Vom Kommentar zum Urteil ‚Warten heißt Harren‘ bis zu ‚durch rechtes Mittenmaß‘: Die gerechte Auslegung besagt: Dies erklärt die Worte zum Hexagramm. Warten heißt Harren.
‚Die Gefahr liegt vorn‘ erklärt den Namen des Hexagramms: Es trägt den Sinn des Harrens, daher ‚Warten heißt Harren‘. ‚Die Gefahr liegt vorn‘ begründet das Harren: Weil Nöte und Hindernisse vor einem liegen, wartet man ab, ehe man voranschreitet.
‚Fest und nicht versinkend, führt sein Sinn nicht in Not‘ legt dar, weshalb der Weg des Wartens zum Gelingen führt: Dank der lichten Festigkeit Qians stürzt man trotz der vorliegenden Gefahr nicht ab und bleibt nicht stecken; so gerät man nicht in Not, weshalb man ‚lichtes Gelingen und Heil durch Beharrlichkeit‘ erlangt, ganz kraft der Tugend Qians.
‚Warten mit Vertrauen, lichtes Gelingen, Beharrlichkeit bringt Heil; auf dem Himmelsplatz durch rechtes Mittenmaß‘ zitiert den Urteilstext und erläutert ihn sodann: Dies besagt, dass das Hexagramm Das Warten nicht allein durch die unbeugsame Festigkeit Qians bewahrt wird, sondern auch durch die Kraft des Mittenmaßes und der Rechtschaffenheit.
Indem Neun an fünfter Stelle den Platz des Himmelssohnes einnimmt, als Yang-Strich an Yang-Stelle steht und zugleich das Mittenmaß wahrt, vermag sie wahrhaftiges Vertrauen zu schenken, strahlend durchzudringen und durch Beharrlichkeit Heil zu wirken.
Festigkeit ohne Versinken rührt aus der Tugend beider Trigrammbilder her; das Einnehmen des Himmelsplatzes in rechtem Mittenmaß entspringt der Tugend von Neun an fünfter Stelle.
Überhaupt wird bei den Hexagrammen deren Eigenart bisweilen rein aus den Naturbildern abgeleitet, bisweilen unmittelbar aus einzelnen Strichen, und bisweilen aus beiden zugleich – dieses Hexagramm ist ein Beispiel für Letzteres.
Zum Kommentar von Wang Bi ‚Dies bezieht sich auf die Fünf‘ bis ‚lichtes Gelingen, Beharrlichkeit bringt Heil‘: Die gerechte Auslegung besagt: ‚Der Weg des Wartens ist vollendet‘ bedeutet: Beim Harren bedarf es zuerst des Vertrauens, sodann folgt lichtes Durchdringen bei allen Dingen und Heil durch Rechtschaffenheit; wer all dies erfüllt, bringt den Weg des Wartens zur Vollendung.
Die Fünf weilt auf dem Thron des Himmels, als lichter Yang-Strich auf hohem Platz; ihr Mittenmaß weicht nicht ab, ihre Korrektheit kennt kein Falsch. Tritt sie so den Wesen entgegen, glückt jedes Werk; darum ‚ist der Weg des Wartens vollendet‘.
Zu ‚Förderlich ist es, das große Wasser zu durchqueren; Voranschreiten bringt Verdienst‘: Die gerechte Auslegung besagt: Dies erklärt den Sinn des Durchquerens: Mit der Schöpferkraft Qians schreitet man durch die Gefahr und erlangt Verdienst.
Zu Wang Bis Anmerkung ‚Die Tugend Qians‘ bis ‚dringt durch‘: Zuvor hieß es ‚fest und nicht versinkend‘, hier heißt es ‚Voranschreiten bringt Verdienst‘ – Festigkeit meint eben Qian.
Da die Schöpfertugend Raum zum Vorrücken gewinnt und im Gehen Erfolg zeitigt, dringt sie sogleich durch.
Wiewohl dies das Durchqueren des großen Wassers erläutert, schließt es den obigen Begriff des ‚lichten Gelingens‘ mit ein: Eben weil lichtes Gelingen da ist, gereicht das Durchqueren des Wassers zum Vorteil; darum erweist sich beim Durchqueren des Stromes das freie Durchdringen.