East Almanac
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Hexagramm des Tages Mittwoch, 1. April 2026: #1 Das Schöpferische (Himmel) (乾)

Jeder Kalendertag entspricht deterministisch einem Hexagramm: seine Position in einer durchlaufenden 64-Tage-Rotation durch die König-Wen-Folge. Kein Wurf, kein Zufall.

Das Schöpferische (Himmel): Erhabenes Gelingen. Fördernd ist Beständigkeit.

Deutung

Das Hexagramm 1 (Qian, das Schöpferische) verkörpert die reine Yang-Kraft und die unaufhörliche Dynamik des Himmels. In der klassischen Deutung symbolisiert es einen starken schöpferischen Impuls, der jedoch nur durch Ausdauer, Rechtschaffenheit und das Einhalten natürlicher Gesetzmäßigkeiten dauerhaft Bestand hat.

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I-Ging-/BaZi-Lesungsanfrage (von eastalmanac.com).
Page: Daily hexagram 2026-04-01: #1 Das Schöpferische (Himmel).
Interpretieren Sie dies in zwei Schichten: 1) Strukturelle Evidenz: Dynamik der Linien oder Elementbalance. 2) Praktisches Urteil: klare, direkte Antwort auf die Frage, gefolgt von 2–3 konkreten Handlungsschritten (mit Verben beginnend) und besonnener Vorsicht. Weisheit zur Selbstreflexion. Quellseite:
https://eastalmanac.com/de/daily-hexagram/2026-04-01/

BaZi-Karte

Im BaZi spiegelt das reine Qian-Muster eine dichte Ansammlung von Yang-Metall und unermüdlicher Initiativkraft wider, was auf ein weitgespanntes, von hohem Tatendrang geprägtes Fundament hinweist.

Traditionelle Deutungen betonen, dass ein solches Potenzial hervorragend für Pionierarbeit geeignet ist, aber bewusst durch Flexibilität ausgeglichen werden sollte, um Härte und Isolation zu vermeiden.

Kurz gesagt: Ihre tatkräftige Energie eröffnet große Spielräume, solange Entschlossenheit mit Geduld und Anpassungsfähigkeit einhergeht.

Westliches Geburtshoroskop

Astrologisch korrespondiert die zweifache Himmelsstruktur mit einer dominanten Sonnenstellung am Medium Coeli, was Souveränität, Führungsanspruch und starke Strahlkraft nach außen unterstreicht.

Traditionelle Deutungen mahnen jedoch an, dass grelles Licht leicht blinde Flecken von Ungeduld oder Selbstüberschätzung erzeugen kann, wenn keine innere Disziplin gegensteuert.

Einfach ausgedrückt: Der kosmische Rückenwind verleiht Ihnen enormen Antrieb, doch eine nachhaltige Wirkung erfordert besonnenes und geerdetes Auftreten.

I-Ging-Befragung

Mit zwei übereinanderliegenden Himmels-Trigrammen versinnbildlicht dieses Hexagramm das unaufhörliche Wirken der kosmischen Ordnung.

Klassische Kommentare wie Tuan und Daxiang betonen das Prinzip beharrlicher Selbststärkung und mahnen, dass ein vielversprechender Beginn stets durch Integrität und das Abpassen des rechten Zeitpunkts gesichert werden muss.

Im Alltag bedeutet dies: Die Gesamtlage begünstigt entschlossenes Voranschreiten, sofern Ihr Handeln auf festen ethischen Grundsätzen ruht.

Karriere

Im beruflichen Kontext verweist Qian auf eine Phase wegweisender Führungsstärke und weitreichender Gestaltungskraft, in der eigene Initiativen auf fruchtbaren Boden fallen.

Die traditionelle Deutung legt nahe, dass entschlossenes Vorangehen Türen öffnet, ein allzu autoritärer Führungsstil jedoch wichtige Unterstützer abschrecken könnte.

Auf den Punkt gebracht: Sie haben jetzt beste Gelegenheiten zur Verantwortungsübernahme, wenn Sie Ihr Umfeld durch Vorbildfunktion statt durch bloßen Druck überzeugen.

Reichtum

In finanzieller Hinsicht gleicht diese Konstellation einer ergiebigen Quelle, die in klassischen Texten mit langfristiger Strukturplanung und strategischem Vermögensaufbau verbunden wird.

Traditionelle Lehren raten dazu, expansive Kräfte in solide Regularien und geordnete Bahnen zu lenken, anstatt impulsiven Risiken oder voreiligen Ausgaben nachzugeben.

Mit anderen Worten: Dauerhafte Stabilität wächst aus disziplinierter Haushaltsführung und rechtlicher Klarheit, nicht aus spontanem Aktionismus.

Liebe & Beziehungen

Im zwischenmenschlichen Miteinander bringt diese Signatur Tatkraft und Entschlossenheit mit sich, birgt jedoch die Gefahr, dass ein Partner das Geschehen zu stark dominiert und empathisches Zuhören vernachlässigt.

Die Beziehungsphilosophie des Yijing erinnert daran, dass tragfähige Bindungen von einem harmonischen Wechselspiel aus Führen und Nachgeben leben.

Kurz gefasst: Echte Nähe vertieft sich, wenn Sie das eigene Ego zurückstellen und den Bedürfnissen Ihres Gegenübers aufmerksam Raum geben.

Gesundheit

In der traditionellen chinesischen Gesundheitslehre wird das Qian-Trigramm mit Metall, den Lungen sowie dem Dickdarm assoziiert, wobei eine Häufung reiner Yang-Kräfte zu innerer Hitze, muskulärer Anspannung oder Überlastung führen kann.

Klassische Richtlinien empfehlen daher, Yin-nährende Ruhephasen einzuhalten und gezielte Entspannung zu pflegen, um chronischem Leistungsdruck entgegenzuwirken.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Ausreichender Ausgleich und bewusste Pausen sind unerlässlich, um Ihre Vitalität langfristig aufrechtzuerhalten.

Persönliches Wachstum

Auf der Ebene der inneren Reifung lädt dieses Zeichen dazu ein, unerschütterliche Werte nach dem Vorbild der stetigen Himmelsbewegung zu entwickeln.

Die klassische Selbstkultivierung lehrt, dass wahre Größe nicht in der Beherrschung der Außenwelt liegt, sondern in der Beherrschung der eigenen Impulse und im Einhalten moralischer Maßstäbe.

Zusammenfassend gilt: Die stetige Arbeit an Ihrem Charakter und Ihren Prinzipien bildet das verlässlichste Fundament für Ihre persönliche Entwicklung.

Kompatibilität

Treffen zwei stark von Qian geprägte Persönlichkeiten aufeinander, entsteht eine kraftvolle Synergie, die jedoch rasch in Reibungen und Rangordnungskonflikte umschlagen kann.

Traditionelle Betrachtungen betonen, dass ohne gegenseitige Kompromissbereitschaft leicht ein unergiebiger Machtkampf entbrennt.

Kurz gesagt: Geteilte Visionen verbinden Sie stark, doch nur durch klare Absprachen und das gelegentliche Nachgeben beider Seiten gelingt ein harmonisches Miteinander.

Schicksalsphasen

In übergeordneten Lebensphasen signalisiert das Auftreten von Qian einen expansiven Zyklus, der durch institutionellen Aufbau und wachsende Verantwortung geprägt ist.

Die traditionelle Lebenszyklusdeutung warnt davor, dass Selbstgefälligkeit auf dem Höhepunkt die größte Verwundbarkeit darstellt. Schlichtweg formuliert: Der aktuelle Lebensabschnitt begünstigt aktives Schaffen, sofern Sie umsichtig planen und Ihre Kräfte planvoll einteilen.

Jahreslesung

Auf Jahresbasis stehen wegweisende Neuerungen, gesteigerte Pflichten und ein allgemein hohes Tempo im Vordergrund.

Klassische Überlieferungen heben hervor, dass ein solch ertragreiches Jahr auch beträchtliche Reibungsverluste mit sich bringen kann, wenn die Kräfte nicht klug dosiert werden.

Im Klartext: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen und bewahren Sie auch bei dichtem Arbeitsanfall stets die innere Ruhe.

Namensanalyse

In der Namenskunde verlangt die Qian-Symbolik nach Zeichen, die würdevolle Klarheit, Weitblick und Aufrichtigkeit vermitteln.

Traditionelle Methoden zur Elementenbalance betonen, dass eine allzu starre Metallenergie durch ausgleichende, sanftere Nuancen gemildert werden sollte, um Sprödigkeit zu verhindern.

In einfachen Worten: Ein ausgewogener Name vereint hehre Ideale mit klangvoller Milde und verbindet so Kraft mit Geschmeidigkeit.

Datumswahl

Für die Datumswahl gelten von Qian geprägte Zeitpunkte traditionell als günstig für Grundsteinlegungen, Vertragsunterzeichnungen, Eröffnungen und den Start langfristiger Vorhaben.

Die klassische Hemerologie empfiehlt, klare und harmonische Stunden zu wählen und hastige oder spannungsgeladene Konstellationen zu meiden, um ein gutes Gelingen zu fördern.

Kurz gesagt: Der Beginn größerer Projekte steht unter einem guten Stern, wenn die Absichten lauter sind und formale Schritte sorgfältig vorbereitet werden.

Feng Shui

Im Raum-Feng-Shui beherrscht Qian den Nordwesten und symbolisiert väterliche Autorität, geordnete Strukturen sowie institutionelle Verlässlichkeit.

Nach geomantischen Grundsätzen sollte dieser Bereich stets aufgeräumt, hell und frei von störenden Feuerelementen oder Unrat gehalten werden, um die leitende Ordnung zu schützen.

Ganz praktisch ausgedrückt: Eine klare und gepflegte Gestaltung im Nordwesten unterstützt eine ruhige und strukturierte Atmosphäre im gesamten Gebäude.

Referenzen

Originaltext

Tuan-Kommentar

Groß ist das schöpferische Urprinzip, von dem alle Wesen ihren Anfang nehmen; es durchdringt und lenkt den ganzen Himmel. Die Wolken ziehen und der Regen wirkt, alle Dinge strömen in ihre Formen aus.

Das große Licht begreift Ende und Anfang, und die sechs Stufen vollenden sich zur rechten Zeit. Zur rechten Zeit besteigt man die sechs Drachen, um den Himmel zu lenken.

Der Weg des Schöpferischen wandelt und gestaltet, sodass jedes Wesen seine wahre Natur und Bestimmung empfängt; es bewahrt die große Harmonie in Einheit, und darin liegt fördernde Beständigkeit. Hoch ragt es über die Menge der Dinge hervor, und zehntausend Reiche finden Frieden.

Großes Bild

Die Bewegung des Himmels ist kraftvoll und beständig; so stärkt der Edle sich selbst unaufhörlich.

Wenyan-Kommentar

Das Ursprüngliche ist das Erste des Guten. Das Gelingende ist die Vereinigung des Vortrefflichen. Das Fördernde ist die Harmonie der Rechtschaffenheit. Das Beständige ist der Stamm des Handelns.

Verkörpert der Edle die Menschlichkeit, so vermag er die Menschen anzuleiten; verbindet er das Vortreffliche, so entspricht er den Regeln der Sittlichkeit; fördert er die Wesen, so bringt er die Rechtschaffenheit in Harmonie; ist er fest und beständig, so vermag er die Dinge auszuführen.

Der Edle verwirklicht diese vier Tugenden, darum heißt es: „Das Schöpferische: Erhaben, gelingend, fördernd, beständig.“ Neun am Anfang besagt: „Verborgener Drache. Nicht handeln.“ Was bedeutet das?

Der Meister sprach: „Es bezeichnet jemanden von der Tugend des Drachen, der noch verborgen weilt. Er lässt sich durch die Welt nicht beirren, strebt nicht nach Ruhm, zieht sich ohne Gram aus der Welt zurück und grämt sich nicht, wenn er verkannt wird.

