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Hexagramm des Tages Montag, 20. Oktober 2025: #30 Das Haftende (Feuer) (离)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Li: Förderlich ist Beharrlichkeit. Gelingen. Das Halten einer Kuh bringt Heil.

Deutung

Das Zeichen Li verkörpert das doppelte Feuer, das für Helligkeit, geistige Klarheit und die Notwendigkeit einer verlässlichen Bindung an das Rechte steht. Die klassische Überlieferung betont das Pflegen der Sanftmut als feste Grundlage, damit Glanz und Tatkraft dauerhaft wirken können.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2025-10-20: #30 Das Haftende (Feuer).
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2025-10-20/

BaZi-Karte

In der Bazi-Betrachtung korrespondiert das Hexagramm mit einer reinen, emporlodernden Feuerstruktur, deren Wesen von Klarheit, aber auch von rascher Verzehrung geprägt ist.

Die traditionelle Vier-Säulen-Lehre betont, dass loderndes Feuer stets nährende Erde oder regulierendes Wasser benötigt, um nicht in Hektik zu verpuffen. Kurz gesagt: Ihre Ausstrahlung ist derzeit beachtlich, doch erst innere Ruhe und Besonnenheit machen diesen Zustand beständig.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologisch resoniert dieses doppelte Feuerbild mit einer kraftvollen Bündelung von solarer Präsenz und marsischer Aktivität, die hohe Sichtbarkeit verleiht.

Die klassische Deutungstradition warnt dabei vor der Gefahr von Selbstüberschätzung und innerem Ausbrennen durch übersteigertes Geltungsbedürfnis. Kurz gesagt: Nutzen Sie Ihre kreative Energie mit Freude, achten Sie jedoch darauf, bescheiden und geerdet zu bleiben.

I-Ging-Befragung

Zwei aufeinandertreffende Feuertrigramme erzeugen durchdringendes Licht, während das innere Kernzeichen Da Guo vor einer Überlastung durch übermäßigen Kräfteeinsatz mahnt.

Das Urteil stellt das Halten der Kuh als Sinnbild für Sanftmut und Ergebenheit in den Mittelpunkt, wodurch das Schöne gedeihen kann. Kurz gesagt: Der Moment ist überaus günstig, sofern Sie sich an bewährte Ordnungen halten und nicht aus reinem Eigensinn handeln.

Karriere

Auf der beruflichen Ebene signalisiert Li beste Chancen, eigene Kompetenzen sichtbar zu machen und fachliche Anerkennung oder neue Reichweite zu erlangen.

Die Überlieferung rät allerdings dazu, diesen Glanz an solide Strukturen und loyale Netzwerke anzubinden, statt als Einzelkämpfer vorzupreschen. Kurz gesagt: Ihr Talent wird gesehen, doch ein nachhaltiger beruflicher Erfolg gelingt Ihnen nur im verlässlichen Teamgefüge.

Reichtum

Die finanzielle Tendenz zeigt sich transparent und chancenreich, besonders bei Projekten, die auf Wissen, Außendarstellung oder geistigen Leistungen beruhen.

Das traditionelle Leitbild der Kuh mahnt zu einer bedachten, ertragsorientierten Vermögenspflege ohne spekulativen Überschwang. Kurz gesagt: Setzen Sie auf transparente, bewährte Modelle und vermeiden Sie Investitionen, die nur auf bloßem Schein beruhen.

Liebe & Beziehungen

In Herzensangelegenheiten herrscht eine Phase wechselseitiger Zuneigung und geteilter Ideale, in der Partnerschaften neuen Glanz gewinnen können.

Die klassische Liebestradition erinnert daran, dass leidenschaftliche Gefühle durch Fürsorge, Wärme und Geduld genährt werden müssen, um dauerhaft zu brennen. Kurz gesagt: Zeigen Sie Ihrem Gegenüber aufrichtige Herzenswärme, dann festigt sich das gegenseitige Vertrauen spürbar.

Gesundheit

Aus Sicht der energetischen Balance weist überschießendes Feuer auf eine Neigung zu innerer Unruhe, Schlafmangel oder Überreizung der Sinne hin.

