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Hexagramm des Tages Sonntag, 26. April 2026: #26 Die Zähmung des Großen (大畜)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Deutung

Hexagramm 26 (Da Chu – Die große Ansammlung) versinnbildlicht den Himmel im Schoß des Berges und steht für enorme innere Kräfte, disziplinierte Zurückhaltung und reife Vorbereitung. Beharrliche Rechtschaffenheit, der Dienst an übergeordneten Aufgaben und der Mut zu großen Unternehmungen führen hier zu dauerhaftem Gelingen.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-04-26: #26 Die Zähmung des Großen.
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-04-26/

BaZi-Karte

In der klassischen BaZi-Analyse verweist dieses Bild auf ein Gefüge aus solider Erde und tragendem Metall, in dem starke Siegelsymbole oder geordnete Strukturen ein spätes, aber beständiges Emporwachsen anzeigen.

Die traditionelle Lesart betont das geduldige Bewahren vitaler Energien durch frühe Selbstbeherrschung und warnt vor ungeduldiger Hast, die wertvolles Potenzial vorzeitig erschöpfen würde.

Sobald reifere Lebensabschnitte den Weg in die Öffentlichkeit bahnen, verwandelt sich die stille Vorarbeit in anerkannte Autorität.

Kurz gesagt: Wahre Größe braucht Zeit zum Reifen; wer beharrlich sein Fundament festigt, wird spätere Herausforderungen mit natürlicher Souveränität meistern.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologisch zeigt sich hier ein tragfähiges Zusammenspiel zwischen saturnischer Strukturdisziplin und jupiterischem Weitblick, das spürbare Führungsverantwortung erst nach gründlicher Bewährung gewährt.

Wenn übergeordnete Transite diese Konstellationen ansprechen, endet die Phase des Rückzugs und öffnet das Tor zu anspruchsvollen gesellschaftlichen Aufgaben. Die kosmische Dynamik formt aus jahrelangem Einsatz eine unerschütterliche Fachkompetenz, die breites Vertrauen stiftet.

Kurz gesagt: Betrachten Sie anspruchsvolle Vorbereitungszeiten als notwendige Reifung, denn erst echte Meisterschaft eröffnet Ihnen wirklich einflussreiche Möglichkeiten.

I-Ging-Befragung

Mit Qian (Himmel) im Inneren von Gen (Berg) zeigt Da Chu das bewusste Bändigen unerschöpflicher Schöpferkraft durch standhafte Ruhe, wodurch gewaltige ethische und geistige Reserven entstehen.

Das Urteil verheißt Heil durch Beharrlichkeit und hebt hervor, dass es förderlich ist, nicht daheim zu essen und den großen Strom zu durchqueren. Der Tuan-Kommentar rühmt die tägliche Erneuerung der Tugend und das Fördern befähigter Kräfte im Einklang mit der Zeit.

Kurz gesagt: Vertiefen Sie Ihr Wissen und Ihre Charakterstärke im Stillen, um beherzt voranzugehen, sobald die Stunde für große Aufgaben schlägt.

Karriere

Ihr beruflicher Weg nähert sich einem Wendepunkt, an dem langjährige Spezialisierung und gefestigte Fachkompetenz Sie für übergeordnete Leitungsaufgaben und komplexe Vorhaben qualifizieren.

Das Verharren im gewohnten, rein privaten Rahmen genügt den gewachsenen Fähigkeiten nicht mehr; die Situation verlangt nach dem mutigen Schritt auf ein größeres Parkett. Erfahrene Mentoren und einflussreiche Kreise sind nun bereit, Ihnen weitreichende Verantwortung zu übertragen.

Kurz gesagt: Treten Sie aus Ihrer gewohnten Nische heraus und übernehmen Sie größere Aufgaben, denn Ihre gesammelte Erfahrung hat Sie bestens darauf vorbereitet.

Reichtum

Die finanzielle Struktur beruht auf langfristiger Substanzmehrung und geduldigem Vermögensaufbau anstelle von hastigen Spekulationen.

Ein verlässlicher Schutzwall entsteht durch bewährte Fachkenntnis, krisenfeste Sachwerte und solide Rücklagen, die konjunkturellen Schwankungen standhalten. Nach traditioneller Auffassung zahlt sich eine gewissenhafte Prüfung aller Risiken langfristig am stärksten aus.