Hat er Freude daran, so handelt er; birgt es Sorgen, so zieht er sich zurück; fest und unerschütterlich steht er zu sich – das ist der verborgene Drache.“ Neun an zweiter Stelle besagt: „Drache, der auf dem Felde erscheint.

Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.“ Was bedeutet das? Der Meister sprach: „Es bezeichnet die Tugend des Drachen, die das rechte Maß und die Mitte wahrt.

Aufrichtig in den alltäglichen Worten, behutsam im alltäglichen Tun; er wehrt das Falsche ab und bewahrt seine Wahrhaftigkeit. Er tut der Welt Gutes, ohne sich dessen zu rühmen; seine Tugend breitet sich weit aus und wandelt die Menschen.

Im Buch der Wandlungen heißt es: ‚Drache, der auf dem Felde erscheint.

Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.‘ Dies meint die Tugend eines Herrschers.“ Neun an dritter Stelle besagt: „Der Edle ist den ganzen Tag schöpferisch tätig und am Abend noch wachsam besorgt; Gefahr, doch kein Makel.“ Was bedeutet das?

Der Meister sprach: „Der Edle mehrt seine Tugend und vollendet sein Werk. Loyalität und Treue sind die Mittel, um die Tugend zu mehren; die Pflege der Rede und die Festigung der Wahrhaftigkeit sind die Mittel, um im Werk Bestand zu haben.

Wer erkennt, wie weit man gelangen kann, und dorthin gelangt, mit dem lässt sich über die feinen Keime der Dinge sprechen; wer erkennt, worin man ruhen soll, und dort zur Ruhe kommt, mit dem lässt sich die Gerechtigkeit bewahren.

Daher ist er in hoher Stellung nicht überheblich und in niederer Stellung ohne Bekümmernis.

Darum ist er schöpferisch tätig und der Zeit entsprechend achtsam; obgleich Gefahr droht, bleibt er ohne Makel.“ Neun an vierter Stelle besagt: „Vielleicht wagt er den Sprung über den Abgrund; kein Makel.“ Was bedeutet das?

Der Meister sprach: „Ob oben oder unten, es gibt keine feste Regel, doch geschieht es nicht aus Verfehlung. Ob Voranschreiten oder Rückzug, es gibt kein starres Verharren, doch trennt er sich nicht von der Gemeinschaft.

Der Edle mehrt seine Tugend und vollendet sein Werk, weil er die rechte Zeit ergreifen will; darum trifft ihn kein Makel.“ Neun an fünfter Stelle besagt: „Fliegender Drache am Himmel. Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.“ Was bedeutet das?

Der Meister sprach: „Gleiche Töne antworten einander, verwandte Geister suchen einander; das Wasser fließt zum Feuchten, das Feuer greift nach dem Trockenen, die Wolken folgen dem Drachen, und die Winde folgen dem Tiger. Tritt der Heilige hervor, so blicken alle Wesen zu ihm auf.

Was dem Himmel entstammt, neigt nach oben; was der Erde entstammt, haftet an dem, was unten ist – so folgt jedes seiner Art.“ Neun oben besagt: „Hochmütiger Drache; Grund zur Reue.“ Was bedeutet das?

Der Meister sprach: „Er besitzt Rang, aber kein Amt; er steht hoch, doch hat er kein Volk unter sich; edle Männer weilen in niederer Stellung und stehen ihm nicht zur Seite.

Wenn er sich unter solchen Umständen bewegt, so folgt Reue.“ „Verborgener Drache, nicht handeln“ bedeutet, noch unten zu sein. „Drache, der auf dem Felde erscheint“ bedeutet, der Zeit gemäß noch im Verborgenen zu weilen.

„Den ganzen Tag schöpferisch tätig“ bedeutet, das Werk zu vollbringen. „Vielleicht wagt er den Sprung über den Abgrund“ bedeutet, sich selbst zu prüfen. „Fliegender Drache am Himmel“ bedeutet, von oben her zu ordnen.

„Hochmütiger Drache; Grund zur Reue“ bedeutet das Unheil des Äußersten. „Das schöpferische Urprinzip gebraucht die Neunen“ bedeutet, dass unter dem Himmel Ordnung herrscht. „Verborgener Drache, nicht handeln“: Die Yang-Kraft ruht noch verborgen.

„Drache, der auf dem Felde erscheint“: Unter dem Himmel leuchten Kultur und Helle auf. „Den ganzen Tag schöpferisch tätig“: Er schreitet im Einklang mit der Zeit voran. „Vielleicht wagt er den Sprung über den Abgrund“: Der Weg des Schöpferischen erneuert sich.

„Fliegender Drache am Himmel“: Er nimmt den Platz himmlischer Tugend ein. „Hochmütiger Drache; Grund zur Reue“: Er erreicht gemeinsam mit der Zeit die Grenze. „Das schöpferische Urprinzip gebraucht die Neunen“: Hierin offenbart sich das Gesetz des Himmels.

Das schöpferische Urprinzip schenkt den Anfang und bewirkt das Gelingen. Fördernde Beständigkeit ist sein Wesen und seine Art. Das Schöpferische vermag die Welt durch heilsame Wohltaten zu bereichern, ohne von seinem Nutzen zu sprechen – wie gewaltig ist das!

Groß ist das schöpferische Urprinzip: stark, tatkräftig, ausgewogen und recht, von reinster und lauterster Vollkommenheit! Die sechs Yao entfalten seine Bedeutung und eröffnen das tiefste Verständnis für alle Lebensverhältnisse.

Zur rechten Zeit besteigt man die sechs Drachen, um den Himmel zu lenken. Die Wolken ziehen, der Regen strömt herab, und unter dem Himmel breitet sich Friede aus. Der Edle macht vollendete Tugend zu seinem Wandel; es ist ein Wandel, der sich täglich offenbart.

Dass man von ‚verborgen‘ spricht, bedeutet: Er weilt im Verborgenen und tritt noch nicht hervor, er ist im Handeln begriffen, doch das Werk ist noch unvollendet; deshalb handelt der Edle noch nicht.

Der Edle lernt, um Wissen zu sammeln; er fragt, um zu unterscheiden; er wohnt in Weitherzigkeit und handelt aus Menschlichkeit. Im Buch der Wandlungen heißt es: „Drache, der auf dem Felde erscheint.

Fördernd ist es, den großen Menschen zu sehen.“ Dies betrifft die Tugend des Herrschers. Neun an dritter Stelle vereint zweifache Stärke, steht aber nicht in der Mitte; oben ist er noch nicht am Himmel, unten ist er nicht mehr auf dem Felde.

Darum ist er den ganzen Tag tätig und der Zeit entsprechend wachsam; obgleich Gefahr droht, trifft ihn kein Makel.

Neun an vierter Stelle vereint zweifache Stärke, steht aber nicht in der Mitte; oben ist er nicht am Himmel, unten nicht auf dem Felde und in der Mitte nicht im Reiche der Menschen. Darum heißt es ‚vielleicht‘.

Dieses ‚vielleicht‘ besagt, dass er noch prüft und zögert; darum entsteht kein Makel.

Der große Mensch steht in seiner Tugend in Einklang mit Himmel und Erde, in seiner Helle mit Sonne und Mond, in seiner Ordnung mit den vier Jahreszeiten und in seinem Verhältnis zu Glück und Unglück mit den geistigen Mächten.

Geht er dem Himmel voran (Früher Himmel (ursprüngliche Anordnung)), so widerspricht der Himmel ihm nicht; folgt er dem Himmel nach, so fügt er sich in die himmlische Zeit.

Wenn selbst der Himmel ihm nicht widerstreitet, wie viel weniger die Menschen, wie viel weniger die geistigen Mächte!

Das Wort ‚hochmütig‘ bezeichnet jemanden, der wohl voranzuschreiten weiß, aber nicht zurückzuweichen; der das Bestehen kennt, aber nicht den Untergang; der den Gewinn begreift, aber nicht den Verlust. Ist es nicht allein der Heilige?

Wer das Voranschreiten und Zurückweichen, das Bestehen und den Untergang erkennt, ohne das rechte Maß zu verlieren – das vermag fürwahr nur der Heilige!

Klassischer Kommentar

Zhouyi BenyiUrteil

乾 (Aussprache: qu-yan-fan)

Das aus sechs Strichen bestehende Hexagramm ist das von Fu Xi gezeichnete Gua. Die Eins ist die ungerade Zahl, die Zahl des Yang. Qian ist die Kraft (das Schöpferische), das Wesen des Yang.

Der ursprüngliche Kommentar vermerkt: Das Zeichen Qian bezeichnet das Trigramm aus drei Strichen. Das untere ist das innere Gua, das obere das äußere Gua. Im Text des Klassikers bezeichnet das Zeichen Qian das Hexagramm aus sechs Strichen.

Fu Xi blickte empor und betrachtete den Himmel, er blickte hinab und erforschte die Erde; er sah, dass Yin und Yang die Zahlen des Ungeraden und Geraden besitzen.

Daher zeichnete er einen ungeteilten Strich, um das Yang abzubilden, und einen geteilten Strich, um das Yin abzubilden.

Er sah, dass jedes Yin und jedes Yang wiederum ein Yin und ein Yang hervorbringt; darum verdoppelte er von unten nach oben fortschreitend dreimal, um die Ba Gua zu bilden.

Er erkannte, dass die Natur des Yang kraftvoll ist und seine größte sichtbare Gestalt der Himmel ist; deshalb nannte er das Gua aus drei ungeteilten Strichen Qian (Das Schöpferische (Himmel)) und verglich es mit dem Himmel.

Als die drei Striche bereitstanden und die Ba Gua vollendet waren, verdoppelte er die Striche abermals dreimal zu sechs Strichen und fügte über jedem der Ba Gua wiederum die Ba Gua hinzu, um die vierundsechzig Gua zu vollenden.

In diesem Gua sind alle sechs Striche ungeteilt, oben wie unten waltet Qian; dies ist die reine Fülle des Yang und das Höchstmaß an Schöpferkraft. Daher sind der Name Qian und das Bild des Himmels unveränderlich.

„Erhaben – hinströmend – fördernd – beharrlich“: Dies sind die von König Wen angefügten Worte, um über Heil und Unheil des gesamten Gua zu entscheiden – der sogenannte Urteilstext (Tuan-Spruch).

„Erhaben“ (Yuan) bedeutet groß; „hinströmend“ (Heng) bedeutet durchdringend; „fördernd“ (Li) bedeutet angemessen; „beharrlich“ (Zhen) bedeutet recht und fest. König Wen war der Ansicht, dass der Weg des Schöpferischen weithin durchdringend und vollkommen recht ist.

Wer daher beim Orakel dieses Gua erhält und bei dem alle sechs Linien unbewegt bleiben, dessen Orakelspruch besagt: Ihm wird großes Gelingen zuteilwerden, doch liegt die Förderung unausweichlich in rechter Festigkeit – erst dann vermag er das Ende zu bewahren.

Dies ist der tiefe Sinn, warum die Heiligen das I Ging schufen, die Menschen das Wahrsagen lehrten und so die Dinge erschlossen und die Werke vollendeten. Die übrigen Gua sind nach diesem Muster zu verstehen.

Zhouyi BenyiTuan-Kommentar

彖 (Aussprache: tu-luan-fan)

Das Tuan ist der von König Wen angefügte Urteilstext. Der Kommentar (Zhuan) ist der Text, mit dem Konfuzius den Klassiker auslegte. Wo im Folgenden vom Kommentar gesprochen wird, gilt dasselbe.

Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung von Qian ausschließlich anhand des Himmelswegs und gliedert „erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“ in vier Tugenden auf, um sie zu verdeutlichen; dieser erste Absatz erklärt vor allem die Bedeutung von „erhaben“ (Yuan).

„Großartig!“ ist ein Ausruf der Bewunderung. Yuan bedeutet groß, bedeutet Anfang. Das schöpferische Ur-Erhabene ist der große Anfang der Himmelstugend; darum nehmen alle zehntausend Wesen von ihm ihren Anfang.