Traditionelle Gesundheitslehren empfehlen beruhigende Alltagsrituale und ausreichende Ruhephasen, um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. Kurz gesagt: Gönnen Sie sich regelmäßige Bildschirmpausen und bewusste Erholung, um Ihre Vitalität zu bewahren.

Persönliches Wachstum

Für die persönliche Reife bietet diese Konstellation einen idealen Nährboden, um Erkenntnisse zu vertiefen und das eigene Urteilsvermögen zu schärfen. Das Große Bild regt an, das innere Licht weiterzugeben und andere mit Wissen und Güte zu inspirieren.

Kurz gesagt: Erweitern Sie Ihren geistigen Horizont und setzen Sie Ihre Einsichten zum Wohle Ihres Umfelds ein.

Kompatibilität

Im Zwischenmenschlichen begünstigt das Zeichen eine harmonische Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der sich gemeinsame Pläne gegenseitig beflügeln. Die Beziehungslehre hebt hervor, dass jede tragfähige Verbindung auf gegenseitigem Respekt und klar abgesteckten Grenzen fußt.

Kurz gesagt: Wenn beide Seiten einander Raum zur Entfaltung lassen, wird aus der Partnerschaft eine fruchtbare Allianz.

Schicksalsphasen

In der Zyklusdeutung bezeichnet Li eine Phase hoher Vitalität und weitreichender Gelegenheiten, in der Pläne schnell Gestalt annehmen können. Überlieferte Zyklenmodelle mahnen jedoch, in Zeiten des Aufstiegs nicht maßlos zu werden, damit der Glanz nicht vorzeitig erlischt.

Kurz gesagt: Nutzen Sie den aktuellen Rückenwind entschlossen, aber wahren Sie in allen Vorhaben ein gesundes Maß.

Jahreslesung

Im Jahresverlauf verspricht dieses Doppelzeichen Klarheit bei Entscheidungen sowie gute Aussichten bei Prüfungen, Neuanfängen und öffentlichen Vorhaben. Der traditionelle Leitfaden empfiehlt, das ganze Jahr über auf Verlässlichkeit und ein ruhiges Gemüt zu bauen.

Kurz gesagt: Dies ist ein Jahr der sichtbaren Fortschritte, sofern Sie besonnen vorgehen und sich nicht von Hektik anstecken lassen.

Namensanalyse

In der namensanalytischen Interpretation empfiehlt Li Zeichen und Klangbilder, die Klarheit mit sanfter, stabilisierender Erdung harmonisch verbinden. Traditionelle Namenskonzepte warnen vor übermäßig scharfen oder aufbrausenden Lauten, um das feurige Potenzial auszugleichen.

Kurz gesagt: Ein ausgewogener Name vereint geistige Frische mit beruhigender Standfestigkeit.

Datumswahl

Für die Tageswahl eignet sich das Zeichen Li hervorragend für Vertragsunterzeichnungen, feierliche Eröffnungen, Präsentationen und den Austausch mit Mentoren.

Die Wahrsagetradition rät jedoch davon ab, diesen Tag für geheime oder zurückhaltende Aktionen zu nutzen, da alles ans Licht drängt. Kurz gesagt: Wählen Sie diesen Termin für Vorhaben, die gesehen und transparent gewürdigt werden sollen.

Feng Shui

Im Raumgefüge entspricht Li dem südlichen Bereich und verlangt nach guter Ausleuchtung, Ordnung und ungehindertem Energiefluss.

Die Feng-Shui-Tradition empfiehlt, den Süden hell und aufgeräumt zu halten, jedoch spitze oder aggressive Formen zu vermeiden, um ein harmonisches Raumklima zu bewahren.

Kurz gesagt: Bringen Sie Helligkeit in den südlichen Wohnbereich und setzen Sie ruhige Akzente, um Wohlbefinden und Klarheit zu fördern.

Referenzen

Originaltext

Tuan-Kommentar

Li bedeutet Anhaften: Sonne und Mond haften am Himmel, alle Getreidearten, Gräser und Bäume haften an der Erde. Doppelte Helle haftet an dem, was recht ist, und wandelt und vollendet so die Welt.

Das Weiche haftet an der Mitte und dem Rechten, daher Gelingen; darum bringt das Halten einer Kuh Heil.