Kurz gesagt: Bauen Sie auf beständige, werthaltige Anlagen statt auf schnelle Trends, denn geduldige Substanz schafft dauerhafte finanzielle Sicherheit.

Liebe & Beziehungen

Partnerschaften stehen unter dem Zeichen geteilter Reife, verlässlicher Loyalität und eines gemeinsamen Wertefundaments.

Beide Seiten begegnen sich nicht nur als Lebensgefährten, sondern als ebenbürtige Verbündete, die gemeinsam Verantwortung tragen und an einer gemeinsamen Zukunft bauen.

Ein großherziger, bodenständiger Umgangston bewahrt die gegenseitige Hochachtung auch in anspruchsvollen Lebensphasen. Kurz gesagt: Eine Beziehung, die auf charakterlicher Reife und gegenseitigem Respekt ruht, besitzt die Kraft, allen Stürmen des Lebens zu trotzen.

Gesundheit

Die körperliche Konstitution verfügt über robuste Grundreserven, doch kann das Tragen schwerer organisatorischer Lasten zu chronischen Verspannungen im Stützapparat oder zu Trägheit im Verdauungssystem führen.

Das Trigramm des Berges mahnt zu bewusst eingeplanten Ruhephasen, um ein schleichendes Ausbrennen der inneren Batterien zu verhindern. Strukturierte Erholung und gezielte Haltungsübungen erhalten die vitale Leistungsfähigkeit über Jahre hinweg.

Kurz gesagt: Bringen Sie hohe Ansprüche stets mit ausreichenden Ruhepausen in Einklang, damit Ihre tiefen Energiereserven dauerhaft aufgefüllt bleiben.

Persönliches Wachstum

Die persönliche Weiterentwicklung orientiert sich am Leitbild des Großen Bildes, die Worte und Taten der Vorfahren zu studieren, um die eigene Tugend zu festigen.

In einer schnelllebigen, von Ablenkung geprägten Zeit verleiht das Vertiefen in zeitlose Weisheiten und solides Handwerk eine seltene innere Schwere. Wahres Selbstvertrauen erwächst aus Wissen, das gründlich geprüft und im Alltag erprobt wurde.

Kurz gesagt: Vertiefen Sie Ihre Kenntnisse und schärfen Sie Ihre Maßstäbe, denn echte innere Substanz ist die verlässlichste Quelle wahrer Souveränität.

Kompatibilität

Zwischenmenschliche Verbindungen gedeihen vor allem im Austausch mit Persönlichkeiten, die Weitsicht, Integrität und hohe Ansprüche an die Verlässlichkeit teilen.

Oberflächliche Bekanntschaften und kleinliche Rivalitäten weichen Kooperationen, die auf die Verwirklichung tragfähiger Zukunftsprojekte ausgerichtet sind. Das Zusammenwirken mit charakterfesten Partnern setzt erhebliche Synergien frei.

Kurz gesagt: Schließen Sie sich mit besonnenen und weitsichtigen Menschen zusammen, denn gemeinsame Tiefe bildet das stärkste Band für erfolgreiches Wirken.

Schicksalsphasen

Sie befinden sich am Übergang in eine Dekade, in der die Früchte langjähriger, oft unbemerkter Arbeit sichtbar hervortreten und breite Wirksamkeit entfalten.

Frühere Mühen und beharrliche Weiterbildung erfahren nun die notwendige institutionelle Unterstützung und gesellschaftliche Wertschätzung. Nutzen Sie diesen Rückenwind mit geerdeter Gelassenheit, um maßgebliche Neuerungen anzuführen.

Kurz gesagt: Dieser Zyklus belohnt Ihre Ausdauer, sodass Sie wichtige Gelegenheiten nun mit voller Zuversicht ergreifen dürfen.

Jahreslesung

Das Jahresgeschehen fordert dazu auf, vertraute Begrenzungen zu überwinden, neue Aufgabenfelder zu erschließen und maßgebliche Verantwortung zu schultern.

Wer aus reiner Bequemlichkeit im bisherigen Trott verharrt, vergibt ein wertvolles Zeitfenster für nachhaltige Weiterentwicklung. Eine integre Haltung, gepaart mit entschlossenem Handeln, trägt Sie sicher über alle organisatorischen Hürden hinweg.