Zudem steht es an der Spitze der vier Tugenden und durchdringt Anfang und Ende der Himmelstugend, weshalb es heißt: „Es herrscht über den Himmel“. „Austeilen“ (shi): Aussprache shi-chi-fan, im gesamten Gua gleich.

Dies erklärt das „Hinströmende“ (Heng) des Schöpferischen. Der Anfang ist das Ur-Erhabene (Yuan), das Ende meint die Beharrlichkeit (Zhen). Gibt es kein Ende, so gibt es keinen Anfang; mangelt es an Beharrlichkeit, so lässt sich kein erhabener Anfang begründen.

Dies besagt: Wenn der Heilige Anfang und Ende des Schöpferischen Weges vollkommen durchschaut, erkennt er, dass die sechs Positionen des Gua sich jeweils zur rechten Zeit vollenden; und indem er diese sechs Yang-Kräfte besteigt, vollzieht er den Himmelsweg.

Dies ist das schöpferische Erhabene und Hinströmende des Heiligen. „Wandel“ ist das allmähliche Fortschreiten der Veränderung; „Umwandlung“ ist die Vollendung des Wandels. Was das Wesen empfängt, ist seine Natur; was der Himmel ihm zuteilt, ist seine Bestimmung.

Die Höchste Harmonie ist das ausgeglichene, einmütige Qi aus der Vereinigung von Yin und Yang. „Dass jedes sich berichtigt“, wird zu Beginn der Entstehung empfangen; „zu bewahren und zu einen“, vollendet sich nach der Geburt.

Dies besagt, dass Wandlung und Umwandlung des Schöpferischen Weges überall förderlich sind und alle Wesen ihre Natur und Bestimmung erlangen, um sich ganz zu entfalten – womit die Bedeutung von „fördernd und beharrlich“ ausgelegt wird.

Der Heilige steht obenan und ragt hoch über die Wesen hinaus – gleich Wandlung und Umwandlung des Schöpferischen Weges.

Dass alle Reiche ihren rechten Platz finden und allseits Frieden herrscht, gleicht dem, dass alle zehntausend Wesen jeweils Natur und Bestimmung berichtigen und die Höchste Harmonie bewahren. Dies bezeichnet das Fördernde und Beharrliche des Heiligen.

Betrachtet man das Ganze im Zusammenhang: Das Erhabene (Yuan) ist das erste Ersprießen der Wesen; das Hinströmende (Heng) ist ihr üppiges Gedeihen; das Fördernde (Li) strebt zur Frucht; das Beharrliche (Zhen) ist die Vollendung der Frucht.

Ist die Frucht vollendet, fallen Stiel und Kelch ab, und man kann den Samen aufs Neue säen und wachsen lassen. So kreisen die vier Tugenden ohne Ende. Doch zwischen den vieren strömt die Lebenskraft ununterbrochen und kennt keinen Abriss.

Darum birgt das Erhabene alle vier Tugenden in sich und beherrscht den Himmel. Auf den Heiligen bezogen meinte Konfuzius wohl: Dieses Gua ist das Orakel dafür, dass der Heilige den ihm vom Himmel bestimmten Thron erlangt, den Himmelsweg wandelt und den Großen Frieden stiftet.

Wenn auch der Wortsinn bisweilen vom alten Sinn König Wens abweicht, so forsche der Leser nach dem jeweiligen Geiste – dann gehen beide Deutungen nebeneinander einher, ohne sich zu widersprechen. Das Gua Kun ist entsprechend zu verstehen.

Zhouyi BenyiGroßes Bild

Das „Bild“ (Xiang) bezieht sich auf die oberen und unteren Bilder des Gua sowie auf die sechs Linien dieser beiden Bilder; es sind die von Herzog Dan von Zhou angefügten Worte.

Der Himmel ist das Bild des Schöpferischen Gua (Qian). Bei allen verdoppelten Gua wird für gewöhnlich die Bedeutung der Verdopplung herangezogen; hier allein ist es nicht so, denn der Himmel ist nur einer.

Spricht man jedoch vom Gang des Himmels, so sieht man, wie er an einem Tage einen Umlauf vollendet und am folgenden Tage erneut einen Umlauf – gleichsam ein Bild des Wiederholten, das ohne höchste Kraft nicht sein könnte.

Der Edle nimmt sich dies zum Vorbild: Er lässt nicht zu, dass menschliche Begierden die Festigkeit seiner himmlischen Tugend versehren, sondern stärkt sich selbst unablässig.

Zhouyi BenyiWenyan-Kommentar

長: Aussprache ding-wen-fan, ebenso unten bei „den Menschen vorstehen“.幹: Aussprache gu-dan-fan.

Dieses Kapitel führt den Sinn des Tuan- und Xiang-Kommentars weiter aus, um die tiefen Geheimnisse der beiden Gua Qian und Kun vollkommen offenzulegen; die Deutungen der übrigen Gua lassen sich daraus sinngemäß ableiten.

Das Erhabene (Yuan) ist der Beginn der Lebewesen; keine Tugend von Himmel und Erde geht ihm voraus. Unter den Jahreszeiten entspricht es dem Frühling, im Menschen der Mitmenschlichkeit (Ren), dem Ersten unter allem Guten.

Das Hinströmende (Heng) ist das Durchdringen des Lebendigen; gelangen die Dinge hierher, so ist alles trefflich und schön. Unter den Jahreszeiten entspricht es dem Sommer, im Menschen den Sitten (Li), der Vereinigung aller Schönheiten.

Das Fördernde (Li) ist das Gedeihen des Lebendigen; jedes Ding gelangt zu seiner Angemessenheit, ohne das andere zu beeinträchtigen. Unter den Jahreszeiten entspricht es dem Herbst, im Menschen der Rechtschaffenheit (Yi), die das harmonische Maß wahrt.

Das Beharrliche (Zhen) ist die Vollendung der Lebewesen; die wahre Ordnung ist vollkommen gegenwärtig und an jedem Ort genügend.

Unter den Jahreszeiten entspricht es dem Winter, im Menschen der Weisheit (Zhi), dem Stamm alles Handelns – gleich dem Stamm eines Baumes, auf dem Zweige und Blätter ruhen, um festzustehen.

Macht man die Mitmenschlichkeit zu seinem Wesenskern, so bleibt kein Wesen von der Liebe ausgeschlossen; daher vermag man den Menschen vorzustehen. Schätzt man das Treffliche, das sich fügt, so entspricht alles den Sitten.

Lässt man jedes Wesen das ihm Förderliche erlangen, so ist die Rechtschaffenheit allseits harmonisch.

Wer beharrlich und fest ist, erkennt das Rechte und hält unerschütterlich daran fest – er weiß darum und weicht nicht davon ab; darum vermag er der Stamm der Unternehmungen zu sein.

Ohne die äußerste Schöpferkraft des Edlen ließe sich dies nicht verwirklichen; darum heißt es: „Das Schöpferische: erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“.

Dieser erste Abschnitt führt den Sinn des Tuan-Kommentars weiter aus und stimmt mit den Worten der Mu Jiang in den Frühling- und Herbstannalen überein. Es ist zu vermuten, dass diese Worte bereits im Altertum existierten; Mu Jiang zitierte sie, und auch der Meister griff sie auf.

Daher wird weiter unten eigens mit „Der Meister sprach“ Konfuzius' Wortlaut gekennzeichnet – der Verfasser des Kommentars wollte wohl kenntlich machen, dass dieses Kapitel ein uralter Spruch ist.樂: Aussprache luo oder ku-xue-fan.

Die Drachentugend ist die Tugend des Heiligen. Er weilt unten, darum verbirgt er sich. „Wandeln“ bedeutet, seine Grundsätze zu ändern.

Im Großen und Ganzen legen die Wenyan-Kommentare zu den sechs Linien des Gua Qian allesamt den Heiligen dar; sie unterscheiden zwischen Verborgenheit und Offenbarung, nicht aber zwischen oberflächlich und tief.行: Aussprache xia-meng-fan.邪: Aussprache yi-jie-fan.

Recht und mittig: Dies ist die Zeit, in der er nicht mehr verborgen liegt, aber noch nicht emporgeschnellt ist. Auch im alltäglichen Wort wahrhaftig sein, auch im alltäglichen Wandel achtsam sein – dies ist das Höchstmaß vollendeter Tugend.

Das Falsche abwehren und seine Aufrichtigkeit bewahren, unermüdlich sein – dies meint ebenfalls das Bewahren. Es besagt, dass dies Herrschertugend ist, womit erklärt wird, warum die Neun auf dem zweiten Platz ein Großer Mensch ist.幾: Aussprache ji.

Treue und Aufrichtigkeit walten im Herzen, ohne dass auch nur ein Gedanke unaufrichtig wäre. Die Worte pflegen zeigt sich im Handeln, ohne dass auch nur ein Wort unwahr wäre.

Besitzt man auch ein Herz voller Treue und Aufrichtigkeit: Pflegt man die Worte nicht und festigt die Aufrichtigkeit nicht, so kann man nicht darin verweilen. „Zu wissen, wohin man gelangen kann, und dorthin zu gelangen“, ist das Werk des Tugendfortschritts.

„Das Ende zu kennen und es zu vollenden“, ist das Werk des Verweilens im Schaffen. Dass er den ganzen Tag über schöpferisch tätig ist und am Abend noch besorgt wacht, geschieht aus diesem Grunde.

Er kann oben sein, er kann unten sein, ohne Hochmut und ohne Sorge – das ist es, was „ohne Makel“ genannt wird.

Bei Neun auf viertem Platz heißt es: „Manch einer schnellt empor über dem Abgrund. Kein Makel.“ Was bedeutet das? Der Meister sprach: Oben oder unten ohne Dauer zu sein, geschieht nicht aus Falschheit.

Voranzugehen oder zurückzuweichen ohne Beständigkeit, geschieht nicht, um die Gefährten zu verlassen. Der Edle fördert seine Tugend und pflegt sein Werk, weil er die rechte Zeit wahrnehmen will; darum ist er ohne Makel.離: im abfallenden Ton.

Das innere Gua spricht von Tugend und Gelehrsamkeit; das äußere Gua spricht von Zeit und Stellung. Tugend zu mehren und das Werk zu pflegen, hat Neun auf drittem Platz vollendet; hier aber geht es darum, zur rechten Zeit voranzuschreiten.

Bei Neun auf fünftem Platz heißt es: „Fliegender Drache am Himmel. Fördernd ist es, den Großen Menschen zu sehen.“ Was bedeutet das? Der Meister sprach: Gleiche Töne antworten einander, gleiches Qi sucht einander. Wasser fließt zum Feuchten, Feuer neigt zum Trockenen.

Wolken folgen dem Drachen, Wind folgt dem Tiger. Der Heilige steht auf, und alle Wesen blicken zu ihm auf. Was im Himmel wurzelt, neigt nach oben; was in der Erde wurzelt, neigt nach unten – so folgt ein jedes seiner Art.應: im abfallenden Ton.

„Aufstehen“ meint sich erheben. „Wesen“ meint hier die Menschen. „Blicken auf“ erklärt den Sinn von „fördernd ist es zu sehen“. Was im Himmel wurzelt, meint die beweglichen Wesen (Tiere); was in der Erde wurzelt, meint die Pflanzen. Jedes Wesen folgt seiner Art.

Der Heilige steht an der Spitze des Menschengeschlechts; wenn er sich oben erhebt, sehen ihn alle Menschen.

Bei der oberen Neun heißt es: „Hochmütiger Drache wird Reue haben.“ Was bedeutet das? Der Meister sprach: Vornehm, doch ohne Rang; hochstehend, doch ohne Volk; Weise Männer stehen in niederem Rang, doch ohne Beistand – daher bringt jede Bewegung Reue.

„Weise Männer stehen in niederem Rang“ meint von Neun auf fünftem Platz abwärts. „Ohne Beistand“: Da die obere Neun zu hoch steht und selbstgefällig ist, kommen sie ihr nicht zu Hilfe.