Großes Bild

Doppeltes Licht bildet Li. Der große Mensch leuchtet durch fortgesetzte Helle in alle vier Himmelsrichtungen.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

畜 (Lautung: xǔ liù fǎn). Lí (Das Haftende) bedeutet Anhaften; das Yin haftet am Yang. Sein Bild ist das Feuer: Sein Wesen ist Yin, doch sein Wirken ist Yang. Woran die Dinge haften, verlangt vor allem Lauterkeit.

Die Kuh ist ein sanftes, folgsames Wesen; vermag der Fragende daher rechtschaffen zu sein, so erlangt er Gelingen, und das Hegen der Kuh bringt Heil.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

重 (Lautung: zhí lóng fǎn). Erklärt den Sinn des Hexagrammnamens. Anhand des Hexagrammkörpers werden die Urteilsworte erläutert.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

Zuò (作) bedeutet sich erheben, anheben.

Yichuan YizhuanUrteil

Im Xùguà Zhuàn (der Reihenfolge der Hexagramme) heißt es: Kǎn bedeutet Sinken; wer versinkt, muss unfehlbar woran haften, darum folgt darauf Lí (Das Haftende). Lí bedeutet Anhaften.

Versinkt man mitten in Gefahr und Mühsal, so muss man sich naturgemäß an etwas anlehnen und haften; dies ist die natürliche Ordnung der Dinge, und darum folgt Lí auf Kǎn. Lí bedeutet Anhaften, und es bedeutet Helle.

Betrachtet man das Anhaften des Yin an den oberen und unteren Yang-Linien, so ergibt sich der Sinn des Anhaftens; betrachtet man die Leere im Innern, so ergibt sich der Sinn der Klarheit und Helle.

Lí ist das Feuer; das Wesen des Feuers ist innen hohl, es haftet an den Dingen und spendet Licht. Zudem ist es die Sonne, gleichfalls als Bild hohler, durchscheinender Helle.

Lí bedeutet Anhaften: Unter allen Wesen gibt es keines, das nicht an etwas haftete; wo Form ist, da ist auch Anhaften.

Auf den Menschen bezogen sind es die Nächsten, denen man sich anschließt, die Wege, die man beschreitet, und die Pflichten, denen man vorsteht – all dies ist das, woran man haftet.

Woran der Mensch haftet, erfordert förderliche Beharrlichkeit; trifft man das Rechte, so gelangt man zu Gelingen und Durchgang. Daher heißt es: »Lí: Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen.

Das Pflegen der Kuh bringt Heil.« Das Wesen des Rindes ist Folgsamkeit, und als Kuh verkörpert sie höchste Ergebenheit. Haftet man am Rechten, so muss man dem rechten Wege willig folgen; handelt man wie die Kuh, so bringt dies Heil.

»Das Pflegen der Kuh« bedeutet, diese ergebene Tugend in sich zu nähren. Die Hingabe des Menschen reift erst durch Pflege heran; haftet man am Rechten, soll man sich darin üben und pflegen, um die Tugend der Folgsamkeit zu vollenden. Das Urteil sagt: Lí bedeutet Anhaften.

Sonne und Mond haften am Himmel, die hundert Feldfrüchte, Kräuter und Bäume haften an der Erde. Lí bedeutet Anhaften, sich anschmiegen.

Gleichwie Sonne und Mond am Himmel haften und Feldfrüchte, Kräuter und Bäume an der Erde haften, so haftet ein jedes der zehntausend Wesen an seinem Orte; zwischen Himmel und Erde gibt es kein Ding, das ohne Halt bestünde.

Der Mensch muss sorgsam prüfen, woran er haftet; haftet er am Rechten, so vermag er Gelingen zu erlangen. Verdoppelte Helle haftet am Rechten und wandelt so die Welt zur Vollendung. Dies spricht von den Gaben des Hexagramms: Oben wie unten steht Lí, das ist verdoppelte Helle.

Die Fünfte und die Zweite weilen beide in mittiger Korrektheit und haften am Rechten. Wenn Herrscher und Diener, Oben und Unten, lichte Tugend besitzen und in der Mitte und im Rechten weilen, so vermögen sie die Welt zu wandeln und eine Kultur der Klarheit zu vollenden.