Kurz gesagt: Wagen Sie in diesem Jahr bewusst den Schritt nach vorn, denn Ihre fachliche Tiefe wird Sie sicher durch jedes Neuland geleiten.

Namensanalyse

In der Namensgestaltung harmonieren Schriftzeichen, die die Festigkeit des Berges mit der Weite des Himmels verbinden und Klugheit, Maßhalten sowie ethische Reife ausdrücken.

Eine ausgewogene Strichführung, die Stabilität und erhabenes Streben vereint, hilft dabei, jugendlichen Ungestüm zu zügeln und Ausdauer zu verankern. Diese Struktur stärkt eine Persönlichkeit, die künftigen Herausforderungen gewachsen ist.

Kurz gesagt: Wählen Sie Namen, die geerdete Tiefe mit geistiger Weite verbinden, um einen beständigen und führungsstarken Charakter zu fördern.

Datumswahl

Für zukunftsträchtige Vorhaben empfehlen sich Tage mit starker Erd- und Metallpräsenz, die Beständigkeit, Gründlichkeit und Weitblick begünstigen.

Solche Zeitpunkte bieten den passenden Rahmen für Grundsteinlegungen, Vertragsunterzeichnungen, Amtsantritte oder den Beginn großer Reisen. Die Verbindung mit dieser sammelnden Energie sorgt dafür, dass Vorhaben auch auf langer Strecke ihren Schwung behalten.

Kurz gesagt: Bevorzugen Sie Termine mit ruhiger, kraftvoller Stabilität, um bedeutsame Pläne auf ein unerschütterliches Fundament zu stellen.

Feng Shui

Die Raumgestaltung verlangt nach einer soliden Rückendeckung hinter dem Gebäude, die wie ein schützender Berg Ruhe spendet, während der Vorderbereich offen und lichtdurchflutet sein sollte.

Der Nordwesten (Qian) verdient eine geordnete, würdevolle Behandlung, während der Nordosten (Gen) durch massive Möbel und ruhige Gestaltung Stabilität verankert. Das Vermeiden von Durchzug und unruhigen Raumfluchten bewahrt die gesammelte Lebenskraft im Anwesen.

Kurz gesagt: Ein fester Rückhalt und ein freier, lichter Vorbereich sammeln und schützen die anhaltende Harmonie in Ihren Räumen.

Referenzen

Originaltext

Urteil

Die Zähmung des Großen: Fördernd ist Beharrlichkeit. Nicht daheim zu essen bringt Heil. Fördernd ist es, den großen Strom zu überqueren.

Tuan-Kommentar

Die Zähmung des Großen: Fest und stark, gediegen und wahrhaftig leuchtet der lichte Glanz; täglich erneuert sich die Tugend. Das Feste steigt empor und ehrt die Würdigen. Die Kraft zurückhalten zu können, ist die große Rechtschaffenheit.

„Nicht daheim zu essen bringt Heil“: Die Würdigen werden genährt. „Fördernd ist es, den großen Strom zu überqueren“: Man entspricht dem Himmel.

Großes Bild

Der Himmel inmitten der Berge: Die Zähmung des Großen. Der Edle prägt sich die Worte und Taten der Vorzeit ein, um seine Tugend zu mehren.

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

畜 (xù) wird ausgesprochen wie 勅 (chì) und 六 (lù) zusammengezogen.

‚Groß‘ meint das Yang. Dass Gen das Qian anhält und zähmt, bedeutet zugleich, dass das Große gezähmt und gehegt wird.

Da zudem das innere Qian stark und beharrlich ist und das äußere Gen gediegen, wahrhaftig und strahlend leuchtet, vermag man seine Tugend täglich zu erneuern; darin liegt das Große des Zähmens.

Im Hinblick auf die Wandlung des Hexagramms (Guabiàn) stammt dieses Gua aus ‚Das Warten‘ (Xū): Die Neun ist von der fünften an die oberste Stelle aufgestiegen. Im Hinblick auf die Hexagrammgestalt ehrt und schätzt die Sechs auf fünftem Platz den Würdigen oben.

Im Hinblick auf die Tugend des Gua vermag es zudem das Starke anzuhalten.