Dieser zweite Abschnitt führt den Sinn des Xiang-Kommentars weiter aus.

„Verborgener Drache, handle nicht“: Er weilt unten.

„Sichtbarer Drache auf dem Felde“: Die Zeit gebietet Rast.舍: Aussprache she (lassen/rasten).

Es besagt, dass er von der Zeit noch nicht gebraucht wird.

„Den ganzen Tag schöpferisch tätig“: Er vollbringt Werke.

„Manch einer schnellt empor über dem Abgrund“: Er erprobt sich selbst. Er handelt noch nicht übereilt, sondern prüft vorerst, was möglich ist.

„Fliegender Drache am Himmel“: Er regiert von oben herab.治: im ebenen Ton.

Oben weilen, um die Unteren zu ordnen.

„Hochmütiger Drache wird Reue haben“: Das Unheil des Erschöpften.

„Die Neun gebrauchen beim Schöpferischen Ur-Erhabenen“: Die Welt wird wohl geordnet.治: im abfallenden Ton.

Dies besagt: Bei Qian Yuan die Neun anzuwenden, zeigt einen Unterschied zu anderen Gua. Wenn der Weg des Herrschers stark ist und doch sanft sein kann, wird unter dem Himmel alles wohl geordnet.

Dieser dritte Abschnitt führt die vorigen Gedanken erneut aus.

„Verborgener Drache, handle nicht“: Das Yang-Qi liegt verborgen.

„Sichtbarer Drache auf dem Felde“: Unter dem Himmel leuchtet Gesittung. Obwohl er nicht im hohen Amte steht, ist die Welt doch bereits von seinem Wandel erfasst.

„Den ganzen Tag schöpferisch tätig“: Er wandelt mit der Zeit. Die Zeit erfordert es so.

„Manch einer schnellt empor über dem Abgrund“: Der Weg des Schöpferischen erneuert sich. Er verlässt das Unten und strebt nach oben – eine Zeit des Wandels.

„Fliegender Drache am Himmel“: Er nimmt den Platz der himmlischen Tugend ein. Himmlische Tugend ist der himmlische Thron. Denn nur wer diese Tugend besitzt, dem gebührt dieser Thron; darum wird er so genannt.

„Hochmütiger Drache wird Reue haben“: Er gelangt mit der Zeit an die äußerste Grenze.

„Die Neun gebrauchen beim Schöpferischen Ur-Erhabenen“: Darin zeigt sich das Gesetz des Himmels. Stark zu sein und doch sanft sein zu können, ist das Gesetz des Himmels.

Dieser vierte Abschnitt bekräftigt wiederum den vorigen Sinn.

Das Schöpferische Ur-Erhabene ist es, das anhebt und durchdringt. Was beginnt, muss durchdringen – das gebietet die Natur der Dinge. Förderung und Beharrlichkeit sind Wesen und Regung. Im Einholen und Bergen zeigt sich die wahre Wirklichkeit von Wesen und Gemüt.

Das Schöpferische vermag durch heilsamen Segen die Welt zu fördern, ohne zu nennen, worin der Nutzen liegt – wie groß ist das! Der Anfang ist das Erhabene und Hinströmende. Die Welt fördern ist das Fördernde. Nicht nennen, was gefördert wird, ist die Beharrlichkeit.

Manche sagen: Bei Kun heißt es „Fördernd ist die Beharrlichkeit einer Stute“, da wird das Förderliche ausdrücklich genannt. Großartig ist das Schöpferische! Stark, kraftvoll, mittig, recht, rein, lauter und vollkommen.

„Stark“ bezieht sich auf die Substanz, „kraftvoll“ schließt die Wirkung ein. „Mittig“ heißt, dass sein Handeln weder zu viel noch zu wenig ist; „recht“ heißt, dass sein Stand unerschütterlich ist. Diese vier sind die Tugenden des Schöpferischen.

„Rein“ bedeutet ungetrübt von weiblicher Nachgiebigkeit; „lauter“ bedeutet unberührt von Schlechtem und Üblem. Es ist der höchste Gipfel von Starkem, Kraftvollem, Mittigem und Rechtem; und „vollkommen“ ist abermals der äußerste Gipfel von Reinem und Lauterem.

Wollte man bezweifeln, dass Qian als reines Starkes ohne Weichheit nicht mittig und recht genannt werden könne, so irrt man. Zwischen Himmel und Erde strömt ursprünglich ein einziges Qi, das lediglich Bewegung und Ruhe besitzt.

Betrachtet man das allumfassende Ganze seines Strömens, so nennt man es schlicht Qian, und nichts bleibt unumfasst. Scheidet man es nach Bewegung und Ruhe, so treten erst Yin und Yang, Hart und Weich auseinander.

Die sechs Linien entfalten sich und bringen die Lebenswirklichkeit allseits zur Geltung. „Allseits zur Geltung bringen“ bedeutet, die Dinge bis ins Feinste zu erfassen.

Zur rechten Zeit besteigt er sechs Drachen, um den Himmel zu lenken; Wolken ziehen, Regen strömt, und unter dem Himmel herrscht Friede.

Dies besagt: Wenn der Heilige zur rechten Zeit die sechs Drachen besteigt, um den Himmel zu lenken, so ist dies, wie wenn am Himmel Wolken ziehen und Regen fällt – und die Welt gelangt zu Frieden.

Dieser fünfte Abschnitt greift den Sinn des ersten Kapitels aufs Neue auf.

Der Edle macht die vollendete Tugend zu seinem Wandel; es ist ein Wandel, der täglich sichtbar sein kann. Dass vom „Verborgenen“ gesprochen wird, meint: verborgen und noch nicht sichtbar, im Handeln noch unvollendet; darum handelt der Edle nicht.

行 jeweils im abfallenden Ton; 見 bei „未見“ lautet xian (erscheinen).

Vollendete Tugend ist die bereits gereifte Tugend. Neun am Anfang besitzt gewiss vollendete Tugend, doch sein Handeln kann noch nicht in Erscheinung treten.

Der Edle lernt, um zu sammeln; er fragt, um zu unterscheiden; er verweilt in Weitherzigkeit; er wandelt in Mitmenschlichkeit. Das Buch der Wandlungen spricht: „Sichtbarer Drache auf dem Felde. Fördernd ist es, den Großen Menschen zu sehen.“ Dies ist Herrschertugend.

Durch diese vier Dinge vollendet sich die Tugend des Großen Menschen. Dass abermals von Herrschertugend die Rede ist, soll zutiefst verdeutlichen, dass Neun auf zweitem Platz der Große Mensch ist.

Neun auf drittem Platz ist doppelt hart und nicht mittig; oben weilt er nicht am Himmel, unten weilt er nicht auf dem Felde. Daher ist er schöpferisch tätig und wacht wachsam seiner Zeit gemäß; obschon in Gefahr, bleibt er ohne Makel.重 im ebenen Ton, ebenso unten.

Doppelt hart meint eine Yang-Linie auf einem Yang-Platz.

Neun auf viertem Platz ist doppelt hart und nicht mittig; oben weilt er nicht am Himmel, unten weilt er nicht auf dem Felde, in der Mitte weilt er nicht unter den Menschen. Daher heißt es „manch einer“. „Manch einer“ drückt das Zaudern aus; daher ohne Makel.

Neun auf viertem Platz ist eigentlich nicht doppelt hart; das Zeichen „doppelt“ ist vermutlich überflüssig. „Unter den Menschen“ bezieht sich auf den dritten Platz. „Manch einer“ meint: der Zeit folgend und noch unentschieden.

Der Große Mensch schließt sich in seiner Tugend an Himmel und Erde an, in seiner Klarheit an Sonne und Mond, in seiner Ordnung an die vier Jahreszeiten, in Heil und Unheil an Geister und Götter.

Geht er dem Himmel voraus, so widerspricht ihm der Himmel nicht; folgt er dem Himmel nach, so fügt er sich in des Himmels Zeit. Wenn selbst der Himmel ihm nicht widerstreitet – wie viel weniger die Menschen, wie viel weniger Geister und Götter!

夫 Aussprache fu; 先 und 後 jeweils im abfallenden Ton.

Der Große Mensch meint den im Spruch genannten Großen Menschen, den zu sehen förderlich ist. Nur wer diese Tugend besitzt und den entsprechenden Platz einnimmt, vermag dem zu entsprechen.

Der Mensch und Himmel, Erde, Geister und Götter gründen im selben Prinzip; allein verblendet vom Egoismus des Ichs, ist man an die körperliche Gestalt gefesselt und vermag nicht eins zu sein.

Der Große Mensch ist ohne Eigennutz und nimmt das Dao zu seinem Wesen – wie könnte da von Diesseits und Jenseits, von Vorher und Nachher die Rede sein? „Dem Himmel vorauszugehen und er widerspricht nicht“ bedeutet: Was sein Herz erstrebt, stimmt im Stillen mit dem Dao überein.

„Dem Himmel nachzufolgen und sich der Zeit zu fügen“ bedeutet: Er erkennt das Prinzip als solches und handelt in Ehrfurcht danach.

Die Uiguren sagten einst zu Guo Ziyi: „Der Wahrsager sprach, auf diesem Zuge werde man einen Großen Menschen erblicken und heimkehren.“ Jenes Orakel stimmte wohl hiermit überein.

Reichte Guo Ziyi auch nicht an das heran, wovon der Meister sprach, so durfte er dank seiner höchsten Uneigennützigkeit doch als ein Großer Mensch seiner Zeit gelten.

Dass von „Hochmut“ gesprochen wird, meint: das Vorwärtsdringen zu kennen, doch nicht das Weichen; das Bestehen zu kennen, doch nicht den Untergang; den Gewinn zu kennen, doch nicht den Verlust.喪 im abfallenden Ton.

Darum bringt jede Bewegung Reue. Ist es nicht allein der Heilige? Das Vorwärtsdringen und Weichen, das Bestehen und den Untergang zu kennen, ohne das Rechte zu verfehlen – vermag dies nicht allein der Heilige?

Wer erkennt, dass die Umstände so beschaffen sind, und ihnen gemäß dem Dao begegnet, der verfällt nicht in Reue. Gewiss handelt es sich nicht darum, aus eigensüchtiger Berechnung Unheil zu meiden.

Dass es nochmals heißt „Ist es nicht allein der Heilige?“, wirkte anfangs wie eine Frage, um schließlich die Antwort selbst zu geben.

Dieser sechste Abschnitt führt den Sinn des zweiten, dritten und vierten Abschnitts abermals aus.

Yichuan YizhuanUrteil

Als die Heiligen des hohen Altertums erstmals die Ba Gua zeichneten, war das Dao der Drei Mächte (Himmel, Erde, Mensch) vollkommen vorhanden. Daraufhin verdoppelten sie diese, um alle Wandlungen unter dem Himmel auszuschöpfen; so entstand aus sechs Strichen ein Gua.

Die Verdopplung von Qian ergibt Qian (Das Schöpferische (Himmel)). Qian ist der Himmel. „Himmel“ bezeichnet seine sichtbare Gestalt; „Qian“ bezeichnet sein Wesen und Gemüt. Qian bedeutet Kraft; die unaufhörlich wirkende Kraft heißt Qian.

Spricht man vom Himmel als Ganzem, so ist er das Dao – wie es heißt: „Der Himmel widerspricht ihm nicht“.

Teilt man ihn begrifflich auf, so nennt man seine Gestalt Himmel, seinen Lenker Herrscher (Di), sein Wirken Geisterwesen (Gui Shen), seine wunderbare Fügung Geist (Shen) und sein Wesen Qian.

Qian ist der Anfang aller zehntausend Wesen; daher ist es der Himmel, das Yang, der Vater, der Herrscher. Erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich – dies nennt man die vier Tugenden.

Das Erhabene (Yuan) ist der Anfang aller Wesen; das Hinströmende (Heng) ist das Heranwachsen aller Wesen; das Fördernde (Li) ist das Gedeihen aller Wesen; das Beharrliche (Zhen) ist die Vollendung aller Wesen.