Das Weiche haftet an der mittleren Position und Lauterkeit, daher Gelingen; darum bringt das Pflegen der Kuh Heil. Die Zweite und die Fünfte haften in sanfter Ergebenheit an Mitte und Lauterkeit, darum vermögen sie Gelingen zu erwirken.

Vermag der Mensch höchste Folgsamkeit zu pflegen, um an Mitte und Lauterkeit zu haften, so bringt dies Heil; daher heißt es: »Das Pflegen der Kuh bringt Heil«.

Mancher mag einwenden: Die Zweite ist freilich mittig und korrekt; die Fünfte aber ist eine Yin-Linie auf Yang-Platz – kann sie da als korrekt gelten?

Die Antwort lautet: Lí nimmt seinen Hauptsinn aus dem, woran gehaftet wird; der fünfte Platz ist die mittig-korrekte Herrscherstätte – haftet die Sechs an dieser rechten Stätte, so wird sie dadurch recht.

Versteht der Lernende den Sinn der Zeit und verliert das rechte Maß von Wichtigem und Leichtem nicht, so vermag er vom Buch der Wandlungen zu sprechen.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Würde man sagen »zwei Lichter«, so wären es zwei getrennte Lichter, und der Sinn des Fortsetzens des Lichts träte nicht zutage; daher heißt es »das Licht erstrahlt zweifach« (míng liǎng): Es leuchtet und verdoppelt sich, was ein ununterbrochenes Aufeinanderfolgen meint.

»Zuò Lí« bedeutet, dass das zweifache Licht das Haftende bildet, welches den Sinn des fortgesetzten Leuchtens birgt. Bei Zhèn und Xùn wird gleichfalls der Sinn des Wiederholens und Folgens genommen, doch bei Lí wiegt diese Bedeutung am schwersten.

Betrachtet man den großen Mann nach seiner Tugend, so ist er der Heilige; betrachtet man ihn nach seinem Rang, so ist er der König.

Der große Mann schaut auf das Bild des fortgesetzten Leuchtens im Hexagramm Lí und führt über Generationen hinweg seine lichte Tugend fort, um die vier Weltgegenden zu erleuchten.

Im Allgemeinen meint jedes Fortführen des Lichts dieses »fortgesetzte Leuchten«; um das Größte hervorzuheben, wird hier vom erblichen Fortführen des Herrscherglanzes gesprochen.

Zhouyi ZhuUrteil

Das Hexagramm Lí nimmt das Weiche als maßgebliche Lauterkeit; daher muss man erst beharrlich sein, ehe Gelingen eintritt; darum heißt es: »Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen«. Das Weiche weilt im Innern und beschreitet die rechte Mitte – dies ist die Güte der Kuh.

Außen stark und innen fügsam – dies ist die Trefflichkeit des Rindes. Das Wesen von Lí nimmt sanfte Ergebenheit zum Herrn; daher darf man keine wilden, ungestümen Tiere hegen, sondern es bringt »Heil beim Pflegen der Kuh«.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Das Weiche haftet an Mitte und Lauterkeit, so erlangt es freien Durchgang. Das Heil dieses weichen Gelingens findet seine Vollendung im »Pflegen der Kuh«; an ungestüme Kraft reicht es nicht heran.

Zhouyi ZhuGroßes Bild

»Fortsetzen« meint das Nicht-Abreißen: Der Schein des Lichts folgt ununterbrochen aufeinander, ohne Leere und Unterbrechung.

Zhouyi ZhengyiUrteil

»Lí: Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen.« Die wahre Bedeutung lautet: Lí bedeutet Anhaften. Anhaften meint sich anfügen. Es besagt, dass alle Wesen den Ort finden, an dem sie anhaften dürfen, daher heißt es Lí.

Zu »Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen«: Das Wesen des Hexagramms Lí wird vom weichen Yin beherrscht; das Weiche neigt leicht zur Unkorrektheit, und mangelt es an Korrektheit, so bleibt das Gelingen aus.

Daher liegt der Nutzen darin, das Rechte zu tun, um zu Gelingen zu gelangen. Aus diesem Grunde steht »Gelingen« unterhalb von »Fördernd ist Beharrlichkeit«, darum heißt es: »Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen«.