All dies vermag niemand außer dem wahrhaft Großen und Korrekten; daher lautet das Orakelurteil: ‚Fördernd ist Beharrlichkeit; nicht daheim zu essen bringt Heil.‘ Da ferner die Sechs auf fünftem Platz unten mit Qian korrespondiert, entspricht sie dem Himmel; daher lautet das Orakelurteil auch: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘ ‚Nicht daheim zu essen‘ bedeutet, Besoldung am Hofe zu empfangen und sich nicht bloß im eigenen Hause zu ernähren.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

Anhand der Tugend des Gua wird der Name und Sinn des Hexagramms erläutert. Anhand von Hexagrammwandlung, Hexagrammgestalt und Hexagrammtugend wird der Urteilstext ausgelegt. Es nimmt zugleich das Bild der Hochschätzung der Weisen auf.

Es wird ebenfalls aus der Gestalt des Gua hergeleitet.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

識 (shí) wird dem Schriftzeichen nach gelesen, bisweilen auch wie 志 (zhì) ausgesprochen.行 (xíng) wird wie 下 (xià) und 孟 (mèng) zusammengezogen.

‚Der Himmel weilt inmitten der Berge‘: Dies muss kein tatsächliches Geschehen bezeichnen, sondern bringt lediglich den Sinn jenes Bildes zum Ausdruck.

Yichuan YizhuanUrteil

In der Reihenfolge der Hexagramme zu ‚Die Zähmung des Großen‘ heißt es: Wenn ‚Die Unschuld‘ da ist, kann danach gehegt und gezähmt werden; daher folgt darauf ‚Die Zähmung des Großen‘.

Unschuld bedeutet das Vorhandensein von Realem und Wahrem; darum lässt es sich sammeln und hegen. Aus diesem Grund folgt ‚Die Zähmung des Großen‘ auf ‚Die Unschuld‘.

Als Hexagramm steht Gen oben und Qian unten: Der Himmel weilt inmitten der Berge – das Bild des überaus großen Hehrens und Zähmens. ‚Xù‘ bedeutet Anhalten und Bändigen wie auch Sammeln und Hegen.

Durch das Anhalten sammelt es sich; nimmt man das Bild des Himmels im Berge, ist es das Ansammeln und Bergen; nimmt man das Anhalten des Qian durch Gen, ist es das Bändigen.

Erst nach dem Anhalten kommt es zur Anhäufung, darum liegt im Anhalten die Bedeutung des Hegens und Zähmens. Nichts ist größer als der Himmel, und doch weilt er im Berge; Gen steht oben und hält Qian unten an – beides sind Bilder eines überaus großen Bergens und Zähmens.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies, dass Gelehrsamkeit und Tugend sich im Inneren anreichern; dies ist das Große, das man hegt. Alles Hegen und Zähmen bezeichnet hier vor allem das Große.

Wenn der Mensch etwas in sich anhäuft, so muss dies auf rechtem Wege geschehen; daher heißt es: ‚Fördernd ist Beharrlichkeit.‘ Was freilich Irrlehren und einseitige Studien betrifft, so häuft manch einer überaus viel an, das nicht recht ist.

Wenn aber Tugend und Weisheit sich im Inneren erfüllt haben, ziemt es sich, in hoher Stellung zu weilen, himmlischen Lohn zu empfangen und im Reiche zu wirken; dann gereicht dies nicht allein der eigenen Person zum Heil, sondern bringt der ganzen Welt Heil.

Bliebe man bedrängt daheim und ernährte sich nur selbst im Verborgenen, so verfehlte man den Weg. Darum bringt es Heil, nicht daheim zu essen.

Ist das Gehegte groß, so soll es der Zeit zugutekommen, um die Mühsal und Gefahren der Welt zu retten – dies ist das Wirken der Zähmung des Großen; daher: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘ Dies bezieht sich allein auf den Grundsinn der Zähmung des Großen.

Der Tuan-Kommentar erörtert zudem Befähigung und Tugend des Gua, während die einzelnen Linientexte rein die Bedeutung des Einhaltens und Hegens tragen; denn das I Ging verkörpert das Dao und wählt stets das Naheliegende und Klare, je nach Erfordernis.

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Dies wird anhand von Befähigung und Tugend des Gua dargelegt: Das Wesen von Qian ist stark und beharrlich, das Wesen von Gen ist gediegen und fest. Ist das Talent eines Menschen stark, gediegen und fest, so vermag das von ihm Gehegte groß zu sein.

