Die Richtige Bedeutung besagt: „Das heiratende Mädchen verkörpert die große Pflicht von Himmel und Erde.
Verbinden sich Himmel und Erde nicht, so gedeihen die zehntausend Wesen nicht.“ Dies führt die Vereinigung von Himmel und Erde an, aus der alles Leben entspringt, um die Würde von Gui Mei zu belegen.
Dass vor der Erklärung des Namens zunächst dieser Beleg angeführt wird, rührt daher, dass der Gedanke, als Nebenfrau zu folgen, den gewöhnlichen Wünschen der Menschen widerspricht und der ebenbürtigen Paarung zuwiderläuft.
Doch die Heiligen schufen die Riten so, dass Nichten und Schwestern ihren Muhmen und Schwestern als Nebenfrauen folgten, um die Nachkommenschaft zu mehren; dies bildet nach, wie Himmel und Erde durch die Kräfte von jungem Yin, jungem Yang, altem Yin und altem Yang zusammenwirken, um alle Wesen sprießen zu lassen.
Zu „Das heiratende Mädchen ist Anfang und Ende des Menschen“: Nachdem zuvor der Bund von Himmel und Erde als Beleg diente, wird nun das menschliche Brauchtum von Gui Mei herangezogen, um den Sinn abzurunden.
Wie Himmel und Erde durch das Ineinanderwirken von Yin und Yang unaufhörlich Leben hervorbringen, so erhält das Menschengeschlecht durch die Vereinigung von Alt und Jung die Kette der Geschlechter aufrecht.
Ist Gui Mei demnach nicht wahrhaft „die große Pflicht von Himmel und Erde und Anfang und Ende des Menschen“? Die Richtige Bedeutung besagt: Dies erläutert den Sinn von Gui Mei anhand der beiden Trigramme.
Dass ein junges Mädchen sich mit einem älteren Manne verbindet, ist nichts, woran sie von Natur aus Freude fände. Wenn es nun aber heißt: „Aus Gefallen regt man sich“, so muss die Heimkehrende gewiss die Nebenfrau sein.
Obgleich sie sich mit dem älteren Manne verbindet, zieht sie als Nebenfrau mit, und darum empfindet sie Gefallen.
Dass sie als Nebenfrau Gefallen findet, rührt daher, dass sie als Beifrau an die Schwester gebunden ist und nirgendwo sonst vermählt werden darf; träte sie nicht in diese Reihe ein, so litte sie unter der Sorge ruhelosen Wartens.
Daher schließt sie sich der Schwester an, wahrt den Ritus und „regt sich aus Gefallen“. „Nichts ist fördernd: das Weiche reitet auf dem Harten.“
Die Richtige Bedeutung besagt: Dies erklärt anhand der Tatsache, dass die Sechs an dritter und Sechs an fünfter Stelle auf harter Linie reiten, warum „nichts fördernd“ ist.
Das Yang ist edel, das Yin gering; wenn eine geringe Nebenfrau eigenmächtig nach besonderer Gunst strebt, so bedrängt das Niedrige das Hohe, weshalb kein Handeln zum Nutzen gereicht.
Zum Kommentar von „Zieht man aus, so trifft einen das Unheil“ bis „so begeht man den Frevel des Reitens auf harter Linie“:
Die Richtige Bedeutung besagt: Das Urteil erklärt „Unternehmungen bringen Unheil“ durch den Verlust der Richtigen Position und „nichts ist fördernd“ durch das Reiten auf harter Linie; der Kommentar verbindet beides miteinander, denn in den Grundregeln heißt es: „Lässt man Anfang und Ende beiseite und beurteilt die Ränge, so stehen die Dritte und Fünfte jeweils obenan in ihren Trigrammen; wie könnte man sie nicht als Yang bezeichnen?
Die Zweite und Vierte stehen jeweils untenan im Trigramm; wie könnte man sie nicht als Yin bezeichnen? Somit sind Zwei und Vier Yin-Positionen, Drei und Fünf Yang-Positionen.“ Das Yang sollte oben stehen, das Yin unten.
Wenn nun die Zweite, Dritte, Vierte und Fünfte allesamt ihre Richtige Position verfehlen, so ergibt sich von selbst die Lage, dass Weiches auf Hartem reitet. Dies gleicht der Nebenfrau, die nach Gunst buhlt: Ganz von selbst bedrängt das Geringe das Hohe.
Dies macht deutlich, dass das Reiten des Weichen auf dem Harten daraus entspringt, dass man das Rechte verliert und dennoch ungestüm vorandrängt.