Allein Qian und Kun besitzen diese vier Tugenden uneingeschränkt; bei den anderen Gua wandeln sie sich je nach Sachverhalt.

So steht das Erhabene vornehmlich für das große Gute, das Fördernde gründet in rechter Festigkeit; das Wesen von Hinströmen und Beharrlichkeit entspricht jeweils den Umständen. Die Bedeutung der vier Tugenden ist wahrlich weit und groß!

Yichuan YizhuanTuan-Kommentar

Die Worte unter dem Hexagramm sind das Tuan (Urteil); der Meister erläuterte sie fortlaufend, und das Ganze nennt man Tuan. Das Tuan benennt den Sinn eines gesamten Gua; darum hat der Einsichtige, wenn er die Tuan-Worte betrachtet, mehr als die Hälfte der Gedanken erfasst.

„Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene!“ preist die Größe des schöpferischen Weges, der aller Wesen Anfang ist.

Das Erhabene unter den vier Tugenden gleicht der Mitmenschlichkeit (Ren) unter den fünf Kardinaltugenden: Isoliert betrachtet ist es eine einzelne Sache; im Ganzen umfasst es alle vier. „Alle Wesen verdanken ihm ihren Anfang, so herrscht es über den Himmel“ spricht vom Erhabenen.

Das Schöpferische Ur-Erhabene spricht zusammenfassend vom Himmelsweg. Der Himmelsweg begründet alle zehntausend Wesen; die Wesen nehmen ihren Anfang vom Himmel. „Wolken ziehen, Regen spendet Feuchtigkeit, die Formen der Dinge fließen dahin“ spricht vom Hinströmenden (Heng).

Der Himmelsweg kreist und bringt alle zehntausend Wesen hervor und nährt sie. „Wenn man den Anfang und das Ende des Himmelsweges vollkommen begreift“, erkennt man, dass die sechs Positionen des Gua sich jeweils zur rechten Zeit bilden.

Anfang und Ende des Gua sind Anfang und Ende des Himmelsweges. Die Zeit dieser sechs Linien zu besteigen, ist der Lauf des Himmels. „Um den Himmel zu lenken“ bedeutet, dem himmlischen Lauf zu entsprechen.

Durch Wandlung und Umwandlung des Schöpferischen Weges werden alle Wesen hervorgebracht: Groß und Klein, Hoch und Niedrig, jedes nach seiner Art, berichtigen jeweils Natur und Bestimmung. Was der Himmel zuteilt, ist die Bestimmung; was das Wesen empfängt, ist die Natur.

„Die Höchste Harmonie zu bewahren und zu einen, ist fördernd und beharrlich“: Bewahren meint dauerndes Bestehen; Einen meint beständige Harmonie. Weil Höchste Harmonie bewahrt und geeint wird, ist es fördernd und beharrlich.

Dass der Weg von Himmel und Erde ewig währt und nimmer aufhört, liegt am Bewahren und Einen der Höchsten Harmonie. Der Himmel ist der Urvater aller Wesen; der König ist das Haupt aller Reiche.

Wenn der Schöpferische Weg über alle Wesen hinausragt, gedeihen alle Arten; wenn der Weg des Herrschers erhaben den himmlischen Thron einnimmt, folgen ihm alle Meere. Wenn der Herrscher den Weg des Himmels verkörpert, erlangen alle zehntausend Reiche Frieden.

Yichuan YizhuanGroßes Bild

Das Bild unter dem Hexagramm erklärt das Bild des ganzen Gua; die Bilder unter den Linien erklären das Bild der einzelnen Linie. Alle Gua nehmen Bilder zum Vorbild.

Das Bild des Schöpferischen Weges, der alles überwölbt und hegt, ist überaus groß; niemand außer dem Heiligen vermag es ganz zu verkörpern. Damit aber jedermann sich daran ein Vorbild nehmen kann, wählt man allein seinen kraftvollen Gang.

Das Höchstmaß an Kraft genügt fürwahr, um den Himmelsweg zu schauen. „Der Edle macht sich selbst stark und rastet nicht“, indem er den kraftvollen Gang des Himmels nachahmt.

Yichuan YizhuanWenyan-Kommentar

Bei den anderen Gua genügen Tuan und Xiang; allein bei Qian und Kun wurde zusätzlich der Wenyan-Kommentar geschaffen, um deren Sinn zu erhellen und den Weg des Schöpferischen auf menschliche Angelegenheiten zu übertragen.

„Erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“ sind die vier Tugenden des Schöpferischen.

Auf den Menschen angewandt, ist das Erhabene die Spitze alles Guten; das Hinströmende die Vereinigung alles Trefflichen; das Fördernde die Einstimmung in die Rechtschaffenheit; das Beharrliche die Stütze tatkräftigen Handelns.

Verkörpert man die Mitmenschlichkeit des Schöpferischen, so ist dies der Weg von Fürsten und Führern, der ausreicht, den Menschen vorzustehen. Mitmenschlichkeit verkörpern heißt das Erhabene verkörpern; sich ihm anzugleichen und nachzueifern, heißt verkörpern.

Erlangt man das Treffliche der durchdringenden Fügung, so stimmt dies mit den Sitten überein. Widerspricht es den Sitten, so ist es unvernünftig – wie könnte es da trefflich sein? Und wo keine Vernunft ist, wie sollte da Hinströmen herrschen?

Einstimmung in die Rechtschaffenheit vermag den Wesen zu nützen; wie könnte jemand den Dingen nützen, ohne deren Angemessenheit zu treffen? Rechte Festigkeit vermag die Werke zu tragen. Wer diese vier Tugenden übt, stimmt mit dem Schöpferischen überein.

„Verborgener Drache“: Von hier an wird vom Wirken des Schöpferischen gesprochen, vom Weg der Anwendung der Neun. Neun am Anfang ist das zarte Keimen des Yang, das Verborgensein der Drachentugend; dies entspricht Weisen und Tugendhaften in niederen, verborgenen Stellungen.

Sie wahren ihren Weg und wandeln sich nicht mit der Welt; sie verbergen ihr Wirken und trachten nicht danach, von ihrer Zeit anerkannt zu werden.

Sie vertrauen auf sich, ruhen in sich, handeln, wo es tunlich ist, weichen zurück, wenn Schwierigkeiten drohen; ihre Festigkeit ist unerschütterlich – das ist die Tugend des verborgenen Drachen.

„Herrschertugend“: Wer mit Drachentugend auf rechtem und mittlerem Platze weilt, hält die Mitte des Gua inne und erlangt so den Sinn von Mitte und Recht. Im Alltäglichen aufrichtig, im Alltäglichen achtsam, ist er stets darauf bedacht.

Weilt er an einem Orte frei von Fehltritten, so obliegt ihm allein, das Falsche fernzuhalten. Ist das Falsche gebannt, bleibt die Aufrichtigkeit bewahrt. Er tut der Welt Gutes, rühmt sich dessen aber nicht; er beansprucht das Gute nicht für sich.

Seine Tugend ist weit und wandelt die Menschen; indem er sich selbst berichtigt, werden die Dinge recht. Dies sind alles Taten des Großen Menschen; wenn auch nicht im Herrscheramt, besitzt er doch Herrschertugend.

„...mit dem man die Keime der Dinge ermessen kann; das Ende zu kennen und es zu vollenden, lässt Rechtschaffenheit wahren.

Darum ist er obenan nicht hochmütig und untenan ohne Sorge; er ist den ganzen Tag tätig und wacht zur Zeit mit Vorsicht – obschon in Gefahr, bleibt er ohne Makel.“ Die Drei steht an der Spitze des unteren Körpers, und die Herrschertugend leuchtet bereits auf. Was soll er tun?

Ihm bleibt allein, die Tugend zu mehren und das Werk zu pflegen. Im Inneren Treue und Aufrichtigkeit zu sammeln, dient der Mehrung der Tugend; die Worte zu wählen und den Willen zu festigen, dient dem Verweilen im Werk.

„Zu wissen, wohin man gelangen kann, und dorthin zu gelangen“, ist die Vollendung des Wissens.

Erst trachtet man zu wissen, wohin es geht, und dann gelangt man dorthin; das Wissen geht voran, darum vermag man die Keime zu erfassen – was man den Beginn der Ordnung nennt, ist das Werk des Wissens. „Das Ende zu kennen und es zu vollenden“, ist tatkräftiges Handeln.

Weiß man um das Ziel, so strebt man mit aller Kraft voran, um es zu vollenden; das Bewahren folgt nach, darum vermag man die Rechtschaffenheit zu wahren – was man die Vollendung der Ordnung nennt, ist das Werk des Heiligen. Dies ist Anfang und Ende des Lernens.

Lernt der Edle so, weiß er, wie man oben und unten weilt ohne Hochmut und Sorge; unermüdlich und wachsam, bleibt er selbst am gefährlichen Ort ohne Makel.

Zhouyi ZhuTuan-Kommentar

„Himmel“ ist der Name für die sichtbare Gestalt. „Kraft“ (Qian) ist das, was diese Gestalt bewegt und gebraucht. Die körperliche Gestalt ist für die Wesen eine Fessel.

Wer die Gestalt des Himmels besitzt und sie auf ewig unversehrt zu bewahren vermag, das Haupt aller Wesen zu sein – herrscht über ihn etwa nicht das Höchstmaß an Kraft?

Wer den Weg von Anfang und Ende vollkommen durchschaut, dessen sechs Positionen vollenden sich, ohne ihre Zeit zu verfehlen; Steigen und Sinken kennen keine starre Regel, sondern folgen der Zeit.

Weilt er in der Stille, besteigt er den verborgenen Drachen; tritt er hervor, besteigt er den fliegenden Drachen; darum heißt es: „Zur rechten Zeit besteigt er sechs Drachen“.

Er folgt den Wandlungen und lenkt das große Gefäß; in der Ruhe gesammelt, in der Bewegung geradlinig, verliert er die Höchste Harmonie nicht. Bringt dies etwa nicht das Wesen von Natur und Bestimmung ins Reine? Ohne Harmonie wird Härte zur Gewalttat.

Dass alle Reiche Frieden finden, rührt daher, dass jedes seinen Herrscher hat.

Zhouyi ZhengyiTuan-Kommentar

Von „Das Urteil spricht: Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene“ bis „berichtigen jeweils Natur und Bestimmung“.

Der rechte Sinn besagt: Der vom Meister verfasste Urteilstext (Tuan) behandelt zusammenfassend den Sinn des gesamten Gua – bald schildert er seine Tugend, bald seine Bedeutung, bald seinen Namen. Daher heißt es in den „Grundregeln“ (Lüeli): „Was ist das Tuan?

Es behandelt zusammenfassend das Wesen eines Gua und erhellt den leitenden Grundsatz.“ Anmerkung: Herr Chu und Herr Zhuang sagen beide: „Tuan bedeutet entscheiden (duan); es entscheidet über den Sinn eines Gua, daher heißt es Tuan.“ Dieses Tuan legt die Tugenden von Qian sowie von Erhabenheit (Yuan), Hinströmen (Heng), Förderung (Li) und Beharrlichkeit (Zhen) aus.

Die Gelehrten legten die vier Tugenden in diesem Tuan auf unterschiedliche Weise aus. Nach heutiger Prüfung ist Herrn Zhuangs Deutung gedanklich genauer, und wir folgen ihr.

„Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene, alle Wesen verdanken ihm ihren Anfang, so herrscht es über den Himmel“: Diese drei Sätze erklären Qian und Yuan gemeinsam.

„Qian“ ist der Name des Gua, „Yuan“ ist die erste Tugend des Schöpferischen, daher wird die Yuan-Tugend mit Qian verbunden ausgelegt.

„Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene“ meint: Das Yang-Qi ist unendlich weit, der Leib des Schöpferischen grenzenlos, und als Ur-Anfang bringt es alle zehntausend Wesen hervor, daher heißt es „Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene“.