Ist er erfüllt und strahlend leuchtend und hegt er dies unablässig, so erneuert sich seine Tugend täglich. ‚Das Starke steigt empor‘: Das Yang nimmt die obere Stelle ein. Dass das feste Yang über der Ehrenstellung weilt, birgt den Sinn, die Weisen hochzuschätzen.

Dass das Stillehalten über dem Starken steht, bedeutet das Vermögen, das Starke anzuhalten.

Jenen Einhalt zu gebieten, die stark sind, vermag niemand ohne große Rechtschaffenheit; dass das feste Yang oben weilt, die Würde und Weisheit hochgehalten wird und das Äußerste an Stärke gebändigt werden kann, gründet ganz im Wege der großen Rechtschaffenheit.

‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘: Dies rührt daher, dass man dem Himmel entspricht.

Der Mensch von großer Zähmung soll das von ihm Gehegte anwenden, um der Welt beizustehen; darum bringt es Heil, nicht daheim zu essen – das bedeutet, am himmlischen Platze zu weilen und himmlischen Lohn zu genießen.

Der Staat nährt die Weisen, und die Weisen vermögen ihr Dao auszuüben. ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘ besagt, dass derjenige, der Großes in sich birgt, die Mühsal und Not der Welt lindern soll.

Der Tuan-Kommentar erhellt das Talent des Gua noch weiter und erklärt: Dass man das große Wasser durchqueren kann, liegt am Entsprechen zum Himmel.

Die Sechs auf fünftem Platz ist der Herrscher; sie korrespondiert nach unten mit der mittleren Linie von Qian – dies zeigt, wie der Herrscher der Großen Zähmung im Einklang mit Qian wandelt.

Kann das Handeln dem Himmel entsprechen, so gibt es keine Not und Gefahr, die man nicht überwinden könnte – wie viel mehr gilt dies für alles Übrige!

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Der Himmel ist das Größte überhaupt und weilt doch inmitten des Berges – das Sinnbild des gewaltigsten Hegens und Zähmens. Der Edle betrachtet dieses Bild, um sein eigenes inneres Bergen und Reifen zu vergrößern.

Die innere Fülle des Menschen wächst durch Lernen; sie besteht darin, viel von den Worten und Taten der Heiligen und Weisen alter Zeiten zu vernehmen, ihren Spuren nachzuforschen, um deren Nutzen zu erkennen, und ihre Worte zu prüfen, um ihr Gemüt zu ergründen.

Dies im Geiste zu bewahren und zu verinnerlichen, um die eigene Tugend zu vollenden, ist der wahre Sinn der Zähmung des Großen.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

Alles, was ermattet und weicht, ist schwach; was erst erblüht und alsbald dahinwelkt, ist unzulänglich. Wer vermag, ‚strahlend leuchtend seine Tugend täglich zu erneuern‘, das vermag allein, wer ‚stark, beharrlich, gediegen und wahrhaftig‘ ist.

Dies meint die Neun auf oberstem Platz. Sie weilt oben und gelangt zum großen Durchdringen; wenn das Starke herannaht, weist sie es nicht ab – dies nennt man ‚die Weisen hochschätzen‘. Nichts ist stärker als Qian; es dennoch anzuhalten, vermag niemand außer dem ‚großen Rechten‘.

Wer die Substanz der Großen Zähmung besitzt, gebraucht sie, um die Weisen zu nähren; lässt man die Weisen nicht daheim essen, so bringt dies Heil.

Die Weisen hochzuschätzen zähmt das Starke; die große Rechtschaffenheit entspricht dem Himmel, sodass man Gefahren nicht scheuen muss; daher heißt es: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘

Zhouyi ZhuGroßes Bild

Dass die Dinge im Busen bewahrt und gehegt werden können, sodass die Tugend sich nicht zerstreut – darin erfüllt sich dies gänzlich.

Zhouyi ZhengyiUrteil

Die rechte Bedeutung lautet: Dass es ‚Die Zähmung des Großen‘ genannt wird, rührt daher, dass Qian stark nach oben drängt, während Gen oben als Einhalt gebietendes Prinzip weilt; indem es anhält und hegt, vermag es das Starke und Beharrliche zu bändigen; darum heißt es ‚Die Zähmung des Großen‘.

Im Tuan heißt es: ‚Das Starke anzuhalten vermag das große Rechte.‘ Weil es das Starke bändigen kann, ist es die Zähmung des Großen.