Zum Kommentar »Das Hexagramm Lí nimmt das Weiche als maßgebliche Lauterkeit« bis »darum heißt es: Fördernd ist Beharrlichkeit; es bringt Gelingen«: Die wahre Bedeutung lautet: Sowohl die Zweite als auch die Fünfte sind Yin-Linien und weilen in der Mitte der beiden Trigramme; darin nimmt das Hexagramm das Weiche als Lauterkeit.

»Das Pflegen der Kuh bringt Heil.« Die wahre Bedeutung lautet: Das Weiche weilt im Innern und wandelt auf rechter Mitte, das ist die Tugend des Weiblichen; außen stark und innen fügsam, das ist die Güte des Rindes.

Das Wesen von Lí nimmt sanfte Ergebenheit zum Grundsatz; daher bringt das Halten einer Kuh Heil. Wollte man wilde, gewalttätige Tiere halten, so wäre dies verfehlt.

Dass hier von der »Pflege der Kuh« gesprochen wird, nimmt ein Gleichnis, um menschliche Pflichten zu verdeutlichen: Die Tugend von Lí verlangt innere Fügsamkeit und äußere Festigkeit; wer diese Tugend lebt, erlangt Heil.

Wäre man innen hart und außen weich, so verkehrte man den Weg des Lí ins Gegenteil.

Zum Kommentar »Das Weiche weilt im Innern und beschreitet die rechte Mitte« bis »bringt Heil beim Pflegen der Kuh«: Die wahre Bedeutung lautet: Weilt das Weiche nicht im Innern, so gleicht es einer Frau, die sich in äußere Dinge mengt; wandelt das Weiche nicht auf rechter Mitte, verfällt es schiefen Wegen – beides ist nicht die Güte des Weiblichen.

Vermag das Weiche jedoch innezuhalten und lauter zu wandeln, so ist dies die rechte Tugend.

Zu »Außen stark und innen fügsam ist die Güte des Rindes«: Wäre ein Wesen innen wie außen hart, so verfiele es in Zorn und Zerstörung; wäre es innen wie außen weich, so verfiele es in Schwäche.

Allein außen stark und innen fügsam zu sein, dient dem besten Werk; darum heißt es: »Außen stark und innen fügsam ist die Güte des Rindes«.

Zu »Das Wesen von Lí nimmt sanfte Ergebenheit zum Herrn; daher darf man keine wilden Tiere hegen«: Da das Weiche herrscht, verkehrte das Halten reißender Tiere die Tugend; daher hütet man keine wilden Tiere, sondern »pflegt die Kuh«.

Die wahre Bedeutung lautet: Dies erklärt den Namen des Hexagramms Lí. Lí meint Anhaften. Indem das weiche Yin an mittiger, lauterer Stätte haftet, erlangt es den gebührenden Halt; darum heißt es »Haften«.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Von »Sonne und Mond haften am Himmel« bis »darum bringt das Pflegen der Kuh Heil«. Die wahre Bedeutung lautet: »Sonne und Mond haften am Himmel, die hundert Feldfrüchte, Kräuter und Bäume haften an der Erde« entfaltet weithin den Sinn des Anhaftens.

Indem das Weiche an Mitte und Lauterkeit haftet, haftet es am rechten Orte; daher werden zur Verdeutlichung jene erhabenen Bilder des rechten Anhaftens aufgeführt.

»Verdoppelte Helle haftet am Rechten und wandelt so die Welt zur Vollendung«: Dies preist anhand des Hexagrammbildes die Wirksamkeit von Lí und erhellt zugleich den Sinn von »Fördernd ist Beharrlichkeit«. »Verdoppelte Helle« meint, dass oben wie unten Lí steht.

»Haftet am Rechten« meint, dass die beiden Yin-Linien im Innern die Tugend zweifacher Helle tragen und zugleich am rechten Wege haften; dadurch vermögen sie »die Welt zur Vollendung zu wandeln«.

Zwar steht das Yin auf zweiter Stelle auf rechtem Platze; steht das Yin jedoch auf fünfter Stelle, so ist dies an sich nicht sein angestammter Platz.

Dass dennoch von »verdoppelter Helle, die am Rechten haftet« gesprochen wird, rührt daher, dass die Fünfte die Mitte innehält und auf dem Ehrenplatz weilt: Mag es auch nicht die formale Entsprechung von Yin und Yang sein, so ist es doch die rechte Ordnung der Sache, weshalb es zusammenfassend heißt »haftet am Rechten«.