„Alle Wesen verdanken ihm ihren Anfang“ erklärt, warum Qian Yuan als „großartig“ gepriesen wird: Alle Erscheinungen der zehntausend Wesen nehmen ihren Ursprung aus Qian Yuan und erlangen so ihren Beginn, ohne ihre Angemessenheit zu verlieren; darum wird es „groß“ genannt.

„So herrscht es über den Himmel“: Weil es das Höchstmaß an Kraft ist und der Anfang der Wesen, vermag es über den Himmel zu gebieten. Der Himmel ist ein gestaltetes Gebilde; vermöge seiner höchsten Schöpferkraft lenkt Qian das Gestaltete – das ist die Tugend von „Qian Yuan“.

„Wolken ziehen, Regen spendet Feuchtigkeit, die Formen der Dinge fließen dahin“: Diese beiden Sätze erklären die Tugend des Hinströmens (Heng).

Sie besagen, dass Qian die Tugend des Himmels entfaltet, sodass Wolkenströme ziehen und Regen sich ergießt; so nehmen die mannigfaltigen Wesen Gestalt an und gelangen ungehindert zur Entfaltung, ohne Hemmung – dies ist das „Hinströmen“.

„Wer Anfang und Ende vollkommen begreift, dessen sechs Positionen vollenden sich zur rechten Zeit“: Diese beiden Sätze fassen die Tugend des Schöpferischen Gua zusammen.

Das Schöpferische begreift den Weg von Anfang und Ende aller Wesen zutiefst: Im Anfang liegt es verborgen, am Ende schnellt es empor; wo Verborgenheit nottut, verbirgt es sich, wo Fliegen geboten ist, fliegt es.

Es begreift Anfang und Ende meisterhaft, daher vollenden sich die Positionen der sechs Linien zur rechten Zeit.

Begriffe man Anfang und Ende nicht, flöge man, wo Verborgenheit nottut, oder verbärge sich, wo Fliegen geboten ist; man brächte hervor, wo Vernichten ansteht, und vernichtete, wo Hervorbringen ansteht – dann vollendeten sich die sechs Positionen nicht zur rechten Zeit.

„Zur rechten Zeit besteigt er sechs Drachen, um den Himmel zu lenken“: Diese beiden Sätze bekräftigen, wie „Qian Yuan“ „über den Himmel herrscht“. Die Tugend des Schöpferischen besteigt zeitgerecht das Yang-Qi der sechs Linien, um das Himmelsgewölbe zu lenken.

Die sechs Drachen sind die Drachen der sechs Positionen: Nach ihrem Weilen oben oder unten heißen sie sechs Positionen; nach dem Steigen und Sinken des Yang-Qi heißen sie sechs Drachen.

Weiter oben wurde die schöpferische Tugend zusammenfassend aus höchster Kraft und Uranfang erklärt, darum hieß es „so herrscht es über den Himmel“. Hier nun besteigt er die sechs Drachen, und ein jeder versieht seinen Dienst, daher heißt es „um den Himmel zu lenken“.

„Durch Wandlung und Umwandlung des Schöpferischen Weges berichtigen alle Wesen Natur und Bestimmung“: Diese beiden Sätze bekräftigen abermals den Sinn, dass alles Schöpferische dem Ur-Erhabenen den Anfang verdankt.

Das Wesen des Dao ist gestaltlos; dass es die Wesen von selbst erschließt und durchdringt, nennt man „Dao“. Es besagt, dass die Tugend des Gua Qian die Dinge von Natur aus durchdringt, darum heißt es „Schöpferischer Weg“.

„Wandel“ (Bian) bedeutet, dass Späteres das Vorherige allmählich ablöst. „Umwandlung“ (Hua) meint den plötzlichen Übergang von Sein und Nichtsein.

Der Schöpferische Weg bewirkt, dass manche Dinge sich allmählich wandeln, andere sich jäh umwandeln, und bestimmt so die Natur und Bestimmung eines jeden Dinges getreulich.

Die Natur ist die angeborene Veranlagung, wie der Unterschied von Fest und Weich, Schnell und Langsam; die Bestimmung ist das vom Schicksal Empfangene, wie Vornehmheit und Niedrigkeit, langes Leben und früher Tod.

Zum Kommentar „Himmel ist der Name der sichtbaren Gestalt... bis: Bringt dies etwa nicht das Wesen von Natur und Bestimmung ins Reine?“.

Der rechte Sinn besagt: Die körperliche Gestalt ist für die Wesen eine Fessel. Alle stofflichen Wesen leiden unter ihrer Gestalt; jedes lebendige Wesen sorgt sich um Natur und Bestimmung.

Himmel und Erde hingegen, obgleich körperlich gestaltet, vermögen auf ewig unversehrt zu bleiben und an der Spitze aller Dinge zu stehen – ist derjenige, der sie lenkt, etwa nicht von äußerster Schöpferkraft?

Wäre er nicht von höchster Kraft, wie könnte er die Himmelsgestalt frei von Mangel halten? Weil man sie frei von Fesseln sieht, erkennt man das „Höchstmaß an Kraft“.

„Den Wandlungen folgen und das große Gefäß lenken“: Wandlungen besteigen heißt, verborgene Drachen, fliegende Drachen und dergleichen zu besteigen. „Das große Gefäß lenken“ meint den Himmel.

Indem man diese verborgenen und fliegenden Drachen besteigt, lenkt man das Himmelsgewölbe, sodass es sich unaufhörlich bewegt; darum heißt es „das große Gefäß lenken“.

„In der Ruhe gesammelt, in der Bewegung geradlinig, verliert er die Höchste Harmonie nicht“ meint: Wenn das Schöpferische in Ruhe verharrt, ist es ganz einsgerichtet und weicht nicht ab; wenn es sich bewegt, ist es aufrecht und neigt sich nicht schief.

Daher heißt es im Xici Zhuan I: „Das Schöpferische: in der Ruhe ist es gesammelt, in der Bewegung geradlinig, darum bringt es Großes hervor.“ Han Kangbo kommentiert: „Gesammelt meint ungeteilt.

Geradlinig meint fest und recht.“ „Verliert die Höchste Harmonie nicht“ entspricht dem späteren Satz „bewahrt und eint die Höchste Harmonie“.

„Bringt dies etwa nicht das Wesen von Natur und Bestimmung ins Reine?“: Da das Schöpferische Natur und Bestimmung der Wesen berichtigt, heißt es so. Es meint, dass Natur und Bestimmung der Wesen jeweils ihr Gemüt haben – nicht aber der Himmel.

Der Himmel selbst kennt kein Gemüt; welches Gemüt sollte er haben? Doch Natur und Bestimmung der Geschöpfe tragen Gefühle. Was bei der Geburt empfangen wird, heißt Natur; was den jeweiligen Gedanken und Regungen entspringt, heißt Gemüt.

Gefühlloses kennt kein Gemüt; hier wird von beseelten Wesen gesprochen, darum heißt es „Gemüt“. Die Form, in der der Meister das Tuan schuf, um den Sinn eines Gua zu entscheiden, weist unterschiedliche Bauarten auf.

Zhuang zählte zwölf solcher Formen auf; hier skizzieren wir nur die Hauptzüge, um uns nicht in Weitschweifigkeit zu verlieren.

Zhuang sagt: „Das Tuan hebt bisweilen mit einem Lobpreis auf das Gua an“, wie hier bei Qian: „Großartig ist das schöpferische Ur-Erhabene!“, und bei Kun: „Vollkommen ist das empfangende Ur-Erhabene!“ Weil die Tugend von Qian und Kun so gewaltig ist, preist er sie zuerst, ehe er ihren Sinn im Einzelnen darlegt.

Bisweilen wiederholt er erst den Wortlaut und erklärt den Sinn, um danach zu lobpreisen, wie im Gua Die Begeisterung (Hexagramm 16): „Die Zeitbedeutung von Die Begeisterung ist wahrlich groß!“.

Bisweilen erklärt er zuerst die Bedeutung des Gua-Namens und schließt dann mit dem Namen ab, wie im Urteil von Gemeinschaft mit Menschen (Hexagramm 13): „Das Weiche erlangt die Position und die Mittlere Position und antwortet dem Schöpferischen, darum heißt es Gemeinschaft mit Menschen“; oder im Urteil von Der große Besitz (Hexagramm 14): „Das Weiche erlangt die erhabene Position, die große Mitte, und oben wie unten antworten ihm, darum heißt es Der große Besitz“.

Bisweilen wird der Gua-Name eigens verdoppelt, wie im Urteil zu Gemeinschaft mit Menschen: „Gemeinschaft mit Menschen spricht: Gemeinschaft mit Menschen auf freiem Felde: hinströmend.“ Der Kommentar sagt: „‚Gemeinschaft mit Menschen auf freiem Felde: hinströmend; fördernd ist es, den großen Strom zu durchqueren‘, vermag die Zwei nicht allein.

Dies vollbringt das Schöpferische, daher heißt es eigens ‚Gemeinschaft mit Menschen spricht‘.“ Solche Textgestaltungen weichen voneinander ab.

Bei den übrigen Gua sind die Tuan-Sprüche bald ausführlich, bald knapp, bald früher, bald später platziert; daher sind Aufbau und Stilgestalt uneinheitlich.

Wollte man alles akribisch vergleichen und künstliche Regeln konstruieren, verfehlte man das eigentliche Anliegen des Heiligen und ermüdete den Lernenden vergeblich. Wir übergehen dies hier; die jeweilige Bedeutung wird getreulich unter dem jeweiligen Gua ausgeführt.

Der rechte Sinn besagt: Diese beiden Zeilen erklären „Förderung und Beharrlichkeit“ (Li Zhen). Reines Yang neigt zu Härte und Gewalt; fehlt ihm das Sanftmütige, so erlangen die Dinge keinen Nutzen und verlieren ihre Richtigkeit.

Nur wer den Weg des großen Nutzens zu bewahren und zu einen vermag, spendet allen Wesen Förderung und Beharrlichkeit, sodass alle Wesen Nutzen finden und recht und fest werden.

Der rechte Sinn besagt: Von Beginn an ging es um den Weg, wie die schöpferische Tugend von Natur aus alle zehntausend Wesen hegt.

Diese beiden Zeilen behandeln nun, wie der Heilige die schöpferische Tugend nachahmt und die Wesen nährt: Als Fürst steht der Heilige über allen Wesen am erhabensten da; sein Haupt ragt über die Masse hinaus.

Er setzt Fürsten ein, um die zehntausend Reiche zu leiten, sodass alle Reiche Frieden finden. Der Herrscherthron ist wahrhaft erhaben, darum heißt es hier: „Er ragt empor über alle Wesen“.

Sein Wille aber muss demütig bleiben, weshalb es im Klassiker zuvor hieß: „Ohne Haupt: Heil“.

Zuvor wurde ausführlich geschildert, wie das Schöpferische die Himmelstugend gebraucht; darum fasst sich der Text hier kürzer, wo der Heilige durch menschliches Wirken dem Schöpferischen gleicht.

Demnach lässt der Heilige alle Dinge ihren Anfang nehmen, herrscht vom himmlischen Thron aus, lässt wie Wolken und Regen Gnade strömen, sodass die Völkermassen ihre Gestalt entfalten; er durchschaut Blüte und Verfall von Anfang und Ende, sodass Himmel, Erde, Jahreszeiten, Vornehm und Gering sich zur rechten Zeit vollenden.

Er beruft die Schar der Weisen, um die heilige Wandlung ins Werk zu setzen, damit jedes Ding seine Natur und Bestimmung berichtigt. So nimmt der Heilige das Schöpferische zum Vorbild und stiftet Gesittung.

Zhouyi ZhengyiGroßes Bild

Von „Das Bild spricht: Des Himmels Gang ist kraftvoll“ bis „macht sich selbst stark und rastet nicht“.