Bei ‚Die Zähmung des Kleinen‘ hingegen steht Xun über Qian; da es sanft und fügsam ist, vermag es die Kraft von Qian nicht anzuhalten, weshalb es die Zähmung des Kleinen heißt. Hier aber vermag Gen Einhalt zu gebieten, darum heißt es ‚Die Zähmung des Großen‘.

‚Fördernd ist Beharrlichkeit‘: Kann der Mensch das Starke anhalten, so geht dies nicht ohne Rechtschaffenheit, daher ‚fördernd ist Beharrlichkeit‘.

‚Nicht daheim zu essen bringt Heil‘: Wenn man das Gut der großen Zähmung besitzt, muss man tüchtige Männer nähren und fördern und sie nicht daheim für sich selbst sorgen lassen; auf solche Weise gereicht es zum Heil.

‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘: Ist Fülle vorhanden, nährt man die Weisen und entspricht dem himmlischen Weg, ohne Mühsal und Not zu fürchten; daher: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.‘

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Die rechte Bedeutung lautet: Wenn es heißt ‚Die Zähmung des Großen ist stark, beharrlich, gediegen und wahrhaftig‘, so erklärt dies das Wesen der Großen Zähmung.

‚Stark und beharrlich‘ bezeichnet Qian; die Substanz von Qian ist fest und seine Natur vorwärtsdrängend, darum heißt es ‚stark und beharrlich‘. ‚Gediegen und wahrhaftig‘ meint Gen; die Substanz von Gen ist still und verharrend, daher nennt man es ‚gediegen und wahrhaftig‘.

‚Strahlend leuchtend erneuert er täglich seine Tugend‘: Eben weil es stark, beharrlich, gediegen und wahrhaftig ist, vermag es in strahlendem Glanze zu leuchten und die eigene Tugend Tag für Tag zu mehren. Fehlte es an Stärke, wäre man schwach und würde ermattet zurückweichen.

Fehlte es an Gediegenheit, wäre man hohl und unbeständig und würde nach kurzer Blüte verwelken; wie könnte man da dauerhaft strahlen und seine Tugend täglich erneuern?

Zum Kommentar: ‚Alles, was ermattet und weicht, ist schwach ...‘ bis ‚stark, beharrlich, gediegen und wahrhaftig‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Alles, was ermattet und weicht, ist schwach‘ legt das kanonische ‚stark und beharrlich‘ aus. Ist man nicht stark, so erfährt man Überdruss und wird verdrängt. Ist man stark, schreitet das Tun täglich voran, ohne verdrängt zu werden.

‚Was erst erblüht und alsbald dahinwelkt, ist unzulänglich‘ legt das kanonische ‚gediegen und wahrhaftig‘ aus. Was nur flüchtig prangt und sogleich abfällt, besitzt ein hohles und dünnes Wesen.

Ist man hingegen tief gegründet und erfüllt, bewahrt man dauerhafte Schönheit ohne Verfall. ‚Das Starke steigt empor und schätzt die Weisen hoch‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Das Starke steigt empor‘ bezieht sich auf die Neun auf oberstem Platz. Die Kraft des Qian strebt aufwärts; die Neun auf oberstem Platz wehrt sie nicht ab, was ein Zeichen dafür ist, dass sie die Weisen ehrt und schätzt.

Zum Kommentar: ‚Dies meint die Neun auf oberstem Platz ...‘ bis ‚dies nennt man die Weisen hochschätzen‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Dies meint die Neun auf oberstem Platz‘ besagt, dass die Tugend der obersten Neun das Aufsteigen von Qian erblickt und ihm nicht widerstrebt, was bedeutet, dass sie die Weisen ehrt.

‚Weilt oben und gelangt zum großen Durchdringen‘ erläutert zur obersten Neun: ‚Erreicht man die Heerstraße des Himmels, so herrscht Gelingen‘; dies ist das freie Wirken in oberster Stellung.

Weil sie oben weilt und nach unten dem Himmel antwortet, besitzt sie die Tugend des großen Durchdringens.

‚Wenn das Starke herannaht, weist sie es nicht ab‘: Da sie von weitem Durchdringen getragen ist und das herannahende Qian nicht abwehrt, entspricht dies dem Sinn, ‚die Weisen hochzuschätzen‘. Die rechte Bedeutung lautet: Dies legt den Sinn von ‚Fördernd ist Beharrlichkeit‘ aus.