Zu »Das Weiche haftet an der mittleren Position und Lauterkeit, daher Gelingen; darum bringt das Pflegen der Kuh Heil«: Dies legt das »Gelingen« des Kanons aus und fasst zugleich »Das Pflegen der Kuh bringt Heil« zusammen.

»Das Weiche haftet an Mitte und Lauterkeit« meint, dass die Weichheit der Sechs auf fünfter und Sechs auf zweiter Stelle beide an der Mitte haften; die Mitte weicht nicht ab, darum nennt man sie »Mitte und Lauterkeit«.

Da sie Mitte und Lauterkeit zur Tugend haben, gelingen alle Dinge. Weil durch Mitte und Lauterkeit Durchgang entsteht, bringt das Pflegen der Kuh Heil; denn die Kuh besitzt eben diese Gabe der Mitte und Fügsamkeit.

Betrachtet man das Tuàn Zhuàn in den anderen Hexagrammen, so wird erst der Name ausgelegt, dann die Urteilsworte, und am Ende folgt das Loblied.

Hier jedoch preist das Tuàn Zhuàn unmittelbar nach dem Namen die erhabene Schönheit des Hexagramms und deutet erst danach die Urteilsworte aus.

Dass dies von der gewohnten Regel abweicht, liegt daran, dass der Meister den Wortlaut frei dem Sinngehalt anpasste: Kaum war dargelegt, dass Lí Anhaften bedeutet, fügte er weithin an, woran Sonne, Mond und Kräuter haften, ehe er auf die Urteilsworte zurückkam; darin waltete freie Fügung ohne starres Gesetz.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Die wahre Bedeutung lautet: »Das Licht erstrahlt zweifach: das Bild des Feuers (Lí)«. Lí ist die Sonne, die Sonne ist das Licht. Da hier oberer und unterer Trigrammkörper dasselbe Bild tragen, heißt es: »Das Licht erstrahlt zweifach: das Bild des Feuers«.

Betrachtet man die acht reinen Hexagramme, so weichen ihre Bildworte voneinander ab, je nach Wesen und Gehalt des Trigrammkörpers.

Bei Qián und Kūn wird nicht von oberem und unterem Körper gesprochen, sondern schlechthin gesagt: »Des Himmels Bewegung ist kraftvoll«, »Der Erde Zustand ist die hingebende Weite«; wegen der unermesslichen Größe von Himmel und Erde fasst man beide Körper in eins zusammen.

Donner folgt unaufhörlich aufeinander, Wasser strömt rastlos dahin – beides nimmt den Sinn des unaufhörlichen Fortsetzens, daher heißt es bei Zhèn »wiederholter Donner« und bei Kǎn »wiederholtes Kommen«.

Wind ist ein Ding, das webend einhergeht und folgt, daher heißt es »folgender Wind: Xùn«.

Berge und Seen bilden jeweils eigene Körper und gehen nicht ineinander auf, daher heißt es »Berge aneinandergereiht: Gèn« und »Verbundene Seen: Duì« – dies sind zwei Dinge, die nebeneinanderstehen.

Das Wesen des Lichts aber leuchtet nach vorn wie nach hinten; daher heißt es: »Das Licht erstrahlt zweifach: das Bild des Feuers«. Indem sich zwei Lichter verbinden, entfalten sie das Wirken von Lí.

Risse ein Licht auf Zeit ab, so wäre das Haften nicht von Dauer; es bedarf des steten Aufeinanderfolgens zweier Lichter nach vorn und hinten, um die Vollendung des Lí-Hexagramms zu bilden. Darum heißt es: »Der große Mann erleuchtet durch fortgesetzte Helle die vier Weltgegenden«.

Er setzt sein Licht ununterbrochen fort und bescheint so die Welt. Bräche das Licht ab, vermöchte es nicht dauerhaft zu leuchten; darum hebt der Text eigens hervor: »Das Licht erstrahlt zweifach: das Bild des Feuers«, um den Sinn des unzerreißbaren Fortdauerns zu betonen.

Quellen

I Ging · #30 Das Haftende (Feuer) → Almanach zu diesem Datum →