Der rechte Sinn besagt: Dies ist das „Große Bild“ (Daxiang). Es ist der dritte Flügel unter den „Zehn Flügeln“ und bildet das gesamte Gua als Ganzes ab, weshalb man es „Großes Bild“ nennt.

Alle zehntausend Wesen tragen von Natur aus Erscheinung und Gestalt; die Heiligen schufen die Gua, um die Bilder aller Wesen abzuzeichnen. Hier legt der Meister das Bild dieses Gua aus, darum heißt es: „Das Bild spricht“.

Der Himmel besitzt reine Festigkeit, darum entfaltet er kraftvolles Wirken. Indem man ein rein aus Yang-Strichen bestehendes Gua zeichnet, vergleicht man es damit – darum heißt es „Bild“.

Dass das Bild nach dem Tuan folgt, liegt daran, dass das Tuan ausführlich, das Bild jedoch knapp ist. Dass man den Hauptsinn im Tuan und nicht im Bild sucht, hat seinen guten Grund.

„Des Himmels Gang ist kraftvoll“: Gang bezeichnet die Bewegung, kraftvoll bezeichnet Stärke; „Qian“ bedeutet universale Schöpferkraft.

Dass das Große Bild hier keine andere Kraft heranzieht, sondern eigens vom „Himmel“ spricht, liegt daran, dass alle kräftigen Wesen ermüden und ermatten; allein die Bewegung des Himmels schreitet täglich um einen Grad fort, er kreist rastlos ohne Einhalt – darum heißt es „des Himmels Gang ist kraftvoll“.

Kraftvoll ist die Erklärung für „Qian“; hingebend ist die Erklärung für „Kun“; bei Kun heißt es denn auch: „Der Erde Gestalt ist die Hingabe“.

Dass hier nicht gesagt wird „des Himmels Gang ist Qian“, sondern „kraftvoll“, erklärt Liu Biao so: „Um seine Wesensart genau zu bezeichnen.“ Demnach ist „Himmel“ der Name der Substanz, „Qian“ der Name der Funktion, und „kraftvoll“ seine sinngemäße Auslegung.

Wenn alle drei zusammentreffen, ist die Erklärung am vollkommensten; darum wird Qian vor allen anderen Gua geehrt.

In den vierundsechzig Gua werden die Bilder auf unterschiedliche Weise benannt: Bisweilen wird der Ursprung des Bildes als Ganzes genannt, ohne die stoffliche Gestalt zu erörtern, und alle sechs Linien werden zusammengefasst, ohne oberen und unteren Körper zu trennen – so bei Qian und Kun.

Bisweilen werden oberer und unterer Körper direkt genannt: wie „Wolken und Donner: Die Schwierigkeit am Anfang (Hexagramm 3)“; „Himmel und Erde verbinden sich: Der Friede (Hexagramm 11)“; „Himmel und Erde verbinden sich nicht: Die Stagnation (Hexagramm 12)“; „Donner und Blitz: Das Durchbeißen (Hexagramm 21)“; „Donner und Wind: Die Dauer (Hexagramm 32)“; „Donner und Regen brechen hervor: Die Befreiung“; „Wind und Donner: Die Mehrung“; „Donner und Blitz brechen herein: Die Fülle“; „Wiederholter Donner: Das Erregende“; „Aufeinanderfolgender Wind: Das Sanfte“; „Wiederholtes Abgründiges: Das Abgründige (Wasser) (Hexagramm 29)“; „Zweifaches Leuchten bricht hervor: Das Haftende“; „Verdoppelte Berge: Das Stillestehen“; „Miteinander verbundene Seen: Das Heitere“.

Bei all diesen vierzehn Gua werden beide Körper genannt und daraus der Sinn geschlossen.

Bisweilen stehen oberer und unterer Körper einander gegenüber: „Himmel und Wasser bewegen sich gegensätzlich: Der Streit“; „Oben der Himmel, unten der See: Das Auftreten (Hexagramm 10)“; „Himmel und Feuer vereint: Gemeinschaft mit Menschen (Hexagramm 13)“; „Oben Feuer, unten der See: Der Gegensatz“.

Bei diesen vier Gua stützt man sich darauf, dass beide Körper widerstreiten, harmonieren oder einander tragen; darum werden beide Körper einander gegenübergestellt.

Wenn auch beide Körper das Gua gemeinsam bilden, wird bisweilen allein auf den oberen Körper verwiesen: wie „Wolken steigen am Himmel auf: Das Warten“; „Wind zieht am Himmel: Des Kleinen Zähmungskraft“; „Feuer am Himmel: Der große Besitz (Hexagramm 14)“; „Donner bricht aus der Erde hervor: Die Begeisterung (Hexagramm 16)“; „Wind streicht über die Erde: Die Betrachtung“; „Der Berg ruht auf der Erde: Die Zersetzung“; „Der See ertränkt das Holz: Des Großen Übergewicht“; „Donner am Himmel: Des Großen Macht“; „Das Licht steigt über die Erde: Der Fortschritt“; „Der Wind bricht aus dem Feuer hervor: Die Familie (Hexagramm 37)“; „Der See steigt zum Himmel auf: Der Durchbruch“; „Der See ruht auf der Erde: Die Sammlung“; „Wind streicht über das Wasser: Die Auflösung“; „Wasser über dem Feuer: Nach der Vollendung“; „Feuer über dem Wasser: Vor der Vollendung“.

Bei all diesen fünfzehn Gua wird zuerst das obere Bild genannt und mit dem unteren verbunden, und der Gua-Name leitet sich vornehmlich vom oberen Bilde her.

Bisweilen zielt der Sinn auf das obere Bild, doch wird das untere Bild zuerst genannt, um das obere hervortreten zu lassen: „Über der Erde ist Wasser: Der Zusammenhalt“; „Über dem See ist Erde: Die Annäherung“; „Auf dem Berge ist ein See: Der Einfluss (Hexagramm 31)“; „Auf dem Berge ist Feuer: Der Wanderer“; „Über dem Holz ist Wasser: Der Brunnen“; „Über dem Holz ist Feuer: Der Tiegel“; „Auf dem Berge steht ein Baum: Die Entwicklung“; „Über dem See ist Donner: Das heiratende Mädchen“; „Auf dem Berge ist Wasser: Das Hemmnis“; „Über dem See ist Wasser: Die Beschränkung“; „Über dem See streicht der Wind: Innere Wahrheit“; „Auf dem Berge grollt der Donner: Des Kleinen Übergewicht“.

Bei diesen zwölf Gua wird erst das untere genannt, um das obere hervorzubringen.

Bisweilen wird erst das obere Bild genannt und dann das untere, wobei der Sinn aus dem unteren geschöpft wird: „Unter dem Berge entspringt eine Quelle: Die Jugendtorheit“; „Inmitten der Erde ist Wasser: Das Heer“; „Unter dem Berge weht der Wind: Die Arbeit am Verdorbenen“; „Unter dem Berge brennt Feuer: Die Anmut“; „Unter dem Himmel zieht der Donner: Die Unschuld“; „Unter dem Berge grollt der Donner: Die Ernährung“; „Unter dem Himmel steht der Berg: Der Rückzug (Hexagramm 33)“; „Unter dem Berge liegt der See: Die Minderung“; „Unter dem Himmel weht der Wind: Das Entgegenkommen“; „Inmitten der Erde steht ein Berg: Die Bescheidenheit“; „Im See grollt der Donner: Die Nachfolge“; „Aus der Erde wächst Holz: Das Empordringen“; „Im See lodert Feuer: Die Umwälzung“.

Bei diesen dreizehn Gua wird zuerst der obere Körper genannt und danach der untere erläutert. Ist der obere Körper der Himmel, so heißt es im Verhältnis zu Bergen „unter“; ist der obere Körper die Erde, so heißt es im Verhältnis zu Seen „inmitten“.

Bisweilen wird das untere Bild zuerst genannt und gesagt, es sei unter dem oberen: wie „Der Donner ruht im Schoß der Erde: Die Wiederkehr“; „Der Himmel weilt im Berg: Die Zähmung des Großen (Hexagramm 26)“; „Das Licht versinkt in der Erde: Die Verdunkelung des Lichts (Hexagramm 36)“; „Im See ist kein Wasser: Die Bedrängnis“.

Diese Ausführungen skizzieren die Grundzüge; die feineren Verästelungen werden jeweils unter dem Gua dargelegt. Frühere Gelehrte bemerkten, dass manche Bildersprüche reale Bilder schildern, manche uneigentliche (metaphorische).

Reale Bilder sind solche wie „Über der Erde ist Wasser: Der Zusammenhalt“ oder „Aus der Erde wächst Holz: Das Empordringen“ – sie sind nicht erdichtet, daher nennt man sie real.

Uneigentliche Bilder sind „Der Himmel weilt im Berg“ oder „Der Wind bricht aus dem Feuer hervor“: In Wirklichkeit gibt es kein solches Bild; es wird metaphorisch gesetzt, um einen Sinn zu vermitteln.

Ob real oder metaphorisch: Beide zeigen dem Menschen die rechte Bedeutung, weshalb man sie zusammenfassend „Bild“ nennt.

„Des Himmels Gang ist kraftvoll“ meint: Die Bewegung des Himmelsgewölbes ruht weder Tag noch Nacht, sie kreist und kehrt zum Ursprung zurück, ohne je zu schwinden – darum heißt es „des Himmels Gang ist kraftvoll“. Dies schildert das naturgegebene Bild des Himmels.

„Der Edle macht sich selbst stark und rastet nicht“: Hier ahmen menschliche Angelegenheiten den Gang des Himmels nach. Es besagt, dass der Edle dieses Bild zum Vorbild nimmt, sich anspornt und unaufhörlich wirkt.

Dass vom „Edlen“ gesprochen wird, meint denjenigen, der als Herrscher oben weilt und das niedere Volk väterlich liebt; es umfasst den Himmelssohn, die Lehnsfürsten sowie Große und Würdenträger mit Landbesitz. Wo immer vom „Edlen“ gesprochen wird, gilt dieser Sinn.

Wer einen hohen Rang bekleidet, bildet mehr Bedeutungen des Gua nach; wer niederen Rangs ist, bildet weniger nach. Ein jeder muss nach seinen Kräften wirken und dem Gua nacheifern; darum sprechen alle Gua vom „Edlen“.

Gilt die Bedeutung eines Gua ausschließlich dem Himmelssohn und schließt die Untertanen nicht ein, so spricht der Text von den „früheren Königen“.

So heißt es beim Gua Der Zusammenhalt: „Die früheren Könige gründeten zehntausend Reiche“; bei Die Begeisterung: „Die früheren Könige schufen Musik, um die Tugend zu ehren“; bei Die Betrachtung: „Die früheren Könige bereisten die Länder, betrachteten das Volk und stifteten Belehrung“; bei Das Durchbeißen: „Die früheren Könige vollstreckten Strafen und schärften die Gesetze ein“; bei Die Wiederkehr: „Die früheren Könige schlossen am Tag der Sonnenwende die Pässe“; bei Die Unschuld: „Die früheren Könige nährten im Einklang mit der Zeit alle Wesen“; bei Die Auflösung: „Die früheren Könige opferten dem Herrn und errichteten Ahnentempel“.

Bei Der Friede (Hexagramm 11) heißt es: „Der Herrscher vollendet den Weg von Himmel und Erde“; bei Das Entgegenkommen: „Der Herrscher verkündet Befehle in alle vier Himmelsrichtungen“.

„Herrscher“ (Hou) schließt auch die Lehnsfürsten ein; in allen anderen Gua heißt es durchweg „der Edle“.

Zhouyi ZhengyiWenyan-Kommentar

Von „Das Wenyan spricht“ bis „Das Schöpferische: erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“.

Der rechte Sinn besagt: Das Wenyan ist der siebte Flügel des Meisters.

Weil Qian und Kun das Tor zum Buch der Wandlungen sind und alle übrigen Gua und Linien aus Qian und Kun hervorgehen, ist ihr Sinngehalt tief und unergründlich; daher schuf er eigens das Wenyan, um sie zu eröffnen und zu erklären.