Dass Gen vermag, die Kraft des Qian anzuhalten, rührt daher, dass seine Tugend von großer Rechtschaffenheit ist; darum vermag es ‚das Starke anzuhalten‘. ‚Nicht daheim zu essen bringt Heil ...‘ bis ‚dem Himmel zu entsprechen‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Nicht daheim zu essen bringt Heil, das meint das Nähren der Weisen‘ legt aus, weshalb die Weisen nicht daheim verweilen und für sich essen sollen, um Heil zu erlangen.

Da die oberen Stände den Reichtum der ‚Großen Zähmung‘ besitzen, hegen sie diese Weisen und lassen sie nicht daheim sich selbst überlassen.

‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren, darin entspricht man dem Himmel‘ besagt, dass man die Weisen hochhält, in großer Rechtschaffenheit dem Himmel entspricht und so Gefahren überwinden kann; daher: ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘.

Zum Kommentar: ‚Wer die Substanz der Großen Zähmung besitzt ...‘ bis ‚Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren‘.

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Die Weisen hochschätzen und das Starke zähmen‘ bedeutet, dass die oberste Neun das Herannahen des Starken nicht abwehrt – dies ist mit ‚die Weisen hochschätzen‘ gemeint. Gen vermag das Starke anzuhalten – dies ist mit ‚das Starke zähmen‘ gemeint.

Daher heißt es oben im Text: ‚Das Starke steigt empor und schätzt die Weisen hoch.‘ Wang Bis Kommentar bemerkt: ‚Dies meint die Neun auf oberstem Platz.‘ Ferner heißt es: ‚Das Starke anzuhalten vermag das große Rechte.‘ Wang Bis Kommentar bemerkt: ‚Nichts ist stärker als Qian; es dennoch anzuhalten, vermag niemand außer dem großen Rechten.‘ Dies behandelt gänzlich das Wesen von Gen.

Es ist sonnenklar: ‚Die Weisen hochschätzen‘ meint die oberste Neun; ‚das Starke bändigen‘ meint das Trigramm Gen. ‚Große Rechtschaffenheit entspricht dem Himmel‘ meint ebenfalls Gen.

Darum hieß es zuvor: ‚Das Starke anzuhalten vermag das große Rechte.‘ Das Anhalten des Starken ist Gen; dem Himmel zu entsprechen rührt daher, dass das obere Trigramm Gen dem unteren Trigramm Qian entspricht; deshalb heißt es ‚dem Himmel entsprechen‘.

Dies meint die Entsprechung von oberem und unterem Trigramm als Ganzem und nicht bloß das Gegenüber einer einzelnen Yin- und Yang-Linie.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

‚Das Bild sagt: ... um seine Tugend anzuhäufen.‘

Die rechte Bedeutung lautet: ‚Der Himmel weilt inmitten der Berge‘ nimmt das Bild auf, dass Tugend sich im eigenen Inneren ansammelt; darum heißt es: ‚Der Himmel weilt inmitten der Berge.‘ ‚Der Edle nimmt viele Aussprüche der Vorzeit und Taten der Vergangenheit zur Kenntnis, um seine Tugend anzuhäufen‘ besagt: Der Edle nimmt sich diese ‚Große Zähmung‘ zum Vorbild.

Wenn die Dinge groß gehegt werden, so wird auch die Tugend groß gehegt; daher prägt er sich viele Worte früherer Geschlechter und Taten einstiger Weiser ein, mehrt sein Hören und Sehen, um die eigene Tugend aufzubauen; darum heißt es ‚um seine Tugend anzuhäufen‘.

Zum Kommentar: ‚Dass die Dinge im Busen bewahrt und gehegt werden können ...‘ bis ‚darin erfüllt sich dies gänzlich‘.

Die rechte Bedeutung lautet: Dass die Dinge im Herzen bewahrt werden und die eigene sittliche Kraft sich nicht verflüchtigt, gelingt allein dadurch, dass man frühere Worte und vergangene Taten im Gemüte hegt; dadurch bleibt die Tugend unzerstreut.

Dies allein genügt, darum heißt es: ‚Darin erfüllt sich dies gänzlich.‘

Quellen

I Ging · #26 Die Zähmung des Großen → Almanach zu diesem Datum →