft man auf Gefahr und rührt sich nicht, gibt es keinen Weg, die Bedrängnis zu lösen. Handelt man mitten in der Gefahr, vermag man dem Schaden ebenfalls nicht zu entgehen.

Handelt man nun außerhalb der Gefahr, wird man offenkundig von der Gefahr befreit; darum heißt es „Befreiung“. Von „Bei der Befreiung ist der Südwesten förderlich“ bis „sprengen alle Früchte, Gräser und Bäume ihre Hüllen“.

Die wahre Bedeutung lautet: „Bei der Befreiung ist der Südwesten förderlich: Im Hinziehen gewinnt man die Menge“ meint: Das Wesen der Befreiung findet seine Vollendung darin, alle zugleich zu retten.

Zieht man nach Südwesten, vermag man der Menge Befreiung zu spenden, weshalb dies von Vorteil ist.

„Dass die Wiederkehr Heil bringt, bedeutet, dass man die Mittlere Position erlangt“: Gibt es keine Not mehr zu lösen, zieht man sich in Stille zurück und trifft die Mitte der Vernunft; darum heißt es: „man erlangt die Mittlere Position“.

„Gibt es noch einen Ort, wohin man ziehen muss, bringt Eile Heil: Im Hingehen liegt Verdienst“ besagt: Wer Bedrängnis rasch löst, verpasst den rechten Augenblick nicht; darum heißt es: „im Hingehen liegt Verdienst“. „Himmel und Erde befreien sich, und Donner und Regen heben an.

Donner und Regen heben an, und alle Früchte, Gräser und Bäume sprengen ihre Hüllen“: Dies greift das Bild von Donner und Regen in Zhèn und Kǎn auf, um den Sinn der Befreiung weithin zu entfalten. Lösen sich Himmel und Erde, brechen Donner und Regen hervor.

Setzen Donner und Regen ein, öffnen und sprengen alle Früchte, Gräser und Bäume ihre Schalen; nichts bleibt ungelöst. Die wahre Bedeutung lautet: Dies schließt mit einem Ausruf über die Erhabenheit der Befreiung.

Von Himmel und Erde bis hin zu den Gräsern und Bäumen gibt es nichts, das nicht Befreiung erführe – wie sollte dies nicht erhaben sein!

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die wahre Bedeutung lautet: Verzeihen bedeutet Freilassung; Versehen meint Irrtum; Begnadigen meint Milde walten lassen; Verbrechen meint vorsätzlichen Frevel.

Leichte Versehen werden verziehen, schwere Vergehen mild geahndet; beides entspricht dem Sinn gelinder Nachsicht und Lösung.

Quellen

I Ging · #40 Die Befreiung → Almanach zu diesem Datum →