Zhuang sagt: „Wen meint sprachliche Ausgestaltung; weil die Tugend von Qian und Kun so groß ist, gestaltete er sie besonders kunstvoll aus und nannte es Wenyan.“ Wir meinen jedoch: Der Meister wollte allein den Weg der Wandlungen erhellen und seine Prinzipien ausbreiten, nicht bloß rhetorischen Schmuck entfalten; es heißt Wenyan, weil es den kanonischen Text (Wen) der beiden Gua auslegt.

Von hier bis „erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“ erhellt der erste Abschnitt die vier Tugenden des Schöpferischen. Von „Neun am Anfang: Verborgener Drache, handle nicht“ bis „bringt jede Bewegung Reue“ legt der zweite Abschnitt den Sinn der sechs Linien dar.

Von „Verborgener Drache, handle nicht“ bis „wird unter dem Himmel alles wohl geordnet“ erörtert der dritte Abschnitt die menschlichen Belange der sechs Linien.

Von „Verborgener Drache, handle nicht: Das Yang-Qi liegt verborgen“ bis „darin zeigt sich das Gesetz des Himmels“ behandelt der vierte Abschnitt das natürliche Qi der sechs Linien.

Von „Das Schöpferische Ur-Erhabene“ bis „und unter dem Himmel herrscht Friede“ legt dieser fünfte Abschnitt abermals die vier Tugenden von Qian Yuan dar.

Von „Der Edle macht die vollendete Tugend zu seinem Wandel“ bis „vermag dies nicht allein der Heilige?“ führt der sechste Abschnitt den Sinn der sechs Linien noch weiter aus. Wir erklären nun jeden Abschnitt dem Text folgend.

Dieser erste Abschnitt behandelt die vier Tugenden des Schöpferischen. „Das Erhabene ist das Erste alles Guten“: Von hier an geht es um die vier Tugenden des Schöpferischen; doch das Schöpferische als solches ist das Wirken des Himmels.

Alle Wandlung von Himmel und Erde geschieht von Natur aus; aus dem Nichtsein bringt sie das Sein hervor, absichtslos wirkt sie von selbst. Der Himmel hat kein menschliches Herz – wie sollte er willentlich die Tugenden von „Erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“ ersinnen?

Der Himmel kennt keine Namen – wie sollte er jene Benennungen stiften? Allein der Heilige maß dies an menschlichen Belangen und nannte dieses natürliche Wirken die vier Tugenden des Himmels; er stiftete diese Lehre, damit spätere Geschlechter dem Tun des Himmels nacheifern.

Zhuang sagt: „Im ersten Abschnitt bedeutet ‚Das Erhabene ist das Erste alles Guten‘: Es liegt im Wesen des Himmels, alle Wesen zu nähren; unter allem Guten ist keines größer als das Spenden von Leben.

Das Erhabene ist die Quelle dieses Lebensspendens, darum heißt es ‚Das Erhabene ist das Erste alles Guten‘. ‚Das Hinströmende ist die Vereinigung alles Trefflichen‘: Trefflich bedeutet schön.

Der Himmel lässt alle Dinge gedeihen und führt alles Schöne zusammen, daher heißt es ‚Vereinigung alles Trefflichen‘. ‚Das Fördernde ist die Harmonie der Rechtschaffenheit‘: Der Himmel spendet allen Wesen Nutzen, sodass jedes das ihm Angemessene findet und Eintracht herrscht.

‚Das Beharrliche ist der Stamm des Handelns‘: Der Himmel vollendet alle Dinge durch sein recht-mittiges Qi, sodass jedes Werk gelingt.“ Nach Zhuang erklären diese vier Sätze die Tugend des Himmels und ordnen sie den vier Jahreszeiten zu: Das Erhabene ist der Anfang der Wesen und entspricht dem Frühling; der Frühling bringt hervor, darum heißt es unten „Mitmenschlichkeit verkörpern“ – Mitmenschlichkeit ist der Frühling.

Das Hinströmende lässt die Wesen gedeihen und entspricht dem Sommer; darum heißt es unten „den Sitten entsprechen“ – Sitte ist der Sommer. Das Fördernde ist die Harmonie der Rechtschaffenheit und entspricht dem Herbst; im Herbst reifen die Dinge und erlangen ihre Angemessenheit.

Das Beharrliche ist der Stamm des Handelns und entspricht dem Winter; im Winter wird geerntet und geborgen, alle Werke sind vollendet.

Unter den Fünf Wandlungsphasen fehlt scheinbar nur das Element Erde; doch herrscht die Erde über alle vier Jahreszeiten, und ohne die Erde vermöchte keine der vier Jahreszeiten zu wirken – daher wird sie nicht eigens erwähnt.

„Der Edle verkörpert die Mitmenschlichkeit, was ausreicht, den Menschen vorzustehen“: Von hier an wird gezeigt, wie der Mensch dem Himmel nacheifert und diese vier Tugenden übt.

Der Edle birgt den Weg der Mitmenschlichkeit in sich, liebt allumfassend und schenkt Leben, was ihm die Würde verleiht, den Menschen vorzustehen. Mitmenschlichkeit ist das Gute; Mitmenschlichkeit üben ahmt die Yuan-Tugend des Himmels nach.

„Treffliches zu vereinen, reicht aus, den Sitten zu entsprechen“ besagt: Bringt der Edle das Schöne der Wesen zusammen, entspricht dies den Sitten – dies ahmt das Hinströmen des Himmels nach.

„Den Wesen zu nützen, reicht aus, um die Rechtschaffenheit zu einen“ meint: Bringt der Edle den Dingen Nutzen, sodass jedes sein Rechtes findet, stiftet dies Eintracht in Rechtschaffenheit – dies ahmt die Förderung des Himmels nach.

„Beharrlich und fest zu sein, reicht aus, die Werke zu tragen“ meint: Vermag der Edle fest und beharrlich zu sein, reifen die Dinge und alle Taten gelingen – dies ahmt die Beharrlichkeit des Himmels nach.

Auf die Herrscherpraxis angewandt, ist Yuan die Mitmenschlichkeit, Heng die Sitte, Li die Rechtschaffenheit und Zhen die Treue.

Von der Weisheit wird hier nicht eigens gesprochen, da alle vier Handlungen auf Wissen beruhen; zudem heißt es im Qian Zuodu: „Wasser und Erde umfassen Treue und Weisheit“, darum wird es übergangen.

„Der Edle wandelt in diesen vier Tugenden, darum heißt es: Das Schöpferische: erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich“: Der Edle soll diese vier Tugenden verwirklichen.

Als König Wen das Buch der Wandlungen schuf, nannte er die Tugenden von Yuan, Heng, Li und Zhen, damit der Edle sich nach ihnen richte. Wer diese vier Tugenden ganz lebt, wirkt mit dem Himmel auf gleiche Weise – dies vermag nur der Heilige.

Dass hier dennoch nur vom „Edlen“ gesprochen wird, liegt daran, dass der Weg des I Ging ein weites Vorbild stiften soll; beschränkte man es auf Heilige, blieben alle anderen ausgeschlossen.

Daher heißt es allgemein „der Edle“, damit Lehnsfürsten, Große und Würdenträger sie allesamt üben. Doch übt der Heilige diese vier Tugenden bis zur Vollendung; der Edle übt sie nach seinen Kräften, ein jeder nach seinem Maße.

Weil Qian den Himmel abbildet, gelten diese vier Tugenden als himmlische Tugenden. Doch wenn Yin und Yang zusammenwirken und die beiden Bilder einander vollenden, vermögen sie überall Tugend zu entfalten – nicht allein im Gua Qian.

Daher besitzen auch andere Gua diese vier Tugenden; doch stehen sie dort hinter Qian zurück, weshalb Qian schlicht „die vier Tugenden“ nennt, ohne Weiteres hinzuzufügen – um zu zeigen, dass die vier Tugenden des Schöpferischen alles umfassen.

Bei den übrigen Gua treten neben die vier Tugenden weitere Umstände hinzu, wie im Falle von Kun; oder die Umstände gehen ihnen voraus, wie im Hexagramm Die Umwälzung: „Am Tage Si erlangt man Vertrauen: erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich; Reue schwindet.“ Erst nach dem Vertrauen folgen die vier Tugenden und lassen die Reue schwinden.

Sieben Gua besitzen die vier Tugenden vollständig: Qian, Kun, Die Schwierigkeit am Anfang (Hexagramm 3), Die Annäherung, Die Nachfolge, Die Unschuld und Die Umwälzung.

Bisweilen ist ein Gua nicht von vornherein heilvoll, birgt aber dennoch vier Tugenden; weil die Lage unheilvoll ist, bedarf es aller vier Tugenden, um zu bestehen – so bei Die Nachfolge: „erhaben, hinströmend, fördernd, beharrlich – kein Makel“.

Die vier Tugenden bedeuten also nicht zwingend reines Heil. Manche Gua besitzen drei Tugenden: Das Haftende, Der Einfluss (Hexagramm 31), Die Sammlung, Das Heitere, Die Auflösung, Des Kleinen Übergewicht – insgesamt sechs Gua.

Manche nennen die drei Tugenden voran und fügen Weiteres an; bei Das Haftende heißt es „fördernd, beharrlich, hinströmend“ – durch Förderung und Beharrlichkeit gelangt man zum Hinströmen.

Sieben Gua besitzen zwei Tugenden: Der große Besitz (Hexagramm 14), Die Arbeit am Verdorbenen, Die Entwicklung, Die Zähmung des Großen (Hexagramm 26), Das Empordringen, Die Bedrängnis, Innere Wahrheit.

Fünfzehn Gua besitzen eine einzige Tugend, und zwar „Hinströmen“ (Heng): Die Jugendtorheit, Das Heer, Des Kleinen Zähmungskraft, Das Auftreten (Hexagramm 10), Der Friede (Hexagramm 11), Die Bescheidenheit, Das Durchbeißen (Hexagramm 21), Die Anmut, Die Wiederkehr, Des Großen Übergewicht, Das Erregende, Die Fülle, Die Beschränkung, Nach der Vollendung, Vor der Vollendung.

Wo Tugenden mit konkreten Dingen verknüpft sind, zählen sie hier nicht als reine Tugendbezeichnungen, wie bei Das Warten: „Warten, Wahrhaftigkeit, lichtvolles Hinströmen, Beharrlichkeit bringt Heil“; oder Der Rückzug (Hexagramm 33): „Hinströmend, im Kleinen fördernde Beharrlichkeit“; oder Der Zusammenhalt: „Erforsche das Orakel: erhabene, dauernde Beharrlichkeit, kein Makel“; oder Die Stagnation (Hexagramm 12): „Stagnation gehört nicht den Menschen an, unvorteilhaft ist des Edlen Beharrlichkeit“.

Das I Ging birgt zehntausend Bilder, die Bedeutungen wandeln sich mit der Zeit.

Manche Gua sind heilsam, zählen aber wenige Tugenden (wie Der Friede oder Die Bescheidenheit); elf Gua nennen gar keine Tugend ausdrücklich (wie Die Begeisterung, Die Betrachtung, Die Zersetzung, Der Fortschritt, Das Hemmnis, Die Befreiung, Der Durchbruch, Das Entgegenkommen, Der Brunnen, Das Stillestehen, Das heiratende Mädchen).

Unter den vier Tugenden treten Hinströmen (Heng) und Beharrlichkeit (Zhen) oft eigenständig auf, während Erhabenheit (Yuan) und Förderung (Li) sich mit anderen Dingen verbinden: Yuan wird mit Heng verbunden, Li mit Zhen.

Yuan bedeutet groß und Anfang; Li bedeutet Nutzen und Harmonie. Auch in den einzelnen Linien finden sich diese Tugenden, wenngleich seltener.

Quellen

I Ging · #1 Das Schöpferische (Himmel) → Almanach zu diesem Datum →